Beim Karpfenangeln ist es besonders wichtig zu wissen, wo sich ein Versuch zu einer gewissen Zeit lohnt. Bernd Brink weiß genau, wann der Ansitz an den jeweiligen Gewässern vielversprechend ist.

Ich versuche, meine Zeit am Wasser möglichst effektiv zu nutzen. „Mit wenig Zeitaufwand zum Erfolg“, lautet die Devise. Darum ist meine Gewässerwahl von der Jahreszeit abhängig. Viele Umstände können das Karpfenangeln erschweren und nicht jedes Gewässer bietet zu jeder Zeit die gleichen Fangchancen. Dass flache Seen sich im Frühjahr schneller erwärmen und somit schon früh gute Fänge bringen, während tiefe Baggerkuhlen noch im Winterschlaf liegen, ist den meisten Anglern bekannt. Zu Beginn der kalten Jahreszeit verhält es sich umgekehrt: Ein flacher Vereinsteich kühlt wesentlich schneller aus, während die Wassermassen tiefer Seen die Temperaturen noch länger halten. Es gibt aber viele weitere Faktoren, die die  Erfolgsaussichten zu bestimmten Jahreszeiten ansteigen lassen und die möchte ich Euch nun zeigen.

Kleiner Karpfenbestand

Große Gewässer mit einem geringen Karpfenbestand bringen oft ein hohes Durchschnittsgewicht hervor, erfordern aber viel Geduld. Besitzt so ein Gewässer eine bestimmte Tiefenstruktur, sind zur richtigen Zeit Sternstunden drin. Finden wir viele tiefe Bereiche und es gibt nur wenige flache, hält sich dort im Frühjahr der gesamte Karpfenbestand auf. An einem Parkgewässer von rund sechs Hektar, das überwiegend drei Meter tief ist, befindet sich ein Abschnitt, der nur einen Meter flach ist. Dort fing ich im Frühjahr zwei bis drei Karpfen in der Nacht, während am Rest des Sees die Bissanzeiger schwiegen. Dies war ein super Ergebnis, da sich nur etwa 20 Karpfen in dem See befinden. Der umgekehrte Fall gilt für Gewässer, die zum größten Teil tief sind. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer verteilen sich die Fische im ganzen Gewässer. Gibt es aber einen kleinen Bereich, der deutlich tiefer ist, ziehen sich die Karpfen bei älteren Temperaturen dorthin zurück. So ist es möglich, im Spätherbst oder gar Winter besser zu fangen als zur warmen Jahreszeit. Ähnlich verhält es sich in Flüssen und Kanälen, wo  Hafenanlagen zur kalten Jahreszeit top sind.

Wollhandkrabben können noch viel größer werden und machen das Angeln nahezu unmöglich

Sperrzone

Leider gibt es viele Gewässer, an denen es verboten ist, bestimmte Bereiche zu befischen. In der Regel meide ich solche Gewässer, wenn ich ausschließlich auf schlechten Plätzen angeln darf. Gesperrte Zonen sind oft Naturschutzgebiete, Laichzonen oder Badestrände. Diese Bereiche sind in der Regel flach. Darum ist es sinnvoll, erst im Herbst an diese Seen zu gehen. Wenn sich das Wasser abkühlt, ziehen die Karpfen aus den flachen Zonen in größere Tiefen. An einem 14 Hektar großen Baggersee in meiner Nähe ist die Flachwasserzone Naturschutzgebiet mit Uferbetretungsverbot…

Mehr zum Karpfenangeln lest Ihr in der aktuellen RUTE&ROLLE 03/2019! Wir verraten Euch mehr über den Einfluss von Wasserpflanzen, Wind und Laichzeit!
Text & Fotos: Bernd Brink

 

 

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