Riesige Wassermassen, lange Ufer und urige Karpfen: Das erwartet Euch beim Angeln an großen Seen. Doch das Fangen ist dort nicht immer ganz einfach. Jesco Peschutter zeigt Euch, wie Ihr an den Großgewässern dicke Rüssler überlistet.

Meine ersten Erfahrungen beim Karpfenangeln machte ich in meiner Kindheit und Jugend an überschaubaren Vereinsteichen. Mit einer Größe von 0,5 bis etwa 5 Hektar und einem sehr guten Karpfenbestand mit Fischen zwischen drei und zehn Pfund waren diese Gewässer für meine frühen Anfänge und Erfolge optimal. Als ich aber 2003 nach Kiel in das wunderschöne Schleswig-Holstein zog, stand ich auf einmal vor riesigen Wassermassen. Zum Beispiel die Seen rund um Plön. Die kleinsten Naturgewässer besitzen eine Fläche von 10 bis 20 Hektar. Größere bringen es schon mal auf weit über 100 und bis zu mehr als 1.000 Hektar. Viel Wasser, um auf Karpfen zu fischen. Doch wo fängt man an und wo müssen die Montagen hin? Ich möchte Euch zeigen, wie ich beim Angeln an Großgewässern vorgehe.

Finde die Rüssler

Wohl das Wichtigste beim Karpfenangeln an großen Gewässern ist das Finden der Fische. Wer sich vor der Session keine Gedanken macht und nicht aktiv nach dem Objekt der Begierde Ausschau hält, der darf sich nicht allzu große Hoffnungen auf einen Biss machen. Am besten ist es, vor dem Angeln um den See zu fahren oder zu gehen und nach springenden oder allenden Karpfen zu schauen. Oder Ihr fahrt direkt mit dem Schlauchboot über das Gewässer und versucht, mit der Polbrille Karpfen zu entdecken. Auch Fraßspuren im Untergrund oder Bugwellen von flüchtenden Fischen sind ein guter Anhaltspunkt. Nehmt Euch zum Suchen viel Zeit. Lieber sechs Stunden aktiv die Wasseroberfläche beobachten und dann die nächsten zwei Tage am richtigen Platz sitzen als schnell alles an einer unproduktiven Stelle aufbauen. Wer Rüssler entdeckt, der ist vom Fang meist gar nicht mehr so weit entfernt.

Hotspots am See

Doch nicht immer haben wir das Glück, dass sich die Karpfen bei der riesigen Wasserfläche auch zeigen. Was machen wir dann? Ganz einfach: Strukturen suchen, die in der Vergangenheit schon Erfolge brachten. Gerade zeitig im Jahr sind flache Buchten immer einen Versuch wert, da sich hier das Wasser schneller erwärmt als im Rest des Sees. Sind die Ufer dieser Buchten mit Schilf bewachsen, solltet Ihr mindestens ein Rig direkt vor diesem platzieren. Auch Seerosen sind echte Hotspots und werden von Spieglern und Schuppis gerne aufgesucht. An Plateaus
lohnt es sich ebenfalls, eine Montage zu präsentieren. Entweder direkt auf der Erhebung oder im tieferen Wasser am Kantenfuß.

Wer den See beobachtet, findet irgendwann auch die Fische

Apropos Kante: Überall, wo Ihr diese findet, sind die Fische oft in der Nähe. Egal, ob nur zwei Meter vom Ufer entfernt oder mitten im See, an Kanten gibt es sehr häufig Bisse. In vielen Naturseen bekommt im Juni oder Juli das Laichkraut einen extremen Wachstumsschub. Wenn Ihr solche Krautfelder, die nur schwer zu übersehen sind, entdeckt, bietet Eure Boilies direkt am Rand des Grüns an. Weitere heiße Ecken sind vom Ufer überhängende Büsche oder versunkene Bäume. Achtet aber darauf, diese Stellen nur mit starkem Gerät und Endtackle zu beangeln und die Taktik entsprechend zu wählen. Ansonsten sind Fischverluste vorprogrammiert. Um Hotspots auszumachen, ist ein Boot plus Echolot extrem hilfreich. Auch eine Polbrille oder ein Aquascope sind bei klarem Wasser nützliche Helferlein…

Text & Fotos: Jesco Peschutter

Den kompletten Artikel lest Ihr in der aktuellen RUTE&ROLLE 07/2019 mit fettem Karpfen-Special! Außerdem im Karpfen-Heft:

  • Futtertaktik – weniger ist manchmal mehr
  • Sicher gehakt – die große Rig-Schule

 

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