Ohne Schnur, kein Fisch. Denn die Leinen sind unser direkter „Draht“ zur Montage, dem Köder und Fisch. Wir erklären Einsteigern Unterschiede sowie Vor- und Nachteile von monofiler und geflochtener Schnur.

Schnur richtig aufspulen will gekonnt sein…

In diesem Teil unserer Einsteiger-Reihe dreht sich alles um unsere Verbindung zum Fisch: der Schnur. Die Leinen gibt es in verschiedenen Ausführungen, Farben, Durchmessern und mit unterschiedlichen Tragkräften. Logischerweise nicht grundlos. Jede Schnur ist auf eine bestimmte Angelart und auf die entsprechenden Anforderungen abgestimmt. Eine eierlegende Wollmilchsau unter den Schnüren – eine für alles – gibt es nicht. Es ist nachvollziehbar, dass eine feine Schnur, die beim Posenangeln am Forellenteich zum Einsatz kommt, nicht zum schweren Meeresangeln taugt, weil sie reißen würde. Andersherum besitzt eine dicke Schnur Nachteile, wenn leichte Montagen und Köder ausgeworfen werden müssen. Daher: wählt Eure Schnur so dick wie nötig und so dünn wie möglich! Wir unterscheiden zwei Angelschnurarten: Monofile und Geflochtene. Beide Typen stellen wir Euch im Folgenden etwas genauer vor.

Monofile Schnur

Die aus Nylon gefertigten Leinen bestehen aus einem Strang. Es gibt extrem dünnen Schnüren beispielsweise zum Friedfischangeln sowie sehr dicke und kräftige Sehnen etwa für die kommerziellen Fischerei mit Langleinen. Monofile Schnüre sind Unterwasser nahezu unsichtbar und nehmen kein Wasser auf und bleiben auch bei Frost geschmeidig. Dadurch setzen zum Beispiel Eisangler oft auf Mono. Außerdem besitzt sie in der Regel eine hohe Dehnung und ist elastischer, wodurch spontane Fluchten und Kopfschläge im Drill abpuffert werden. Ein weiterer Vorteil von monofilen Schnüren ist ihre Abriebfestigkeit. Somit führen Berührungen mit scharfen Kanten und Muscheln am Gewässergrund nicht zwangsläufig zum Schnurbruch. Drüber hinaus besitzt die Schnur gute Sinkeigenschaften, weshalb sie sich für klassische Angelmethoden wie das Posen- und Grundangeln eignet. Kommt es jedoch drauf an, einen direkten Kontakt zum Köder zu haben etwa beim Angeln mit Gummifisch auf Zander, sind geflochten Schnur gefragt.

Geflochtene Schnur

Die Grundlage von geflochtenen Schnüren bilden Faserstränge. Meist sind diese aus Polyethylen gefertigt. Vier, acht oder zwölf Fasern werden in speziellen Verfahren zu einer Schnur verflochten. Dabei unterscheiden sie sich in ihrer Geschmeidigkeit und Lautstärke. Vierfach geflochtene Schnüre sind gewöhnlich deutlich lauter und steifer als achtfach geflochtene. Im Vergleich zu einer Mono ist Geflecht dehnungsarm, wodurch man eine sehr gute Rückmeldung zum Köder erhält. Außerdem haben geflochtene Schnüre eine wesentlich höhere Tragkraft zum Durchmesser. Für die Praxis bedeutet das, dass man dünnere Schnüre einsetzen kann. Dies bringt wiederum Vorteile in puncto Wurfweite mit sich, um nur ein Beispiel zu nennen. Geflecht ist erste Wahl beim aktiven Fischen und bei Angelarten auf großen Distanzen und in tiefem Wasser. Für Verwirrung können jedoch die Durchmesserangaben der Hersteller sorgen. Hier gibt es keine einheitliche Bewertung und Grundlage, weshalb sich die Durchmesser unterscheiden. Als hilfreiche Vergleichsgröße kann ein Blick auf die Tragkraft geworfen werden.

Spezial-Schnüre

Neben den beiden vorgestellten Schnüren begegnen uns noch weitere Spezial-Schnüre. Diese werden meist als Vorfach genutzt. Bekannte Typen sind Fluorocarbon und Hardmono, aber auch Stahl- oder Titanvorfächer zählen dazu.

Fliegenschnur ist unsere Verbindung zum Köder und dient gleichzeitig als Wurfgewicht

Eine Besonderheit stellen Fliegenschnüre dar, welche zum Fliegenfischen benötigt werden. Sie dienen dabei als Wurfgewicht, um die Fliege zu servieren. Sie sind in unterschiedliche Klassen eingeteilt und besitzen verschiedenen Eigenschaften – beispielsweise schwimmend, sinkend… (Tipps zu passenden Knoten findet Ihr in der Ausgabe 4 Eurer Rute & Rolle)

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