Spinnfischen? Klare Sache: geflochtene Schnur. So sah das auch Raubfisch-Profi Arnulf Ehrchen lange Zeit. Warum er auf einigen Rollen heute aber doch Mono aufspult, erklärt er Euch im Detail.

Arnulf nimmt beim Barschangeln mit Ködern, die aggressiv spielen und monoton eingekurbelt werden, sehr gerne monofile Schnur

„Nee, lass mich mit Deinem Gummiband in Ruhe!“, lautet ein Originalzitat von Herrn Ehrchen, als mir vor Jahren ein Angelkollege Mono als Hauptschnur schmackhaft machen wollte. Damals beim Meerforellenfischen. Ich nahm für ein paar Würfe seine Kombi ‒ und spürte nix, absolut gar nix. Obwohl wir den gleichen Küstenwobbler dran hatten und ich seine Bewegungen an meiner Geflochtenen deutlich spüren konnte. Egal, auf welchen Räuber und mit welchem Ködertyp: Noch vor fünf Jahren kam für mich auf der Rolle nur Geflecht infrage. Doch das hat sich inzwischen geändert und etwas mit Lärm zu tun.

Beim Spinnfischen setzt der Autor mittlerweile immer häufiger Mono ein

Laute Leine

Das erste Mal bin ich beim Abspielen meiner Waterwolf (Unterwasserkamera)-Aufnahmen darüber gestolpert, wie laut eine Geflochtene im Wasser ist. Gerade Takes, die beim Schleppen an ruhigen Tagen entstanden, waren überraschend. Obwohl die kompakte Kamera sicher kein High End-Unterwasser-Mikrofon besitzt, konnte ich am Rechner das Sirren oder Vibrieren der Schnur vorm Köder überdeutlich hören. War das ein Grund dafür, dass erstaunlich viele Hechte dem Köder nur folgten, ihn aber nicht attackierten? Mal Mono probieren? Erst konnte ich mich dazu nicht durchringen, denn eins stand fest: An 0,40er Mono, die ich zum Hechtfischen als Minimum ansehe, werden die Schleppköder viel flacher laufen als an deutlich dünnerer Geflochtener. Für alle Schleppköder die Lauftiefen neu ermitteln? Puuuh, das ist Arbeit! Inzwischen habe ich damit angefangen und bin sicher, auf einem fängigen Weg zu sein. Die Schleppköder verlieren übrigens mindestens 30 Prozent an Lauftiefe, zum Teil sogar 50 Prozent, wenn wir sie 30 Meter hinterm Boot nicht mehr an 0,23er Geflecht, sondern 0,40er Mono anbieten. Apropos: Ich setze in Sachen Mono vor allem auf dehnungsarme Typen, auch als Low Stretch-Mono bezeichnet. Sie dehnen sich weniger als Standard-Monofile, aber immer noch deutlich mehr als jede Geflochtene. Für mich ist Low Stretch-Mono deshalb der perfekte Kompromiss.

Den kompletten Artikel lest Ihr in RUTE & ROLLE 08/2021!
Text & Fotos: Arnulf Ehrchen
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