Er besteht aus Metall, wird bis über ein Kilo schwer, ist auf der ganzen Welt zu Hause und seit Jahrhunderten fangen Menschen mit ihm Fische: Der Pilker ist gemeint! Was hinter dem Klassiker steckt und wie er eingesetzt wird, erfährst Du jetzt:

Pilken – eine Angeltechnik, die schon zu Zeiten Fische brachte, als es noch gar keine Ruten gab. Angeln war damas natürlich noch nicht Hobby oder Sport, sondern Nahrungsbeschaffung. Seitdem hat sich vieles verändert, aber der Pilker hat in seiner Einfachheit überdauert: ein mehr oder weniger fischförmiges Stück Metall, schwer, um zügig abzusinken und ausgestattet mit einem Drilling am Ende.

Der Pilker und seine Eigenschaften

Natürlich gibt es den Klassiker heute in vielen bunten Farben, Formen und Größen. Und genauso breit ist auch sein Einsatzbereich. Die Kleinsten der Heavy-Metal-Familie wiegen nur ein paar Gramm und werden beim Angeln auf Barsch, Forelle oder Saibling eingesetzt. Allerdings sprechen Süßwasserangler dann eher von Zockern als von Pilkern. Im Meer kommen vor allem die größeren Brüder zum Einsatz. Je nach Tiefe, Strömung und Driftgeschwindigkeit des Bootes wählen wir das Pilkergewicht. An einem ruhigen Sommertag auf der heimischen Ostsee reichen oft nur 40 oder 50 Gramm, während in Norwegen auf offener See und bei großer Tiefe schon mal 500, 800 oder gar 1000 Gramm nötig sind. Grundsätzlich gilt: Fische mit Pilkern so leicht wie möglich und so schwer wie nötig. Der Metallköder soll sicher den Grund erreichen und sich dort kontrolliert führen lassen. Je schneller das Boot treibt und je tiefer das Wasser ist, desto mehr Gewicht benötigen wir dafür. Aber warum nicht gleich immer mit einen richtig schweren Pilker fischen? Ganz einfach: Schwere Modell sinken schneller und spielen in der Absinkphase weniger schön. Und genau darauf kommt es beim Pilken an.

Auf und nieder

Ein Pilker will zum Leben erweckt werden. Und das geschieht durch zügige Auf- und Abbewegungen der Rute – wir sprechen von pilken. Aber machen wir doch mal einen Wurf zusammen: Wurf? Genau! Pilker können wir einfach direkt am Boot ablassen, aber auch werfen. Letzteres macht vor allem im flachen Wasser Sinn, da vor allem große Boote (der Angelkutter zum Beispiel) eine Scheuchwirkung auf die Dorsche ausüben. Deshalb fangen in der Regel die Angler besser, die den Pilker in einiger Entfernung zum Schiff anbieten. Bewegt sich der schwimmende Untersatz bei Windstille kaum vom Fleck, ist es ebenfalls wichtig zu werfen. Nur so können wir jetzt die Wasserfläche nach Fischen absuchen. Wir werfen also aus. Der Pilker klatscht ins Wasser und wir lassen ihn bei geschlossenem Rollenbügel an gestraffter Schnur absinken. Kommt er am Grund auf, spüren wir das an einem kleinen Ruck in der Rute und sehen es an der plötzlich erschlaffenden Schnur.

Dann wird gepilkt: Rute etwas Richtung Köder führen, dabei die lose Schnur einkurbeln. Jetzt die Rute ruckartig nach hinten zurückführen. Das kann in einer langen, aber auch zwei oder drei kurzen, schnellen Bewegungen passieren. Unter Wasser steigt der Pilker jetzt vom Grund auf. Anschließend lassen wir ihn wieder absinken. Während der blitzende Metallfisch zurück gen Grund trudelt, kommen die meisten Bisse – also schön aufpassen! Noch einfacher ist es, wenn wir direkt unterm Boot fischen: ablassen bis zum Grund, pilken und immer wieder zwischen den Auf- und Abbewegungen am Boden aufkommen lassen. Es lohnt sich, mit der Führungsweise etwas zu experimentieren. Manchmal mögen es die Fische, wenn der Pilker in Riesensätzen durchs Wasser flitzt, oft führen aber auch kleine, zaghafte Sprünge zum Erfolg, bei denen sich der Köder nur eine Handbreit vom Grund löst.

Gebogen oder gerade

Je stärker ein Pilker gebogen ist, desto lebhafter spielt er im Wasser. Kehrseite der Medaille: Er sinkt auch langsamer ab. Kommt es darauf an, bei starker Drift und großer Tiefe schnell zum Grund zu gelangen, verzichten wir besser auf das lebhafte Spiel und greifen zu einem kompakten, wenig bis gar nicht gebogenen Modell. Lassen es die Bedingungen jedoch zu, sollten wir eher den gebogenen Pilker wählen. Er reizt die Fische einfach mehr. Der Metall-Klassiker wird übrigens gerne in Verbindung mit sogenannten Beifängern gefischt. Das sind zusätzlich Köder, die an Mundschnüren über dem Pilker befestigt werden – oft Twister, Fliegen oder Gummi-Oktopusse. Mit Beifängern bieten wir den Fischen gleichzeitig auch kleinere Nahrung an und erhöhen damit unsere Fangchancen. Übertreiben sollten wir es aber nicht. Ein, maximal zwei Beifänger pro Montage genügen. Die Zusatzhappen bremsen beim Absinken und stören schnell das Spiel des Pilkers. Und gerade das macht den Klassiker ja so zeitlos fängig. Überzeug Dich einfach selbst davon!

 

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