Es ist Sommer! Das heißt für Robin Illner: Tackle ins Auto und ab zum Graskarpfenangeln. Wie er die kampfstarken Asiaten an den Haken lockt, erfahrt Ihr hier.

Das Quecksilber zeigt 38 Grad im Schatten an. Es weht kaum ein Lüftchen und die Wasseroberfläche liegt spiegelglatt vor mir. Ich stehe barfuß und mit kurzer Hose im knietiefen Wasser, das rund 22 Grad warm ist. Auf meiner linken Seite befindet sich ein großes Schilffeld. Die Halme wackeln heftig hin und her. Was unter Wasser passiert, kann ich mir gut vorstellen. Eine Armada von Graskarpfen rupft das frische Grün von den Halmen. Einige meiner Zielfische sind lokalisiert.

Heisse Vegetarier

Die äußeren Einflüsse haben beim Graskarpfenangeln eine große Bedeutung. Graser sind bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad besonders aktiv. Wenn andere Fische bei 26 Grad in die lethargische Phase fallen, drehen Graskarpfen richtig auf. Warum? Sie sind keine europäischen Fische, sondern kommen ursprünglich aus Zentral- und Südostasien. Sehr warmes Wasser ist dort in den Fließgewässern keine Seltenheit, sodass sie mit dem reduzierten Sauerstoffgehalt sehr gut zurechtkommen. Der Appetit steigt mit zunehmender Temperatur. Theoretisch ist es möglich, dass Graskarpfen an einem Tag ihr eigenes Körpergewicht konsumieren. In der Realität ist das allerdings eher selten der Fall. Dennoch sind die Asiaten im wahrsten Sinne des Wortes Fressmaschinen. Allerdings ist ihre Futterverwertung schlecht – aus dem gefressenen Futter werden nur wenig Nährstoffe für den eigenen Körper herausgezogen. Aber was fressen Graser eigentlich? Im Gegensatz zu unseren Schuppen- und Spiegelkarpfen sind sie richtige Vegetarier. Graskarpfen ernähren sich von Seerosen, Wasserpest, Froschbiss und anderen Wasserpflanzen. Aber auch cellulosereiches und schwer verdauliches Schilf können die wärmeliebenden Fische verwerten.

Hotspots

Gekochter Hartmais und Pop Up-Mais sind immer eine gute Wahl

Beim Graskarpfenangeln bekommt der Begriff Hotspot gleich eine ganz neue Bedeutung. Ich fange die Fische in der warmen Jahreszeit im Flachwasser meiner Gewässer. Hier herrschen die höchsten Temperaturen. Schon häufig probierte ich es in Tiefen von fünf und mehr Metern. Doch das bescherte mir nicht einen einzigen Biss. Deshalb angle ich nur noch in flachen und warmen Teilen des Gewässers. An dem heutigen Tag befische ich unterschiedliche Plätze. Ein großes Seerosenfeld, das sich vor meinem Angelplatz befindet, ist meine erste Wahl. Dort präsentiere ich eine Montage direkt am Rand des Grüns. Ab und an lege ich sie ein Stück in die Seerosen hinein.

Sobald ich mehrere Meter davor angle, bekomme ich deutlich weniger Bisse. Die Fische halten sich direkt unter den Blättern auf und patrouillieren in unmittelbarer Nähe vor den Wasserpflanzen entlang. An diesem See ist das ganze Ufer mit Schilf bewachsen.  Bei der Kante, an der die Halme aufhören zu wachsen, ist nicht zwangsläufig das Ufer. Manchmal befindet sich das Schilf auch auf der Wasseroberfläche und bildet große Polster – so ist es auch hier. Mit einer Taucherbrille kann ich weit unter das Schilffeld hineinsehen. Es schwimmt förmlich auf dem Wasser. Darunter ist es bis zu drei Meter tief. Die Graskarpfen ziehen an den Kanten entlang und fressen die jungen Triebe ab…

Den kompletten Artikel lest Ihr in der neuen RUTE&ROLLE 09/2019!
Text & Fotos: Robin Illner

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