Seid Ihr nicht auch der Meinung, dass Angeln mehr ist, als bloße Nahrungsbeschaffung? Die Angelei hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verändert, ist moderner, gesellschaftsfähiger geworden und für viele mittlerweile ein echter Lifestyle! Die Zeitung „Die Welt“ titelte: „Angeln – das war einmal ein Hobby für Spießer“ und schreibt darüber, dass dieses „beschauliche Vergnügen eine Schule der Sinne“ ist. Auch das „Manager Magazin“ textet in seiner Online-Ausgabe in dem Artikel „Mit Liebe zum Fisch“ über die Angel- und Tourismusindustrie und Fliegenfischen in Patagonien.
 
Angeln fasziniert! Kampfstarke Fische, ausgeklügeltes Equipment, neue Techniken, Naturerlebnis, Ruhe und Entspannung, Freundschaften – all das finden wir in unserem wunderschönen Hobby. Angeln hat sich entwickelt, und zwar zu einem Lebensstil. Und so schwimmen wir mit, als Teil eines Outdoor-Lifestyles samt eigener Industrie, eigener Szenesprache sowie eigenen Vorstellungen und Ideen. Angeln hat sich verändert! Internetplattformen, auf denen sich Gleichgesinnte austauschen können und kreative Köpfe viel Zeit und Energie investieren, um ihr Publikum zu begeistern, gehören heute genauso zu unserer Lieblingsbeschäftigung wie aufwendig produzierte Videos in Traumlandschaften oder Angelreisen ans andere Ende der Welt. Und das ist gut so! Denn wichtig ist, dass wir Spaß an unserem Hobby haben und dass es uns erfüllt.
 

Verantwortung beim Angeln übernehmen

 
Doch bei all der Leidenschaft und dem Lifestyle haben wir auch eine Verantwortung zu tragen! Die Wasserfläche, die wir in Deutschland zur Verfügung haben, ist vergleichsweise gering und der Fischreichtum unserer Gewässer begrenzt. Ein schonender und sinnvoller Umgang mit Fischen ist extrem wichtig. Umso absurder klingt in meinen Ohren in diesem Zusammenhang die Vorgehensweise einiger Organisationen, die uns im Namen des Naturschutzes verbieten wollen, maßige, unverletzte Fische am Leben zu lassen oder diese überhaupt erst zu beangeln. So modern die Angelei mittlerweile daher kommt, so veraltet sind einige Denkweisen! Schauen wir nach Schweden, Holland, Kanada oder in die Vereinigten Staaten, ist erkennbar, dass die diese Nationen verstanden haben, dass Angeln ein wichtiger Teil der Gesellschaft und weit mehr als eine bloße Nahrungsbeschaffung ist. Denn was nützt der ganze Lifestyle, die ganze Leidenschaft, wenn wir bei der Ausübung unseres Hobbys so unter Druck gesetzt werden? Was uns Anglern in Deutschland viele Jahre fehlte, um solche Themen in vernünftige Bahnen zu lenken, war eine einheitliche Vertretung auf politischer Ebene.
 
Doch seit 2013 haben wir nun endlich, nach fast 25 Jahren Einheit, EINEN Dachverband, den Deutschen Angelfischerverband, kurz DAFV, der sich als „starke Interessenvertretung der deutschen Anglerschaft gegenüber der Politik und den Behörden in Deutschland und in der Europäischen Union“ sieht. Hoffen wir, dass unser Verband die ökologischen und gesellschaftlichen Ansätze in Sachen sorgenfreiem Angeln versteht und uns die Möglichkeit bewahrt, das Hobby als Lebensstil wahrzunehmen und es nicht zu einer reinen Küchenangelei degradiert, denn Angeln ist so viel mehr.

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