Echte Würmer sind seit Anbeginn der Angelei erfolgreiche Köder – und ihre künstlichen Nachbildungen stehen ihnen in Sachen Fängigkeit in nichts nach. Christian Siegler zeigt Dir, mit welchen Tricks und Montagen Du Barsch & Co so richtig „wurmen“ kannst.
Autor Christian Siegler Fotos Christian Siegler
Würmer sind unglaublich vielseitig und fast jeder Fisch frisst sie. Es liegt daher nahe, sie auch in künstlicher Form herzustellen. Die Vorteile von Gummiwürmern liegen auf der Hand: Sie sind lange haltbar, leicht zu besorgen, extrem robust im Vergleich zum lebenden Vorbild, mehrfach verwendbar und in vielen Farben und Größen erhältlich. Besonders Barsche und Zander lieben sie, aber auch Forellen lassen sich gerne auf die künstliche Kost ein.
Die Art, wie Du Deine Gummiwürmer präsentierst, unterscheidet sich jedoch deutlich von der klassischen Wurmangelei mit Pose oder Grundblei. Texas-, Carolina- und Drop Shot Rigs gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Methoden für Gummiwürmer und wurden bereits vielfach beschrieben. Aber es gibt noch viele andere interessante Wurm-Rigs, die einfach aufzubauen und absolut fängig sind – und genau die stelle ich Dir hier vor.
Wacky Rig
Das Wacky Rig wird immer populärer und ist vielseitig einsetzbar. Du kannst Würmer sowohl am Gewässerboden als auch im Freiwasser oder sogar an der Oberfläche präsentieren – je nachdem, wie Du das Rig beschwerst und welchen Wurm Du verwendest. Für die einfachste Wacky-Montage brauchst Du lediglich einen Haken (mit oder ohne Gewicht) und den Wurm. Dickere Würmer mit einer etwas steiferen Gummimischung machen beim Anzupfen schnelle, zackige Bewegungen.
Schlanke, weiche Würmer flattern dagegen wunderbar mit ihren Enden in der Absinkphase. Der Haken kann an unterschiedlichen Stellen im Wurmkörper eingestochen werden. Klassisch wird er mittig angebracht, sodass die beiden Enden verführerisch zappeln können. Ohne zusätzliches Gewicht lassen sich schwimmende Würmer (wie der Reins Floating Swamp) direkt an der Oberfläche anbieten – eine besonders fängige Methode im Sommer, wenn Barsche aktiv jagen. Eine weitere fängige Variante ist der langsam absinkende Wacky-Wurm. Dabei wählst Du das Gewicht des Bleikopfes so, dass der Köder nicht zu schnell zum Boden sinkt. Während des Absinkens flattern die Enden des Gummiwurms und erzeugen eine verlockende Bewegung. Ein zappelnder, langsam sinkender Köder lässt kaum einen Barsch kalt.
Neko Rig für Barsch
Mit dem Neko Rig imitierst Du einen Wurm, der mit einem Ende am Gewässerboden klebt, während das andere Ende verführerisch in die Höhe ragt. Barsche und Zander lieben genau diese Präsentation. Dazu beschwerst Du einen Teil des Wurms mit einem sogenannten Insert-Weight – einem kleinen Blei- oder Tungsten-Stäbchen, das Du in den Gummiwurm einsteckst. So bleibt der beschwerte Teil am Grund, während das freie Ende leicht zittert und wackelt. Das Neko Rig kannst Du nun langsam über den Grund zuppeln lassen. Besonders im Winter ist diese Methode sehr erfolgreich, da Du die Würmchen in Zeitlupe präsentieren kannst. Die natürliche Bewegung des Köders löst bei vorsichtigen Räubern wie dem Barsch oft sofort einen Biss aus.
Bundle Rig
Mit dünnen, filigranen Würmern kannst Du ein ganzes Bündel auf einen kleinen Jig ziehen. Dieses Bündel hüpft über den Grund und erzeugt ein lebendiges Spiel, das kaum einem Räuber entgeht. Das Rig wirkt wie ein massiver Happen und ist besonders für Barsche und Zander unwiderstehlich. Mit Gummiwürmern sind Deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Probiere unterschiedliche Rigs, Gewichte, Farben und Führungsstile aus. Oft macht eine kleine Veränderung beim Anbieten den entscheidenden Unterschied zwischen Biss und Fehlbiss.
MJ Rig
Eine weitere interessante Montage ist das MJ Rig. Dabei wird der Wurm auf einen Offset- oder Widegap-Haken gezogen und am hinteren Ende mit einem kleinen Spinnerblatt (Trailer Blade) versehen, das Du einfach mit einer Spirale in den Wurm drehst. Da einige Würmer an beiden Enden spitz zulaufen, entfernst Du ein Ende, um das Blatt besser eindrehen zu können. Um dem Rig mehr Gewicht zu verleihen, kannst Du Offset-Haken mit Bleiköpfen oder Belly Weights nutzen. Die schlanke Silhouette des Wurms kombiniert mit dem blitzenden Spinnerblatt reizt viele Räuber. Tipp: Bei sehr langen Würmern kannst Du den Haken weiter hinten im Gummi platzieren, indem Du den Wurm etwas auf das Vorfach ziehst und dann einsteckst. Dieser Trick ist auch praktisch, wenn Du nicht die ideale Hakengröße zur Hand hast.
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