Georg Baumann erklärt Dir vier Methoden, um Gummifischen beim Spinnfischen Leben einzuhauchen. Damit bist Du in der Lage, in allen Situationen erfolgreich auf Raubfische zu angeln.

Autor Georg Baumann           Fotos Georg Baumann

Dieser Barsch biss beim Faulenzen. Hier wurde ein bleifreier Jigkopf verwendet, der deutlich größer ist als herkömmliche Modelle

Gummifische kannst Du beim Spinnfischen sehr variantenreich in verschiedenen Wassertiefen präsentieren. Das macht sie so extrem flexibel. Mit nur einem Köder kannst Du auf alle Raubfische angeln. Die Köderführung musst Du den jeweiligen Bedingungen anpassen. Zunächst steht die Entscheidung an, ob Du den Gummifisch im Freiwasser oder Grund anbieten möchtest. Während Forellen, Rapfen und vor allem Hechte eher in den oberen Wasserschichten zu finden sind, wirst Du Zander meistens und Barsche häufig am Grund fangen. Mit den folgenden vier Führungsmethoden

Einleiern – der Klassiker beim Spinnfischen

Hechte beißen oft ebim Einleiern

Bei dieser Method kurbelst Du den Gummifisch einfach durchs Wasser. Um den Lauf zu variieren, kannst Du kurze Spinnstopps einlegen, in denen der Gummifisch abtaumelt. Oder Du wechselst die Einhol-Geschwindigkeit. Hört sich einfach an? Das ist es auch – dafür musst Du überhaupt nicht üben. Daher eignet sich das Einleiern besonders gut für Einsteiger beim Spinnfischen. Doch wenn Du jetzt glaubst, dass diese Methode eine Notlösung ist, täuschst Du Dich gewaltig. Das Einleiern ist extrem erfolgreich und sticht nicht selten die anderen Methoden aus. Insbesondere, wenn Du auf Rapfen, Forellen, Barsche oder Hechte unterwegs bist, empfehlen wir diese Methode. Hechte orientieren sich nach oben und reagieren besonders gut auf Köder, die über ihnen durchs Wasser schwimmen.

Extratipp: Wenn Du beim ersten Auswurf die Sekunden zählst, die der Köder von der Wasseroberfläche bis zum Grund benötigt, kannst Du kontrolliert die Wassersäule durchfischen. Braucht der Köder 20 Sekunden bis zum Boden, zählst Du beim nächsten Wurf bis zehn und beginnst dann mit dem Einleiern. So weißt Du, dass Du in halber Wassertiefe fischst.

Schwierigkeitsgrad: X X X X X X

Schleifen – für träge Fische

Diese Methode ist ebenfalls recht einfach. Du schleifst den Gummifisch direkt über den Boden. So imitiert der Köder einen Fisch, der am Grund nach Nahrung sucht. Nach dem Auswerfen wartest Du, bis der Grund erreicht ist. Dann kurbelst Du an seitlich gesenkter Rute langsam ein. Du spürst, wie der Bleikopf über den Boden hoppelt. Kurbelst Du zu schnell, hebt der Gummifisch ab. Dann lässt Du ihn einfach wieder absinken.
Bisse sind nicht immer ganz leicht zu erkennen. Es ist mitunter nicht klar, ob der Köder an einen Stein gestoßen ist, kurz festhängt oder ein Fisch zugeschnappt hat. Wenn Du nicht sicher bist, setze einen kurzen Anhieb. Lieber einmal zu viel anschlagen als zu wenig.
Diese Methode ist gerade für Barsche oft unwiderstehlich. Einen Nachteil hat sie allerdings: Sie ist ziemlich hängerträchtig, da Du den Köder immer direkt am Boden mit all seinen Ästen, Steinen und anderen Hindernissen ziehst. Sind Wasserpflanzen vorhanden, geht es gar nicht mehr.

Schwierigkeitsgrad: X X X X X X

Faulenzen – Top für Zander

Das Faulenzen ist für Zander top

Die Methode musst Du üben! Sie ist nicht ganz so leicht, aber fürs Zanderangeln beim Spinnfischen geht’s nicht ohne. Und auch Barsche sind – sofern sie am Grund stehen – häufig nur so zu überlisten. Beim Faulenzen hüpft der Fisch im Sägezahnmuster über den Boden. Er imitiert ein angeschlagenes Brutfischchen, das panisch nach oben flüchtet und dann wieder ermattet zum Boden taumelt.
Du beschleunigst den Köder ausschließlich über die Rolle, die Rute bewegst Du nicht. Nach dem Auswurf nimmst Du die lose Schnur auf und hältst die Rute etwa in Zehn-Uhr-Position. Entweder spürst Du, dass der Köder auf den Grund aufschlägt oder Du siehst es an der in sich zusammenfallenden Schnur. In dem Augenblick machst Du ein bis drei Kurbelumdrehungen mit der Rolle. Der Gummifisch wird beschleunigt und schießt nach oben. Dann sackt er wieder nach unten. Den Aufschlag auf den Boden spürst Du entweder oder siehst es in der Schnur. Dieses Muster wiederholst Du, bis der Köder vor deinen Füßen ist. Die Bisse kommen fast ausschließlich in der Absinkphase kurz vorm Auftreffen auf den Boden. Sobald Du den Biss spürst, musst Du augenblicklich den Anhieb setzen. Das Gewicht des Bleikopfs solltest Du so wählen, dass der Gummifisch jeweils etwa zwei bis drei Sekunden absinkt.

Schwierigkeitsgrad: X X X X X X

Jiggen – die Königsdisziplin beim Spinnfischen

Der Gummifisch hüpft genau wie beim Faulenzen in Sprüngen über den Gewässerboden. Allerdings beschleunigst Du ihn beim Jiggen mit der Rute. Sobald der Köder auf den Grund aufschlägt, hebst Du die Rute ruckartig aus der Neun- in die Elf-Uhr-Position. Der Gummifisch saust nach oben. So weit, so gut. Jetzt wird’s allerdings kniffelig: In der Absinkphase musst Du einerseits die Rute wieder in die Neun-Uhr-Position bringen, andererseits die lose Schnur aufkurbeln und darauf achten, dass Du immer Kontakt zum Köder hältst. Bei lose durchhängender Schnur spürst Du den Biss nämlich nicht. Bis dir dieser Bewegungsablauf in Fleisch und Blut übergegangen ist, dauert es eine Weile. Der Vorteil des Jiggens liegt darin, dass Du den Köder etwas aggressiver beschleunigen kannst als beim Faulenzen.

Schwierigkeitsgrad: X X X X X X

(den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 9 Eurer Rute & Rolle)

 

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