Erst 20, dann 18, jetzt 15 und bald 10 Kilo? Die norwegische Regierung verschärft die Regeln für die Fischausfuhr durch Touristen. Für viele Norwegen-Angler ist das auch ein Grund für einen Angelurlaub im Norden. Wir geben einen Überblick über die aktuell geltenden Regelungen und lassen zudem Reiseveranstalter zu Wort kommen.

Autor Timo Keibel           Fotos Timo Keibel, privat

Eine atemberaubende Landschaft macht den Angelurlaub in Norwegen für Touristen  unvergesslich

Eine atemberaubende Landschaft macht den Angelurlaub in Norwegen für Touristen unvergesslich

Die Aufschreie bei Norwegen-Anglern sind groß. Auch unter Angelreiseveranstaltern herrscht eine gewisse Nervosität. Die zentrale Frage lautet: Wohin entwickelt sich der Angelurlaub in Norwegen? Bereits im Jahr 2025 beschloss die norwegische Regierung neue Bestimmungen für die Ausfuhr von Fisch durch Touristen. Dazu zählen verpflichtende tägliche Fangmeldungen für Angelcamps und Tourismusanbieter, ein Mindestalter von zwölf Jahren für die Nutzung der Exportquote sowie eine verschärfte Dokumentationspflicht bei der Ausfuhr.

Seit Beginn dieses Jahres 2026 sind die bereits beschlossenen Gesetzesverschärfungen in Kraft. Touristen dürfen seit dem 1. Januar 2026 zweimal pro Jahr jeweils 15 Kilo Fisch aus Norwegen ausführen. Im kommenden Jahr wird diese Ausfuhrmenge nochmals reduziert: Dann sind pro Ausreise nur noch zehn Kilo erlaubt. Ziel der Maßnahmen ist es laut Marianne Sivertsen Næss, Ministerin für Fischerei und Ozeane, eine nachhaltige und zukunftsfähige touristische Fischereiwirtschaft zu gewährleisten. Damit sollen die Fischbestände langfristig geschont werden. Gleichzeitig will die Regierung die Fangquoten von Angeltouristen besser kontrollieren, illegalen Fischschmuggel eindämmen und den Angeltourismus insgesamt nachhaltiger gestalten.

Norwegen: Mehr als Fisch!

Wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Maßnahmen künftig auf Angeltouristen in Norwegen zukommen. Verschiedene Vorschläge werden derzeit in Arbeitsgruppen der norwegischen Fischereidirektion diskutiert. Beispielsweise liegen auch Ideen für weitere Fangbeschränkungen oder die Einführung eines Touristenfischereischeins, wie es ihn in anderen Ländern bereits gibt, auf dem Tisch. Beschlossen sind diese Vorschläge zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht.

Norwegen-Angler haben individuelle Gründe, warum sie eine Reise in den Norden unternehmen. Für den einen spielt die Ausfuhrquote eine größere Rolle, für einen anderen steht das Erlebnis Norwegen mit seiner oftmals unberührten Natur und den Weiten der Fjorde im Mittelpunkt. Alternativen wie Reisen nach Island in die Westfjorde oder nach Norddänemark gibt es durchaus und sie bieten im Vergleich zu Norwegen ein völlig anderes Erlebnis. Bei der Reiseentscheidung sollte daher eine zentrale Frage im Vordergrund stehen: weniger, wo man am meisten Fisch bekommt, sondern vielmehr, was man von seiner Reise erwartet.

AKTUELLE REGELN (Stand 16. Februar 2026)

2026:
Erlaubte Ausfuhrmenge: 15 Kilo Fisch, max. zweimal pro Jahr

Ab 2027:
Erlaubte Ausfuhrmenge: 10 Kilo Fisch, max. zweimal pro Jahr

Hinweis: Gilt für ganze Fische, Filets und verarbeitete Fischprodukte.

Weitere und aktuelle Infos findet Ihr auf der Homepage vom Fiskeridirektoratet: https://www.fiskeridir.no/turistfiske

Den kompletten Artikel mit den Interviews der Reiseveranstalter findet Ihr in der April-Ausgabe Eurer RUTE & ROLLE!  Bestellbar im R&R-Shop!

 

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