Im letzten Jahr kam der Winter im März. Wir haben den Experten Udo Schroeter gefragt, wie er bei niedrigen Temperaturen doch noch Meerforellen fängt.

Kein Küstenstrom und leicht auflandiger Wind sind ideal

Tipp 1 Wenig Strömung

Bei niedrigen Wassertemperaturen – als sehr grober Richtwert dürften vier Grad gelten – suchen die Fische Bereiche auf, in denen sie wenig Energie verbrauchen. Das sind Küstenabschnitte mit geringer Strömung. Besonders gut sind ganz flache Bereich mit einer Tiefe unter einem Meter. Oder das genaue Gegenteil: Wenn Ihr vom Ufer Kanten anwerfen könnt, in denen es direkt mehrere Meter runtergeht, habt Ihr ebenfalls einen aussichtsreichen Spot erwischt. Die flachen Bereiche wärmen sich bei Sonnenschein schnell auf, während die tiefen Bereiche sich nicht so schnell abkühlen.

 

Tipp 2 Dunkler Untergrund

Flach ist nicht gleich flach! Besonders ergiebig sind Küstenabschnitte mit einem dunklen Untergrund. Dort wärmt sich das Wasser schneller auf und die Fische sind aktiver. Besonders gut sind Tang- und Krautfelder. Die Temperatur ist dort etwas höher, außerdem finden Beutefische in den Pflanzen Schutz und Nahrung. Das wiederum lockt die Forellen an.

 

Zurücksetzen, bitte! Diese braune Forelle wurde in der Nähe einer Flussmündung gefangen

Tipp 3 Wenig Salz

Süßwassereinläufe ziehen die Forellen an. Dort wird reichlich Futter eingetragen, außerdem ist das Wasser häufig ein bisschen wärmer als in der Umgebung. Aber bitte Vorsicht! Da die Forellen im Winter zum Laichen in die Flüsse aufsteigen, ist das Angeln in den Mündungsgebieten häufig eingeschränkt oder verboten. In Dänemark ist man etwas liberaler, braune Forellen müssen aber auf jeden Fall zurückgesetzt werden. Ehrensache: Spätestens nach der zweiten braunen Forelle solltet Ihr Euch eine andere Stelle suchen.

 

Mit der Sbiro-Montage werft Ihr auch mit der Spinnrute die Fliegen weit raus

Tipp 4 Kleine Köder

Kleine Köder haben die Nase vorn! Blinker und Küstenwobbler bringen bestimmt den einen oder anderen Biss, aber Udo schwört auf Fliegen. Die Forellen sind nicht allzu aktiv und brauchen nicht mehr ganz so viel Nahrung. Da passt ein kleiner Snack einfach besser ins Beuteschema. Udo fischt mit einer Sbiro-Montage. Der Sbiro wird auf die dünne Geflochtene gefädelt. Als Vorfach kommen 3,50 Meter 0,25er Fluorocarbon zum Einsatz, an dessen Ende die Küstenfliege im Schlaufenknoten spielt.

Interessiert an mehr Tipps? Georg hat noch wissenswerte Informationen zu aggressiven Farben und gemäßigte Köderführung für Euch in der aktuellen RUTE&ROLLE 04/2019 

Text: Georg Baumann
Fotos: Georg Baumann und Udo Schroeter

 

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