Das Angeln auf Meerforelle ist voll im Trend. Viele zieht es mit der Wathose an die Küste, um pures Ostseesilber in den Kescher zu führen. Jesco Peschutter gibt Dir sieben Tipps für mehr Bisse und fette Fänge.

AUTOR Jesco Peschutter     FOTOS Timo Keibel, Jesco Peschutter, RR-Archiv

Solche silbernen Meerforellen warten an der Ostseeküste auf die Angler

 

1. Setze auf die richtige Zeit

Beim Meerforellenangeln spielt die richtige Zeit eine wichtige Rolle: zum einen die besten Monate für erfolgreiche Stunden am Wasser, zum anderen die beste Tageszeit für viele Bisse. Sehr gute Chancen für tolle Fänge hast Du von September bis April. Für mich ist die Zeit von Ende Februar bis Anfang April am vielversprechendsten, weil dann immer mit schönen Fischen zu rechnen ist. Aber auch im Winter lassen sich fette Überspringer und Silberbarren fangen. Wenn ich im Winter losziehe, achte ich darauf, dass die Lufttemperatur über zehn Grad liegt, was in den letzten Jahren recht häufig der Fall war und eine super Fischerei verspricht. In der kalten Jahreszeit sind die Mittagsstunden oder frühen Nachmittagsstunden oft am besten, weil sich das Uferwasser dann etwas erwärmt hat. Im März und April solltest Du jedoch schon in der Dämmerung am Spot sein, weil die Meerforellen oft nur ein kurzes Beißfenster am frühen Morgen zeigen. Manchmal lohnt sich auch der späte Abend noch einmal.

Diese super Meerforelle fing Jesco am frühen Morgen

 

2. Achte auf den Wind

Meerforellen lieben es, wenn das Wasser aufgewühlt ist und der Wind auf den Strand bläst. Die Welle macht die Fische aktiv, weil viel Nahrung im Wasser freigespült und nun zur leichten Beute wird. Suche Dir deshalb am besten Küstenabschnitte aus, an denen Du bei auflandigem Wind fischen kannst. Vor allem, wenn das Wasser angetrübt ist, sind die Meerforellen in Beißlaune und lassen sich super fangen. In einer „trüben Suppe“ solltest Du dann aber auf auffällige Blinker und Fliegen setzen, die von den Salmoniden besser wahrgenommen werden. Rot- und Orangetöne, knallige Grünfarben oder pinke Muster sind immer einen Versuch wert.

Auflandiger Wind erhöht die Chancen auf beißfreudige Fische

3. Nutze Blinker für große Meerforelle

Möchtest Du eine große Meerforelle über 60 oder gar 70 Zentimeter fangen? Dann solltest Du auf jeden Fall ein paar Meerforellenblinker in Deiner Köderbox haben. Sehr viele meiner wirklich großen Meerforellen fing ich auf Blinker. Warum ist das so? Ganz einfach: Die fetten und kapitalen Meerforellen sind Heringsfresser oder haben Sandaale und andere Fischchen als Hauptbeute. Klar, ab und an beißt auch mal eine große Meerforelle auf Fliege, aber die XL-Exemplare stehen nun mal voll auf Fisch! Bei klarem Wasser darfst Du silberne Blinker und welche in Blau- oder Grüntönen anbieten, die Heringe oder Sandaale perfekt imitieren. Wenn das Wasser allerdings trüb ist, sind auch Schockfarben eine gute Wahl. Wichtig ist beim Angeln mit Blinker, diesen nicht nur monoton einzukurbeln, sondern auch Spinnstopps einzulegen und den Köder variantenreich zu führen.

Eine tolle Meerforelle, die auf einen Durchlaufblinker biss

4. Nimm Fliegen für mehr Bisse

Wer gerne viele Bisse bekommen und mehrere Meerforellen fangen möchte, der sollte anstatt auf einen Blinker lieber auf eine Fliege setzen. Nicht selten gibt es mit diesen künstlichen Mustern viel mehr Aktionen und Fische im Kescher. Auch wenn die Durchschnittsgröße meist deutlich kleiner ist als beim Spinnfischen mit Blinker, Ausnahmen bestätigen hier die Regel, so ist eine Fliege am Vorfach doch oft noch der Retter des Tages und führt sogar häufig zu wahren Sternstunden an der Küste. Du kannst die Fliege, wie eine Polar Magnus, ein Shrimp-Imitat oder einen Tangläufer, ganz klassisch an der Fliegenrute servieren. Wer allerdings noch nicht so viel Erfahrung mit dem Fliegenfischen besitzt, der darf gerne auch zum Sbirolino greifen und hinter diesem am 2,50 bis 3,50 Meter langen Vorfach die Meerforellenfliege anbieten. Und wenn Du doch lieber mit Blinker fischt, dann empfehle ich Dir zusätzlich eine Springerfliege etwas vor dem „Eisen“ einzubinden – probiere es ruhig mal aus.

Wer mit Fliegen angelt, der bekommt in der Regel mehr Bisse

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