Der Kampf mit einem zirka 130 Kilogramm schweren Wels ist niemals ein Zuckerschlecken. Was aber Black-Cat-Teamangler Benjamin Gründer und seinem Guiding-Gast Markus Brock Ende Januar am Po in Italien wiederfuhr, war noch weit spektakulärer! Seit mehr als einem Jahr spürte Benjamin Gründer auf seinen Touren immer wieder einen sehr großen Fisch mit seinem Echolot auf. Insgesamt speicherte er diesen 21-mal ab, auf einer Flussstrecke von fünf Kilometern. Gründer: „Zuerst habe ich immer gedacht, dass sind am Boden liegende Hindernisse, z.B. versunkene Bäume, die diese Art Echos erzeugen würden. Aber irgendwann war klar, dass musste ein Fisch mit monströsen Ausmaßen sein!“

Der Monsterwels aus Italien wiegt 130 Kilogramm und misst 268 Zentimeter

Im Dezember bekam er seine erste Chance, den Riesen zu fangen. Leider verlor er den Fisch im Drill, der auf gerade einmal 3,50 Meter Wassertiefe gebissen hatte und gleich wie eine Dampflock stromauf marschierte. Zum großen Unglück schlitzte der Haken aus und die Chance war vertan. Ende Januar ging es für Benjamin Gründer mit zwei Guiding-Gästen, Kai Weber und Markus Brock, wieder in das Wels Camp am Po der Familie Heiner, Ausgangspunkt für die von ihm angebotenen Vertikaltouren.

Mit ihm Gepäck hatte er die neuen Cat Balls von Black Cat. Diese wurden für eine Köderpräsentation entwickelt, um die Verführer geräuschlos und damit unverdächtig anbieten zu können. Gerade die kapitalen Waller des Po’s kennen mittlerweile das Vertikalfischen und die Geräusche, die ein normaler Bleikopf am Gewässergrund erzeugt. Bei sieben Grad Wassertemperatur zeigten sich die Fische wie erwartet extrem passiv. Die meisten Welse trafen die Angler in strömungsberuhigten Bereichen mit einer Wassertiefe von drei bis fünf Meter an.

Den Riesenfisch per Echolot aufgespürt

Bereits am zweiten Tag Ihre Vertikaltour spürte Benjamin wieder den vermeintlichen Riesenfisch auf, aber alle Versuche, ihn zum Biss zu überreden, verliefen zunächst erfolglos. Am 31. Januar bekamen die Angler eine neue Chance, sie spürten den Riesen per Echolot in etwa 600 Meter Entfernung zum Standplatz vom Vortag auf. Eine handlange Karausche am Rigging Hook der Größe 6 und einem Ghost Hook in der Größe 3 am 130 Gramm schweren Cat Ball sollte es richten und wurde nun schwebend über den Gewässergrund angeboten. Markus Brock bekam seine Chance und erhielt tatsächlich einen Biss. Ein Drill auf Biegen und Brechen begann. Die ersten 25 Minuten verliefen noch nach Plan.

Dennoch gewann Markus die Oberhand im Drill nicht und der Fisch blieb stur in der Tiefe. So schwamm er leider durch einen versunkenen Baum in sechs Meter Wassertiefe. Jetzt war Teamwork und Kreativität gefragt. Kai Weber musste versuchen, das Boot in der Strömung zu halten, während Markus Brock den Druck mit der Black Cat Vertikal LS Rute aufrechterhielt, und Benjamin Gründer mit dem Anker versuchte, die Schnur wieder aus dem Baum zu fangen.

Tatsächlich gelang es dem Profi-Guide, den gesamtem Baum mit dem Anker an die Oberfläche zu ziehen. Da keiner mehr genau wusste, wie die Schnur im Baum verdreht war, beschloss Gründer eine waghalsige Aktion: Er wickelte sich die Schnur um die Arme und Kai Weber schnitt die Schnüre ab. So konnten die beiden Gäste die Schnur aus dem Baum entwirren und anschließend wieder mit dem Ende zusammenknoten, dass ihr Guide sich um die Arme gewickelt hatte.

So nahm der Wahnsinn seinen Lauf und nach weiteren 20 Minuten kam der Fisch das erste Mal an die Oberfläche. Mit letzten Kräften konnten Markus Brock und Benjamin Gründer den Fisch schließlich ins Boot ziehen und allen war sofort klar, dass dieser Fisch absolute Ausnahmedimensionen hatte. 268 Zentimeter Länge ergab das Vermessen, auf das Wiegen wurde zum Wohle des Fisches verzichtet und auf etwa 130 Kilo geschätzt.