Kein Haar? Ein Wirbel direkt am Haken? Das Ronnie Rig unterscheidet sich deutlich von den üblichen Karpfenvorfächern. Tobias Norff stellt Euch das pfiffige
Rig für Pop Ups genauer vor.

Obwohl das Ronnie Rig aus England stammt, kam es mir zunächst spanisch vor: „Schon wieder so ein unnötig verkompliziertes Vorfach von der Insel“, schoss es mir durch den Kopf, als ich zum ersten Mal ein Bild des Rigs sah. Nun, Meinungen ändern sich. Auch ich musste meine Ansichten zu dem ebenfalls als „Spinner Rig“ bekannten Vorfach revidieren – denn es macht tatsächlich in vielen Situationen Sinn, hakt sicher, ist einfach zu bauen und besitzt Vorteile, die nicht von der Hand zu weisen sind.

Das Binden vom Ronnie Rig ist nicht schwer

Pop Ups hart am Grund

Ich muss zugeben: Als Hakenköder kommen bei mir fast nur noch Pop Ups zum Einsatz. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Zum einen bin ich mir bei einem über Grund schwebenden Köder sicher, dass dieser nicht im Schlamm oder zwischen Fadenalgen versinkt. Zum anderen wird auch der Haken angehoben und sammelt so garantiert keinen Dreck ein. Zusätzlich kann der Pop Up extrem leicht vom Karpfen eingesaugt werden und ermöglicht – da er sich stets gut vom sinkenden Haken trennt – in der Regel einen hervorragenden Hakeffekt. Aber kein Licht ohne Schatten: Fische ich auf einem üppigen Futterplatz, möchte ich eigentlich keinen Köder weit über Grund anbieten. Denn die Karpfen sammeln alle Boilies schließlich direkt am Boden ein. Bei Tageslicht und klarem Wasser erkennen sie den über Grund stehenden Pop Up sicherlich noch und nehmen ihn vielleicht auf. Aber wie sieht es in der Nacht oder in sehr trübem Wasser aus? Die Fische werden sich jetzt voll auf ihren Geschmackssinn verlassen und einfach den Boden nach den leckeren Murmeln umgraben. Eine Köderpräsentation mehrere Zentimeter über Grund erscheint mir da nicht sinnvoll. Ich befürchte, dass die mit dem Rüssel im Schlamm steckenden Karpfen gar nicht erst darauf stoßen oder sich sogar versehentlich von außen haken. Da ich trotzdem nicht auf die eben erwähnten Vorteile eines schwimmenden Boilies verzichten möchte, kam ich vor einiger Zeit auf das in England äußerst populäre Ronnie Rig. Damit lässt sich der Poppi nämlich sehr dicht am Boden anbieten.

Einfach gut!

Zugegeben, die bodennahe Präsentation des Pop Ups funktioniert auch mit einigen anderen Rigs. Aber das Ronnie Rig bietet noch mehr: Durch die Montage direkt am Wirbel kann sich der Haken problemlos um 360 Grad drehen und sich somit immer perfekt ausrichten – egal, aus welcher Richtung der Karpfen meinen Happen einsaugt. Was das angeht, arbeitet das Ronnie Rig ähnlich wie das Chod Rig, das ich ebenfalls sehr gerne am Wasser einsetze. Mit dem Unterschied, dass der Boilie eben deutlich dichter am Gewässergrund steht. Braucht Ihr noch mehr Argumente? …

…Die findet Ihr ab sofort in Eurer RUTE&ROLLE 09/2019! Außerdem haben wir für Euch eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ronnie Rig. Da kann nicht´s mehr schief gehen!

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