Fürs Posenangeln am Fluss schraubt Arnulf Ehrchen gerne einen Klassiker an die Rute: eine Centrepin. Welche Pluspunkte dieser Rollentyp bietet und wie er ihn einsetzt, erklärt Euch der begeisterte Allrounder.

Autor Arnulf Ehrchen Fotos Arnulf Ehrchen, Jesco Peschutter

Arnulf liebt das Posenangeln mit der Centrepin und leichtem Gepäck am Fluss

Am Fluss ist das Posenfischen super aktiv. Den Köder in verschiedenen Tiefen durchtreiben lassen, verzögern, wieder in der Strömung wandern lassen, mit der Rute die Driftbahn ändern – das hält uns auf Trab und bringt unheimlich viel Spaß. Was beißt, spielt kaum eine Rolle, auch wenn ich schon gute Fische erwischt habe: vernünftige Döbel und dicke Rotaugen, aber auch Bachforellen und vor Kurzem sogar eine Meerforelle.

Centrepin im Vorteil

Um Posenmontage und Köder perfekt steuern zu können, setze ich gerne eine Centrepin, Kurzform Pin, mit deutschem Namen auch Achsrolle, ein. Der Strömungsdruck auf die Pose versetzt diesen Rollentyp in Rotation, Schnur wird freigegeben. Anders als bei einer Stationärrolle geschieht dies sehr gleichmäßig, immer etwas gebremst durch den Drehwiderstand unserer Pin. Hochwertige Centrepins haben dank High-End-Kugellagern nahezu null Widerstand. Zum Anschlagen müssen wir keinen Bügel umklappen, sondern blockieren die Rolle mit dem Daumen, schon sind wir auf Kontakt zum Fisch. Ein Finger am Rand der sich drehenden Rollenspule kontrolliert das Posentempo sehr präzise. Nur langsam darf der Fluss nicht sein für die Centrepin.

Mit einer Centrepin lässt sich beim Angeln mit der Pose gleichmäßig Schnur freigeben

Länge heißt Kontrolle

Je länger unsere Rute ist, desto weiter draußen können wir die Pose laufen lassen. Abhängig vom Fischbestand kommen unterschiedlich lange und kräftige Match-Ruten zum Einsatz. Für meine Angelei reicht ein 13-Fuß-Modell (3,95 Meter), aber wer an größeren Flüssen fischt, ist mit mehr Länge besser beraten. Der Markt bietet passende Ruten bis 17 Fuß, also über fünf Meter. Werfen können wir mit Centrepin-Rollen kaum, also bleibt es beim Rauspendeln der Montage und einer Drift auf Höhe der Rutenspitze. Wo Bäume dicht über die Wasseroberfläche reichen, kann natürlich eine kürzere, vielleicht nur drei Meter lange Rute praktischer sein.

Unkomplizierte Montage

Das Thema Montage ist fix abgehakt. Eine Feststellpose vom Typ Stick, Avon oder Loafer wird über Posengummis befestigt und mit einer kompakten Bebleiung versehen. Ich nutze dafür gerne eine Blei-Olivette, die den Hauptteil der Tragkraft abdeckt: für eine Drei-Gramm-Pose eine Olivette von 2,5 Gramm. Ein wichtiges Detail ist für mich ein Dreiertönnchen, also eine kleine Wirbelkette. Sie dient als Verbindung zum rund 30 Zentimeter langen Vorfach. Wir holen ja am Ende jeder Drift den Köder gegen die Strömung ein. Da bekommt er oft einen „Drehwurm“ und wir laufen Gefahr, die Schnur zu verdrallen. Der Dreiertönnchen-Wirbel verhindert dies. Ein Wort noch zur Tragkraft der Posen: Geht lieber nicht zu weit runter. Mindestens zwei Gramm sollten es selbst bei flachem Wasser sein. Ich gehe oft auf bis zu vier Gramm hoch, auch wenn meine „Centrepin-Flüsse“ kaum tiefer als 1,5 Meter sind. Der Vorteil kräftiger Posen: Wir können ihre Drift besser verzögern, ohne dass der Köder gleich Richtung Wasseroberfläche gedrückt wird.

Nicht nur Friedfische gehen beim Centrepin-Angeln an den Haken, sondern auch Bachforellen

Geduld für Erfolg

Um schnell größere Fische zu erwischen, lohnt es sich, etwas Geduld zu haben. Hört sich widersprüchlich an? Kann ich verstehen. Aber es scheint so, dass sich schon nach wenigen Minuten regelmäßiger, kleiner Futtergaben die besseren Fische „vordrängeln“. So dürfen wir bei der ersten Drift gleich eine ordentlich krumme Match-Rute bewundern. Ohne Vorfüttern sind Gründlinge, kleinere Rotaugen oder andere handlange Fische die ersten Fänge. Apropos Köder: Ich fische zu 95 Prozent Maden, wenn ich Pose und Centrepin kombiniere. Sie fangen alles und jeden. Wo Döbel zu Hause sind, passen natürlich auch größere Happen wie Käseteig oder Frühstücksfleisch. Davon spendiere ich aber nur ganz wenige Kostproben, bevor die Pose das erste Mal auf ihre Reise geht. Die Hakengröße passe ich dem Köder an – zum Beispiel ein 16er für zwei Maden, ein 12er für vier Krabbler und ein 6er Greifer für einen Käseteig-Klumpen… (den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 05 Eurer RUTE & ROLLE).

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