Spinnerbaits sind der Topköder für den Unterwasserdschungel – die Räuber mögen sie. Und auch für Angler wie Jarno Dingerink zählen die Happen zu den absolut heißen Eisen.

Die Wasserpflanzen wachsen prächtig in der Soestwetering. Es ist fast unmöglich, ein beangelbares Stückchen zu finden. Wenn man hier seinen Köder durchziehen möchte, wird das Angeln fast zur Gartenarbeit! „Bist Du sicher, dass Du hier angeln möchtest?“, frage ich Jarno. Er beruhigt mich: „Das ist überhaupt kein Problem. Dein Spinnerbait manövriert sich einfach durch den Dschungel hindurch!“ Dann lässt er seinen Worten Taten folgen. Sein Köder taucht an der anderen Uferseite ins Wasser ab und er holt ihn fast mühelos durch das grüne Dickicht ein. Der ziemlich große Spinnerbait kommt ohne ein einziges Pflanzenbüschel am Einzelhaken wieder bei ihm an.

Spinnerbait: Im Schattendasein

Spinnerbaits sind vielen zwar ein Begriff, wirklich verbreitet in den Kisten der Angler ist diese Köderart bei uns allerdings nicht. „Auf den ersten Blick sieht er etwas skurril aus: Eine  gebogene Stange mit Jighead, Spinnerblatt und Silikonrock oder Bucktail (Haare vom Weißwedelhirsch)“, stimmt Jarno mir zu. „Aber diese Erfindung amerikanischer Angler – zum Fischen auf Schwarzbarsch und Muskie entwickelt – bietet auch in unseren heimischen Gewässern Spinnfischern viele Möglichkeiten. Fast alle Raubfischarten lassen sich mit den Ködern an pflanzen- und hindernisreichen Spots beangeln. Vermutlich auch, weil nur sehr wenig damit gefischt wird. Von Dressureffekt kann an den meisten Gewässern keine Rede sein.“

Die Blattform bestimmt

Kurze Zeit später hängt der erste Fisch am Band. Der Barsch, der sich auf mein Spinnerbait stürzte, zögerte nicht eine Sekunde und schnappte zu. Der Köder berührte kaum die Wasseroberfläche, da griff der kleine gestreifte Räuber schon an. „Sobald die Spinnerblätter unter Wasser sind, beginnen sie, sich zu drehen. So kann man schon in der Absinkphase einen Biss bekommen“, erklärt Jarno die schnelle Attacke. Gleichzeitig weißt er daraufhin, dass Spinnerbaits nicht nur zum Fischen in den oberen Wasserschichten geeignet sind. „Je nach Gewicht und Form der Spinnerblätter kann man sie 1,5 bis 2 Meter tief präsentieren.“ Schmale langgezogene Blätter (Weidenblätter) laufen tiefer, größere runde Blätter (Colorado-Blätter) sind eher fürs Flache gemacht…

Barsche nehmen gerne die auffälligen und druckvollen Köder.

 

Den kompletten Artikel lest Ihr im JIG & JERK Teil Eurer RUTE & ROLLE 07/2020!
Text: Joran Bal
Fotos: Frank van der Burg

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