Mit kleinen Spinnern lassen sich super Raubfische fangen. Was aber viele nicht wissen: Auch Rotfedern und Rotaugen stehen voll auf die rotierenden Köder. Der Niederländer John van Gameren erklärt, wie er im Sommer gezielt räuberische Friedfische fängt.

Mit spielerischer Leichtigkeit landet Johns Drei-Gramm-Spinner 20 Meter entfernt in einem niederländischen Gewässer am Rand von Schiedam. „Mit dem richtigen Material lassen sich ultraleichte Spinner und Löffel mühelos auswerfen. Das geht natürlich nicht mit einer schweren Hechtspinnrute“, erklärt John, während er seinen Spinner mit leichtem Ruckeln einholt. Seine Ausrüstung besteht aus einer 1,95 Meter langen Zwei-Gramm-Spinnrute mit 500er Rolle und 0,12er monofiler Schnur. Das ist ein ganzes Stück leichter als das durchschnittliche „Ultralight-Set“, wie es beim Streetfishing auf Barsch verwendet wird. „Aber so erlebst Du eine fantastische Räuberjagd auf Weißfische“, sagt John.

Warmes Wetter

Heute soll das Thermometer über 30 Grad steigen. Deshalb treffen wir uns früh am Morgen, auch wenn John meint, dass es nicht unbedingt nötig wäre. „Im Gegenteil: Bei diesem warmen Wetter steht die Rotfeder tagsüber sehr hoch im Wasser und die Schwärme sind leicht zu erkennen. Jetzt heißt es: Strecke machen, um die Fische zu finden.“ Es dauert nur drei Würfe, bis sich ein Schwarm Barsche für Johns Spinner interessiert. Nach ein paar Attacken bekommt er den ersten Fisch des Tages an den Haken. „Nicht der Zielfisch, aber trotzdem ein willkommener Beifang“, sagt der Niederländer.

Mit feinem Gerät geht es auf die Friedfische. Die Spinnrute besitzt ein Wurfgewicht von gerade einmal zwei Gramm.


Hinter dem Grün

Nach ein paar Würfen geht John immer ein paar Meter weiter. Er wirft seinen kleinen Spinner auf die offenen Flächen zwischen den üppig wuchernden Wasserpflanzen. „Normale Köder sind hier im Sommer völlig fehl am Platz. Mit diesen kleinen Baits lässt es sich aber einfach über den Wasserpflanzen angeln. Oft steht der Fisch direkt hinter einem Büschel aus Grün und schießt in die Höhe, wenn ein Spinner vorbeikommt“, sagt er, während seine Theorie bestätigt wird. Dieses Mal ist es ein knackiger Barsch, der zeigt, wie leicht sich die Zwei-Gramm-Rute bei einem recht kleinen Fisch verneigt. „In diesem fischreichen Gewässer lassen sich an einem Tag viele Barsche fangen. Wir gehen aber noch ein Stück weiter. Schließlich sind wir für die Rotfeder und eventuell für ein Rotauge als Beifang hier.“

Den kompletten Artikel lest Ihr in RUTE & ROLLE 11/2020!
Text: Justin Burggraaf
Fotos: Frank van der Burg

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