Unser Autor Matthias Hinrichs gibt in diesem Artikel einen Leitfaden, wie Ihr ohne Futtereintrag Karpfen fangt.

Autor Matthias Hinrichs                 Fotos Matthias Hinrichs

Matthias mit gutem Fisch

Man liest es immer wieder, egal wo, bei Facebook oder Instagram: „Füttern verboten!“ Viele Vereine reagieren auf den teilweise unsinnigen Eintrag an Futter. Dabei sind es meist einzelne Angler, die sich falsch verhalten und alle anderen im Verein müssen drunter leiden. Ich will gar nicht sagen, dass sie es nicht besser wissen, nein. Einige machen sich einfach keine Gedanken darüber, wieviel Futter ein Gewässer verträgt oder ab welcher Menge es schädlich ist. Wie viele Fische sind in einem See oder Gewässer vorhanden, wie hoch ist die Weißfischdichte oder der Besatz allgemein? So viele Faktoren spielen eine Rolle, wenn es um sinnvolles Füttern geht. Die meisten Verbote treffen dann leider die falschen Angler. Es muss ein Umdenken stattfinden! Dabei denke ich an die Kollegen die glauben, grobe Kelle hilft immer. Getreu dem Motto: Viel hilft viel.  Doch genau das Gegenteil trifft zu, was aber nur wenigen Karpfenanglern wirklich bekannt zu sein scheint. Wir können so ein Futterverbot allerdings auch für uns nutzen. Single-Hookbaits, also einzelne, auffällige Hakenköder, sind dabei der Schlüssel zum Fangerfolg.

Angeln wo die Fische sind

Ein Faktor entscheidet sehr oft über Fangen oder Blanken, egal ob wir nun viel füttern oder nur mit einzelnen Ködern fischen. Das Zauberwort heißt Location! Der richtige Angelplatz ist enorm wichtig. Nichts anderes entscheidet letztendlich über den Erfolg. Was nützt ein scharfer Haken am passenden Rig oder das beste Beißwetter (das es wirklich gibt), wenn wir nicht dort fischen, wo sich die Karpfen aktuell aufhalten? Umso genauer müssen wir unser Gewässer kennen. Wenn das passt, braucht es nicht viel Futter, um zu fangen!

Ein Karpfen nahm den Köder, auch ohne viel Beifutter

Hier mal ein Bespiel, was es bedeutet, wenn wir ein Gewässer kennen und mit etwas Erfahrung wahre Sternstunden erleben. Es war im Mai 2014. Ein sehr milder Wind wehte an einem kleinen vier bis fünf Hektar großen See seit drei Tagen in eine kleine Bucht. Das Wetter mit dem Wind machte die Fische sehr aktiv. Außerdem stand die Laichzeit vor der Tür. Dieser Umstand und mein Spaziergang vor dem Fischen waren zusammen unschlagbar. Denn ich fand die Fische quasi gestapelt vor einem überhängenden Busch. Genau in der Bucht, wo seit Tagen der Wind hineinwehte. Jackpot, der Entschluss stand. Ich versuchte am folgenden Tag bei einer kurzen Session von ein paar Stunden am Nachmittag einige Fische zu fangen. Ich angelte lediglich mit einer Rute vor dem Busch. Warum nur mit einer? Ich wollte so wenig Aufsehen wie möglich unter Wasser erregen. Am Ende fing ich in drei Stunden fünf Karpfen. Mit einer Rute und ohne jegliches Beifutter. Ein gelber Pop Up brachte die Bisse. Das war keine Magie, es war Erfahrung und etwas Location nötig.

Das schlaue Buch

Jedes Gewässer ist unterschiedlich. Wir können nie genau sagen, wie es läuft und welcher Platz nun wirklich Fische bringt. Nur wer viel probiert und Zeit investiert, wird auch ohne Futter erfolgreich fangen. Ein Fangbuch zu führen ist eine gute Idee. So bekommt Ihr einen Anhaltspunkt, wann und wo etwas gefangen wird.

Singel Hookbaits fangen!

Ich trage in so ein Buch nicht nur meine eigenen Fänge ein. Auch die Erfolge der Kammeraden finden sich darin wieder. Es geht aber nicht darum, jemanden zu kopieren. Ich möchte herausfinden, wo sich die Fische in der jeweiligen Jahreszeit aufhalten. Das ist der Knackpunkt! Gewässerkenntnis verknüpft mit dem Wissen, wo sich die Karpfen zu welcher Zeit aufhalten. Meine absoluten Lieblings-Utensilien für die Location sind die Poolbrille und eine Lotrute. Klingt Oldschool, doch es bringt sehr viel und kostet kaum etwas. Die Platzwahl kann dann anhand der Gegebenheiten vor Ort sehr unterschiedlich ausfallen. Wann immer möglich, bevorzuge ich Stellen mit überhängenden Büschen oder Bäumen. Karpfen lieben solche Unterstände. Sie bieten Zuflucht und meist auch Nahrung. Außerdem stehen Schilfgürtel, abfallende Kanten und Muschel- oder Sandbänke für gute Fangchancen…(den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 6 Eurer Rute & Rolle)

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