Johannes erklärt kurz und knackig die Klassiker der Finesse-Montagen. Außerdem ein paar weniger bekannte Rigs, die es ganz besonders in sich haben.

Die Auswahl an Montagen ist riesig. Alle lassen sich sehr langsam fischen. Das ist dann besonders wertvoll, wenn die Barsche auf schnellere Methoden nicht reagieren. Aber wann setze ich welches Rig ein? Gar nicht so einfach. Fest steht, dass es oft ein Rig des Tages gibt, das mit Köder X noch mal deutlich mehr fängt als mit Köder Y. Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Rigs durchzuprobieren.

Autor: Johannes Dietel

Urform: Ein Gummifisch am Haken und fertig ist das Weightless Rig

Weightless Rig

Die ursprünglichste und allereinfachste Finesse-Montage ist das Weightless Rig, bei dem der Köder ohne Gewicht auf den Haken gezogen wird. Würmer und schlanke Shads könnt Ihr damit super durchs Kraut und dicht unter der Oberfläche zupfen. Aber auch an hängerträchtigen Steinpackungen spielt das Rig seine Stärken aus. Vorausgesetzt, es herrscht keine Strömung. Unter Barschanglern ist sicher der einfach angeköderte Softjerk das beliebteste Weightless Rig. Für die Oberfläche habe ich einen weiteren Tipp für Euch: Bringt mal einen Easy Shiner in vier Inch am 2/0er Offset-Haken an und kurbelt den über die Wasseroberfläche. Der Schwanzteller vibriert extrem und schlägt das Wasser fast ein bisschen schaumig. In jedem Fall entstehen Blasen und feinste Lockgeräusche. Flach stehende Krautbarsche drehen bei dieser Präsentation durch.

 

Kickback Rig: Das Gewicht wird am kurzen Seitenarm montiert, der Köder spielt frei

Kickback Rig

Das Kickback Rig (KBR) ist eine simple Seitenarmmontage. Allerdings müssen wir bedenken, dass der Kickback-Effekt nur mit schwimmenden Ködern zum Tragen kommt: Nach dem Anzupfen kriegt der Köder am Seitenarm so viel Luft, dass er wieder nach hinten wegzuckt. Es stellte sich aber heraus, dass die Montage auch mit Gummis ohne Auftrieb super fängt.  Twister, Würmer, Krebse und Creatures sind die Topköder fürs KBR. Der Hauptvorteil der Montage ist die Trennung von Blei und Köder. Mit dem Kickback Rig lassen sich auch filigrane Köder an 80-Gramm-Bleibirnen in die Strömung rauspfeffern. So erreicht Ihr die Barsche, auf die sonst niemand fi scht. Am langen Seitenarm spielt der Köder vogelfrei. Zupft ihn nur ein bisschen an, lasst ihn stehen, faulenzt oder jiggt ihn – die Führungsmöglichkeiten sind unbegrenzt.

 

Das Jika Rig bekam seinen Namen von einem Hersteller. Es lässt sich aber schnell selbst basteln

Jika Rig

Das Jika Rig bekam seinen Namen von einem Hersteller, der die Montage aus Drop Shot-Blei und Offset-Haken vermarktete. Das Rig ist schnell selbst gebastelt: ein längliches Blei- oder Tungsten-Gewicht und einen Offset-Haken mit einem Sprengring verbinden. Fertig ist das Leaderless Drop Shot Rig (übersetzt: das vorfachfreie Drop Shot Rig). Mit dieser Finesse-Montage lässt sich besonders gut im Holz angeln. Auf kurze Distanz gibt es ganz wenig Hänger. Dazu gesellt sich eine lebendige Köderaktion. Auch dieses Rig lässt sich sehr variantenreich führen. Schaut Euch das im Wasser an und fischt es dann so, wie es Euch am besten gefällt. Barsche mögen oft genau das, was wir gut finden: Zittermomente, Ausschläge und Zuckungen.

Hier geht´s zum Barsch-Special, Teil 1: Hardbaits

Hier geht´s zum Barsch-Special, Teil 2: Gummi und Blech

Mehr interessante Rigs haben wir für Euch in RUTE&ROLLE Ausgabe 08/2018.
Johannes Dietel erklärt Euch außerdem: Mini-Spoons und –Spinner, Mormyschkas, UL-Wobbeln und UL-Finesse-Angeln!

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