Chefredakteur Georg Baumann ist auf Bornholm unterwegs. Er hofft auf fängige Meerforellen. Wie die Tage liefen, könnt Ihr hier nachlesen!


Wieder daheim

Inzwischen sitze ich wieder am Schreibtisch und arbeite mich durch ca. 1000 Emails. Meine persönliche Bilanz nach einer Woche Bornholm:

  • 1367 Würfe gemacht
  • 2 Mal ins Wasser gefallen
  • 1 Köder abgerissen
  • 1 Biss (kann aber auch Tang gewesen sein)
  • 100 Prozent Erholung

Am Abreisetag lachte die Sonne und die Temperaturen kletterten auf über 10 Grad. Die ersten Fangmeldungen haben uns schon erreicht. Aber so ist Angeln. Ich könnte ehrlich gesagt sofort wieder hinfahren. Schon jetzt vermisse ich das Rauschen des Meeres, den Duft von Seetang in der Nase und den Wind im Gesicht. Danke an die tolle Truppe – es hat saumäßig viel Spaß gemacht!


Tag 4:

Heute peitschte uns ein strammer Südwestwind mit Eisregen ins Gesicht. Schon nach kurzer Zeit fühlte sich mein Gesicht an, als ob man es mit einem Scheibenkratzer freilegen müsse. Trotzdem haben wir uns durchgebissen. Ralph hatte bereits nach wenigen Würfen eine Forelle gefangen. Als ich endlich mit dem Fotoapparat bei ihm war, hatte er den kleinen Absteiger schon zurückgesetzt. Gut so. Der Fang motivierte, half aber nichts. Denn den Rest des Tages ging nichts mehr. Mein Wurfkonto steht bei bestimmt 1200 Stück. Den Jungs geht’s nicht anders. Wir sind demütig, wir sind reif. Aber den großen Angelgott kann man nicht bestechen. Doch wir werden da sein, wenn er schließlich auf uns herablächelt …

Ralph (rechts) und Ingo lassen sich von dem Wetter die Laune nicht verderben. Angeln ist schließlich mehr als Fische fangen.


Tag 3:

Morgens um halb zehn auf Bornholm: Der Wind peitscht Schnee übers Land. Die Temperaturen hieven sich gerade mal so über den Nullpunkt. Perfekte Bedingungen sehen anders aus. Aber was hilft’s? Ralph und ich befischen ein ausladendes Riff. Gleich bei den ersten Würfen hat Ralph einen strammen Nachläufer. Den Schwall vor seinen Füßen kann ich noch sehen. Kurz darauf ein kurzer Anfasser. Das motiviert. Doch die nächsten Stunden passiert NICHTS. Gefühlt hab ich inzwischen 980 Würfe gemacht. Rein rechnerisch bin ich also Morgen dran. Ich freu mich drauf …

Ralph freut sich. Im Hintergrund seht Ihr die Steine, auf denen wir den Tag verbracht haben.


Tag 2:

Liest man die einschlägige Fachliteratur, ist die Sache glasklar. Wenn das Wasser kalt ist, gibt’s nur einen Weg, um doch noch eine Meerforelle zu erwischen: Wenn möglich bei Sonnenschein angeln. Dunklen Untergrund suchen, Blasentang ist besonders gut. Und nicht zuletzt auf keinen Fall zu groß oder zu schnell fischen. Der Königsweg ist eine kleine Fliege hinterm Sbiro. Alles klar? Alles klar!

Heute waren die Bedingungen perfekt. Über Nacht sind die Temperaturen leicht ins Plus gerutscht und die Sonne lachte, als sei es schon Mai. Hoch motiviert zogen wir ans Wasser. Wir führten den Sbiro langsam. Das Auswerfen mit den knapp vier Meter langen Vorfächern glich zwar eher einer Akrobaten-Nummer im Zirkus, doch wir ließen uns nicht schrecken. Wir wateten über Blasentangfelder. Wir donnerten die Köder in die Fluten, bis die Schulter schmerzte. Doch bis zum frühen Nachmittag waren ein, zwei Nachläufer, alles, was wir zu Gesicht bekamen. Also Platzwechsel. An der Südostküste rollte zwar eine ziemliche Welle an, aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und wir wurden belohnt. Oder besser gesagt: Ingo wurde belohnt. Der Bremer mit der Ruhe eines Elefanten fing innerhalb kürzester Zeit vier Forellen. Alles keine Riesen zwar, aber der Beweis war erbracht: Es gibt sie. Sie fressen! Morgen soll es wieder kälter werden. Schnee- und Eisregen sind angekündigt. Wir gehen trotzdem angeln. Denn glücklicherweise lesen Meerforellen keine Angelzeitschriften …


Tag 1:

Wer kennt das nicht? Der Angeltrip ist seit Monaten geplant, das Ferienhaus gemietet und die Vorfreude riesig. Und dann macht einem das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Genauso erging es uns. Wir – Mathias, Rocco, Ingo, Ralph und ich – wollten eine Woche auf Bornholm auf Meerforelle fischen. Anfang März muss man zwar immer mit Wetterkapriolen rechnen, aber Minusgrade im zweistelligen Bereich?

Die Fangaussichten sanken in den Keller. Aber jetzt sind wir hier und natürlich gehen wir an den Strand. Es geht besser als befürchtet. Dick eingepackt und mit heißem Tee halten wir es gut 4 Stunden aus. Bisse? Fehlanzeige. Aber es soll wärmer werden. Morgen geht was, ganz bestimmt 🙂

In den Pausen wärmen sich Mathias, Rocco und Ingo (v.l.) auf und erörtern, warum es gerade nicht beißt. Erklärungen gibt’s reichlich, an den Anglern liegt’s auf gar keinen Fall

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