Angeln in Sri Lanka bedeutet aggressive Raubfische, atemberaubende Natur und eine großartige Küche. Unser Autor Nicolas Jamin geht mit Euch auf eine fischreiche Entdeckungstour.

Autor Nicolas Jamin                      Fotos Pierre Chapelle, Nicolas Jamin

Brachialer Kämpfer. Solche GTs fordern Angler und Gerät alles ab!

Schier unbegrenzte Angelmöglichkeiten bietet diese Insel. Sri Lanka trumpft mit einer 1.340 Kilometer lange Küsten, mehr als 100 Flüssen, 1000 Seen, Stauseen und Lagunen auf – definitiv ein Traum für einen begeisterten Angler. Vor neun Jahren erhielt ich das Angebot, als Angelführer in Sri Lanka zu arbeiten. Ich nahm diesen Job an, weil es eine echte Herausforderung war. Denn das Unternehmen für, das ich arbeiten würde, war das erste, das professionelle Sportfischer-Charter auf der Insel anbot und alles musste entdeckt und geschaffen werden. Ich habe den größten Teil der srilankischen Küste befischt, hauptsächlich um GTs mit Poppern, Dogtooth Thunfisch beim Jigging und Marlins beim Trolling zu fangen.

Da ich ein leidenschaftlicher Angler bin, suche ich auch in verschiedenen Lagunen und Seen, die mit dem Meer verbunden sind, nach Barramundi. Ich habe mich für die Westküste Sri Lankas entschieden, um unsere Charter zu veranstalten. Denn dieser Ort bietet gutes Hochseeangeln, aber auch großartiges Light Tackle-Fischen im Bolgoda See auf Barramundi und andere Raubfische.

Mit Popper auf GT

Wenn wir über Meeresangeln in Sri Lanka sprechen, ist der Hauptfisch der GT (Giant Trevally). Dieser weitverbreitete Fisch aus dem Indischen Ozean hat sich bei allen Angelreisenden einen guten Ruf erworben. Vor allem, wenn er mit Topwater-Ködern wie großen Poppern oder Stickbaits gefangen wird. Um ehrlich zu sein, der explosive Biss eines großen GT ist etwas, das man nicht vergisst. Beim Poppern fangen wir hauptsächlich GTs, gefolgt von Königsmakrelen, die bis zu 20 Kilo schwer werden, Langschwanz-Thunfischen und manchmal sogar Segelfischen. Die Größe der GTs liegt zwischen acht und mehr als 40 Kilo, wobei die Durchschnittsgröße um die 18 Kilo beträgt. Wir fischen auf einem 30-Fuß-Katamaran mit einer offenen Kabine am Bug. Er ist mit zwei Yamaha-Viertaktmotoren mit 150 PS ausgestattet. Das Boot ist für maximal drei Angler geeignet.

Angeln in Sri Lanka ist pures Naturerlebnis

Was das Angelgerät für das Poppern in Sri Lanka betrifft, so benötigt Ihr zwei Setups: Eine Popper-Rute für Köder von 90 bis 140 Gramm. Die zweite Kombo ist für Stickbaits gedacht, die eine Rute mit einer weicheren Spitze benötigen, um die berühmte S-Schwimmaktion zu erzielen, die die GTs lieben. Diese Stickbait-Rute sollte Köder von 50 bis 110 Gramm auf Distanz bringen. Dazu passen Rollen mit starker Bremskraft. Als Schnur kommt eine Geflochtene zum Einsatz. Fürs Vorfach verwenden wir monofiles Nylon zwischen 140 und 180 Pfund Tragkraft. Um den Köder mit dem Vorfach zu verbinden, gibt es nichts Besseres als einen robusten Wirbel und einen Sprengring. Einfach, aber effizient! Der Köder Nummer eins ist definitiv ein lauter Popper wie der Rapala Xplode 170. Aber bei sehr ruhigen Bedingungen und scheuen Fischen kann ein schwimmender Stickbait den Unterschied ausmachen.

Deep Jigging in Sri Lanka

Eine weitere beliebte Angelmethode ist das Jigging. An manchen Tagen, an denen es mit dem Poppern nicht so gut läuft, fangen wir mit Jigs. Hier in Sri Lanka gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Fischen, die beim Jigging gefangen werden: GT‘s, Dogtooth-Thunfische, Bernsteinmakrelen, Zackenbarsche, Langnasen-Kaiserfische, rosafarbene Jobfische und unzählige Fische aus der Familie der Trevallys, um nur einige Beispiel zu nennen. Die meisten unserer Jigging-Spots befinden sich in der Nähe des Kontinentalschelfs in Tiefen zwischen 50 und 120 Metern.

Die perfekte Kombination zum Angeln in Sri Lanka ist eine kräftige Spinnrute mit einer weichen Spitze und einer Spinnrolle. Als Schnur wird eine Geflochtene mit hoher Tragkraft verwendet. Ein langes Fluorocarbon-Vorfach (vier bis fünf Meter) mit 80 bis 100 Pfund Tragkraft ist angebracht. Das Gewicht der Jigköpfe liegt zwischen 150 und maximal 300 Gramm. Lange Jigköpfe sind in der Regel die Gewinner, da sie sich leicht auswerfen und einholen lassen. Der Storm Super Gomoku ist unser beliebtester Jig. An manchen Tagen herrscht nur eine sehr langsame Strömung und die Fische sind nicht so aktiv.

Unter diesen Bedingungen ist es Zeit für das Slow Jigging. Dies geht allerdings nicht mit einer Spinning-Kombo, die man für das Speed Jigging verwendet, da die Rute für das Slow Jigging länger sein muss und eine sehr empfindliche Spitze haben sollte. Für diese Art des Jiggens bietet eine Multirolle eine viel bessere Kontrolle über den Jig, vor allem beim Absinken, das beim Slow Jiggen fangentscheidend ist.

Leicht am See

Kleine Wobbler sind fürs Angeln am Bolgoda See perfekt

Der Bolgoda See befindet sich an der Westküste Sri Lankas und ist der größte natürliche See des Landes. Schon während der britischen Kolonie war er für die Jagd und den Fischfang bekannt. Seitdem ist er immer noch der berühmteste See in Sri Lanka, um Barramundi, Mangrove Snapper und andere Raubfische zu fangen. Denn hier tummeln sich viele Garnelen, Krabben und Köderfische. Es ist die perfekte Kinderstube für Räuber. In der Vergangenheit fischten Angler hauptsächlich mit Schleppködern auf Barramundi. Seit wir Angelcharter betreiben, bieten wir eine einzigartige Angelei vom Bass Boot an. Es gibt viele verschiedene Angelplätze: von felsigen Stellen auf dem Hauptsee, bis zu Mangrovenwurzeln oder Seerosenfeldern… (den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 05 Eurer RUTE & ROLLE).

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