Dieter Schröder besuchte die Wilde Aar mit bewegter Geschichte, das heute wieder für erholsame Stunden mit Chance auf farbenfrohe Salmoniden bietet.

Der Name Wilde Aar passt doch super

Die Aar, in der Region auch als Wilde Aar bekannt, erblickt im Hochsauerlandkreis nahe des Medebacher Stadtteils Titmaringhausen das Licht der Welt. Von hier nimmt sie ihren 27 Kilometer langen Lauf, bevor sie im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg in die Orke, einem Nebenfluss der Eder, mündet. Warum sie den Namen Wilde Aar trägt, wird besonders im Frühjahr sichtbar, nämlich dann, wenn im Hochsauerland die Schneeschmelze einsetzt. Dann verwandelt sich das sonst so idyllische Flüsschen in einen reißenden Bach. Dieses kann auch durchaus noch zum Beginn der Bachforellensaison Anfang April der Fall sein. Etliche kleinere Nebenbäche im Oberlauf bringen dann reichlich kaltes Schmelzwasser ein.

Positive Regenerierung

Im Bereich von Goddelsheim wird ein Abschnitt, der an der Landesgrenze von Hessen zu NRW beginnt und ein Stück unterhalb der Fischzucht Wagner endet, vom Besitzer der Fischzucht Boris Wagner bewirtschaftet. Bekannt war die Strecke bis 2018 für ihre guten Bachforellen und Äschen, vereinzelt bissen auch fette Döbel. 2018 kam es dann aber zu einer Gewässerverunreinigung, welche durch das Einleiten von Löschwasser durch die Feuerwehr hervorgerufen wurde. Grund hierfür war eine Brandbekämpfung. Diese Einleitung führte zu einem massiven Fischsterben. Aber nicht nur die Salmoniden waren betroffen, auch Koppen, Bachneunaugen, die Vegetation und insbesondere die Kleinlebewesen in der Aa wurden geschädigt. Da dieser natürliche Lebensraum und Nahrungsgrundlage für Bachforelle & Co darstellen, mussten sich diese erst einmal wieder regenerieren, bevor Fischleben wieder möglich wurde. Das hierdurch für den Eigentümer, sowie als Pächter eines weiteren Teils der Strecke, ein nicht unerheblicher Schaden hervorgerufen wurde, dürfte klar sein. Nach nunmehr sieben Jahren ist das Leben wieder nach und nach eingekehrt. Bei der Fischvermehrung tragen natürlich auch angepasste Besatzmaßnahmen mit laichfähigen Bachforellen und Äschen bei und beiden Arten kann mittlerweile die Fliege wieder angeboten werden.
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Text & Fotos: Dieter Schröder

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