Wer in Deutschland Wolfsbarsche angeln möchte, muss an die Nordsee. Am besten auf die vorgelagerten Inseln. Dort bestehen realistische Chancen, aber einfach ist der Fang trotzdem nicht.

An der deutschen Nordsee müssen wir auf die vorgelagerten Inseln reisen, um an die Wolfsbarsche zu kommen. Denn zwischen ihnen und dem Festland, sozusagen im Watt, gehen sie sehr selten auf Beutezug. Die Angelspots sind aber leicht gefunden: Wellenbrecher, die die Inseln vor Sturmfluten schützen, sind die bevorzugten Jagdreviere der Wolfsbarsche. Aber auch an den befestigten Hafeneinfahrten sollten wir ein paar Würfe wagen. Viele gute Fangmeldungen erreichten uns von Borkum, Norderney, Baltrum, Wangerooge und Sylt.

Normalerweise beginnt die Saison Ende April und läuft bis in den November hinein, je nachdem, ob die Wassertemperatur über zwölf Grad steigt. Während der Saison mache ich mir Notizen über neu gefundene Wolfsbarschspots. Ich schreibe unter anderem den Stand der Gezeiten, die vorgefundenen Bedingungen (zum Beispiel Trübung des Wassers oder das Vorkommen von Brutfischen) und die verwendeten Köder auf. Der Einsatz von Gummis am Jighead wäre bei einer Muschelbank eher kontraproduktiv. Neue oder potenzielle Hotspots besuche ich auch mal ohne Angelrute während der Ebbe bei Springflut. Zu dieser Zeit ist der Wasserstand am niedrigsten und ich kann die Stelle gut auskundschaften, finde Abbruchkanten und ähnliches. Eine gute Hilfe, um die passende Ebbe zu finden, sind die kleinen Gezeitenbüchlein, die man in jedem Angelladen an der Küste bekommt.

Beißzeit! In den frühen Morgen- und späten Abendstunden gehen die Wolfsbarsche auf Jagd. Dann ist auch Rob am Wasser

Darin stehen nicht nur die Daten, wann welche Tide beginnt, sondern sie sind auch noch mit den dazugehörigen Meterangaben versehen. Weitere Hilfsmittel, die uns bei der Spotsuche schon zu Hause behilflich sein können, sind Google Maps oder die Navionics App (für Android und iOS). So verschaffe ich mir schon vorm ersten Angeln einen guten Überblick über die Gegebenheiten vor Ort.

Mit Temperatur und Taktik zum Wolfsbarsch

Die Wassertemperatur ist ein wichtiger Faktor beim Angeln auf Wolfsbarsch. In der Nordsee und dem Atlantik werden Wolfsbarsche erst bei einer Wassertemperatur von zwölf Grad aktiv und stürzen sich auf die Kunstköder. Wichtig im Mittelmeer: Bei einer Wassertemperatur von 23 Grad suchen sie dann tiefere, kältere Wasserschichten auf oder stellen ihre Nahrungssuche auf das Sammeln von Krustentieren wie Krabben und Garnelen um. Die Erfolgstaktik zum Angeln auf Wolfsbarsch ist „Suchen und Ausprobieren“. Wolfsbarsche sind nicht immer an ein und demselben Platz, um auf die Jagd zu gehen. Sie ziehen in Schulen rastlos umher oder legen sich für kurze Zeit am Grund auf die Lauer. Ist ein Angelspot an einem Tag top und beschert einem ein paar Fische, kann er bereits am nächsten Tag oder sogar schon nach ein paar Stunden wieder fischleer sein. Nur wer mobil ist, wird beständig fangen und regelmäßig mit dem unbeschreiblichen Drillvergnügen dieser harten Kämpfer belohnt…

Den kompletten Artikel lest Ihr in RUTE&ROLLE 10/20!
Text & Fotos: Rob Staigis

 

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