Es ist zum Verrücktwerden: Die Rapfen sind in Jagdlaune, aber Bisse bleiben dennoch aus. Was kann man tun? Tobias Norff hat über die Jahre einige Erfahrungen mit den „Unfangbaren“ gemacht und weiß, wie er sie auch an schwierigen Tagen an den Haken bekommt.

AUTOR Tobias Norff        FOTOS Tobias Norff, Jesco Peschutter

Ein heller Streamer ist häufig das Ass im Ärmel, um Rapfen zu fangen

Ein heller Streamer ist häufig das Ass im Ärmel, um Rapfen zu fangen

Als ich an diesem brütend heißen Juli-Tag aus dem Auto steige, höre ich die Fische bereits, bevor ich über den Deich marschiere. Immer wieder vernehme ich ein Klatschen, während ich meine Ruten und das restliche Gepäck aus dem Kofferraum hole. Am Wasser angekommen, staune ich nicht schlecht: Der Seitenarm der Elbe wirkt heute wie ein Haifischbecken zur Fütterungszeit. Im Minutentakt knallt es irgendwo an der Oberfläche, spritzen kleine Fischchen panisch auseinander. Teilweise rauben mehrere Rapfen zeitgleich an verschiedenen Ecken. Irre! Gedanklich reibe ich mir die Hände: Das verspricht ein munterer Angelnachmittag zu werden.

Voller Vorfreude auf harte Bisse und spritzige Drills greife ich zur Fliegenrute und knote einen hellen Streamer an, der optimal ins Beuteschema passen sollte. Eine Stunde später: Ich bin noch immer ohne Biss, obwohl links, rechts und vor mir nach wie vor das große Fressen zelebriert wird. „Na gut“, denke ich mir, „dann eben mit der Spinnrute“. Doch auch der Köder- und Methodenwechsel führt nicht zum Erfolg. Selbst der Mini-Wobbler, dem ich so sehr vertraue, und auf den ich schon so viele Rapfen fangen konnte, scheint heute zu versagen. Dass ich bis zum Abend doch noch ein halbes Dutzend Rapfen an den Haken bekomme, verdanke ich einer kleinen Änderung der Technik.

Rapfen: Kleiner fängt!

Wenn sich die Räuber auf Brutfische einschießen, muss der Köder klein gewählt werden

Wenn sich die Räuber auf Brutfische einschießen, muss der Köder klein gewählt werden

Ich könnte einige solcher Beispiele nennen, wobei dieses hier schon sehr extrem ist. Es gibt beim Rapfenangeln immer wieder diese Tage, da sind die Fische da, jagen vielleicht sogar, wollen aber einfach nicht so recht beißen. Die Ursache dafür ist in vielen Fällen ein zu großer Köder. Die Rapfen schießen sich regelrecht auf die im Überfluss vorhandenen Brutfische ein und ignorieren oft alles, was eben nicht in dieses Beuteschema passt. In solchen Situationen ist ein heller Streamer häufig das Ass in meinem Ärmel – entweder an der Fliegenrute oder hinter einem Sbirolino an der Spinnrute angeboten.

Vier, fünf Zentimeter lange Wobbler gehören außerdem zu meinen liebsten Rapfenködern. Hier setze ich vor allem sinkende Modelle ein, da diese im Vergleich zur Größe einfach mehr Gewicht haben und sich entsprechend besser werfen lassen. Probiert mal den Tournament Wise Minnow 50FS von Daiwa in der Farbe „Matt Ayu“. Tipp: Montiert die (zu) kleinen Drillinge ab und ersetzt sie durch einen einzelnen, etwas größeren und stabileren Haken in der Bauchposition. Alternativ sind kleine, schmale Blinker ein Versuch wert. Den eigentlich für Meerforellen erdachten Møresilda in sechs und zehn Gramm habe ich zum Beispiel immer mit dabei, wenn es auf Rapfen geht.

Schneller angeln!

In der eingangs geschilderten Situation rettete mir ein Tempowechsel den Tag. Die Rapfen reagierten an diesem Nachmittag tatsächlich nur auf extrem schnell geführte Köder. Beim Fischen mit der Fliegenrute war ich schlicht nicht in der Lage, das erforderliche Tempo durchs Einstrippen der Schnur zu erreichen. Selbst beim Spinnfischen bekam ich nur Bisse, wenn ich so schnell kurbelte, wie ich nur konnte. Übrigens kein Einzelfall: Immer wieder ist extrem hohes Tempo der Schlüssel zum Erfolg.

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