Schwedisch-Lappland ist den Meeresanglern ein Begriff – als Transitregion auf der Durchreise Richtung Nordatlantik. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum dieser einsame Landstrich hinterm Polarkreis seine Geheimnisse bis heute bewahrt hat.

Dunkel, kalt und voller Mücken – so soll das grüne Herz Lapplands sein. Dieses Vorurteil ist fast so alt wie Lappland selbst. Und es hält sich so hartnäckig, dass bis heute die allermeisten Angeltouristen durch Lappland nur hindurchfahren, um an den Nordatlantik zu kommen. Deshalb ist der subarktische Norden Schwedens inklusive der angrenzenden Teile in den  Nachbarländern Finnland und Norwegen trotz seines immensen Reichtums an Gewässern und Fischen ein Geheimtipp für Insider geblieben. Für Raubfischangler wie mich, die es genießen, inmitten einer fantastischen Natur die meiste Zeit allein zu sein, ist Lappland dagegen ein Traum. Hier warten unverbaute Flüsse, verschwiegene Seen und versteckte Bäche in einer ungezähmten Landschaft, die von Rentieren und Elchen, Adlern und Singschwänen, Auer- und Schneehühnern, Bären und Luchsen bevölkert wird. Abseits der wenigen Straßen und Ortschaften spielt der Mensch nur noch eine bescheidene Gastrolle. Viele der Schutzgebiete Lapplands gehören zu den größten noch unbesiedelten Naturräumen Europas überhaupt.

Andererseits lockt dieser weitgehend unverfälschte Teil unseres Kontinents mit einer sehr facettenreichen Angelei. Die Großköhler- und Heilbutt-Jagd auf dem Nordatlantik gehört ebenso zu Lappland wie das Schleppangeln auf eiskalten Saiblingsseen im Fjäll zwischen Schweden und Norwegen oder die Äschenangelei auf den stark strömenden Lachsflüssen, die in Richtung Ostsee entwässern. Wer hochfrequentes Hecht- oder Barschangeln bis an die „Sättigungsgrenze“ sucht, ist in Lappland ebenso richtig wie der Genießer, der mehr die exklusive Angelei auf Lachse und Meerforellen oder sogar unerwartete Überraschungen wie Namaycush-Saiblinge schätzt. Selbst der Purist mit der Tenkara kommt an zugewachsenen Waldbächen auf seine Kosten.

Fischreiches Lappland!

Es stellt sich natürlich die Frage, warum Lappland ein Geheimtipp geblieben ist. Ist es natürlich nicht! Unter Outdoor- und Trekking-Freaks ist der Norden Europas eine feste Größe, unter Winterpauschalurlaubern auch. Und für Wohnmobilreisende gehört eine Skandinavien-Rundreise durch Lappland bis ans Nordkap und zurück schon lange nicht mehr zu den Geheimtipps. Nur unter Europas Angeltouristen ist das Innere Lapplands ein vergleichsweise selten angesteuertes Exotenziel geblieben…

Den kompletten Artikel lesen Sie in RUTE&ROLLE 12/2018!

Text & Fotos: Sven Halletz

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