Das Angeln auf Großaal ist superspannend, aber nicht immer einfach, weiß Jesco Peschutter. Wie auch Ihr zum Monsteraal kommt, verrät Euch der Kieler Jung.

Bei der gezielten Jagd nach dem kapitalen Aal beißen nicht viele Fische – dafür aber richtige Wasserschlangen

Plötzlich ist der Nachthimmel hell erleuchtet. Ganz unerwartet zieht ein heftiges Gewitter über den See. Die Windböen schaukeln das kleine Ruderboot ordentlich durch. Doch die beiden Anker halten. Der Regen prasselt in Strömen herab und mittlerweile bin ich trotz guter Bekleidung klitschnass. Aber der Regen ist mir fast egal, da der Wetterbericht diesen angekündigt hatte. Die immer wieder aus den Wolken hinabsausenden Blitze sind jedoch beängstigend und der ohrenbetäubende Donner verkündet, dass sich das Unwetter genau über mir befindet.

Für eine Flucht in den sicheren Hafen ist es längst zu spät. Dafür kam die Front einfach zu rasch und aus heiterem Himmel. Ich mach mich ganz klein und verkrieche mich unter der Bootsbank, um den Blitzen mitten auf dem See keinen Angriffspunkt zu bieten. Ein mulmiges Gefühl bleibt. Dann auch das noch: Von einer Rolle läuft kontinuierlich Schnur ab und an meinen beiden anderen Ruten beißt es ebenfalls. Ich lass die Aale erst mal machen, da es bestimmt keine gute Idee ist, mit einer Kohlefaserrute beim Gewitter mitten auf dem See mit dem Drillen zu beginnen. Dann lassen die Blitze endlich nach und ich krieche unter der Bootsbank hervor. Zeit, um die Ruten zu kontrollieren.

Zwei Tauwürmer am Haken sind für dicke Aale nur ein kleiner Snack

Schnur läuft keine mehr ab. An der ersten Rute fehlt der Tauwurm. Als ich die zweite Rute aufnehme und einen Anhieb setze, merke ich sofort starken Widerstand. Der Fisch hängt  im dichten Krautfeld fest. Aber es gelingt mir mit viel Kraft, den fetten Aal zu lösen. Trotz des großen Karpfenkeschers gestaltet sich die Landung mitten in der Nacht schwierig. Dann gleitet die Wasserschlange in den Kescher. Nur knapp am Meter vorbei – fast fünf Pfund wiegt der Großaal.

Ich bin sprachlos: was für eine dicke Überraschung! In dieser Nacht fange ich noch drei weitere Aale bis 88 Zentimeter. Ich bin einfach nur happy!

Gerät für die Großen

Da Aale über 80 oder 90 Zentimeter enorm viel Power besitzen, sollte das Gerät nicht zu leicht ausfallen. Ich verwende deshalb gerne Karpfenruten mit einer Testkurve von drei Pfund. Dazu passen stabile Rollen mit 0,38 bis 0,40er Monofiler. Es versteht sich von selbst, dass die Wirbel kräftig und robust ausfallen und wir das monofile Vorfach nicht unter einem Durchmesser von 0,35er wählen. Als Kescher kommt ein großer aus dem Karpfenbereich zum Einsatz, der die Landung der Wasserschlangen deutlich erleichtert. Wichtig: Taucht das Netz tief ins Wasser, damit der lange Aal keine Chance bekommt, sich wieder mit dem Schwanz herauszuwinden.

Der Kescher kann bei Ansitz auf die XXl-Aale nie groß genug sein

Köder für Kapitale

Um möglichst viel Aroma unter Wasser zu verströmen, setze ich auf zwei dicke Tauwürmer am Haken. Für Aale über 70 Zentimeter ist dies nur ein kleiner Snack, den sie schnell verschlingen. Als Hakengröße bewährte sich ein 4er oder 2er. Mir ist dabei sehr wichtig, dass diese extrem spitz sind und schnell im Maul des Aals greifen…

Wann auf Wasserschlangen?

Aale sind nachtaktiv. Das ist auch bei den großen Fischen so. Im Sommer fangen die Schlängler in den großen Seen meist dann an zu beißen, wenn das Restlicht vollkommen verschwunden ist. Oft stellen sich die ersten Bisse erst ab 0.30 Uhr ein. Mit vielen Großaalen pro Nacht dürfen wir nicht rechnen. Meist gehen ein bis zwei Exemplare an den Haken – dafür aber richtige Brocken! In guten Nächten können es aber auch schon mal vier Stück sein…

Den kompletten Artikel lest Ihr in der aktuellen RUTE&ROLLE 08/2018!

Text & Fotos: Jesco Peschutter

 

 

 

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