Aggressive Attacken, brachiale Bisse und kraftvolle Kämpfe, das Angeln auf Golden Dorados ist ein Erlebnis, das sich ins Gedächtnis brennt! Markus Androšević über die Fischerei am anderen Ende der Welt.

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Markus stemmt einen dicken Golden Dorado

Markus stemmt einen dicken Golden Dorado

Argentinien ist für die meisten von uns das Land der Leonel Messis und Diego Maradonnas, der Geburtsort des unverwechselbaren Tangos, die Wiege des Peronismus, und zu guter Letzt, das Herkunftsland schmackhafter Rindersteaks. Doch aus anglerischer Sicht ist es den wenigstens von uns ein Begriff. Zugegeben, der eine oder andere passionierte Fliegenfischer hat wahrscheinlich schon mal von den Salmoniden in Tierra del Fuego gehört, bei uns vielleicht besser bekannt als Feuerland, aber nur wenige verirrten sich auch tatsächlich in diese Gegend. Doch, bei aller Liebe den Forellen und Lachsen gegenüber, diese Fische sind es nicht, weshalb man nach Argentinien fliegen sollte!

Gold statt Silber

Der Name Argentinien leitet sich vom lateinischen Wort argentum ab, was Silber bedeutet. Die alten Spanier hofften, als sie die Gegend um Buenos Aires erreichten und den Rio de la Plata, welcher sich aus den zwei großen Flüssen Parana und Uruguay bildet, emporfuhren, Silber und andere Edelmetalle zu finden. Vorweg, Silber fand man dort nie, aber dafür finden passionierte Angler bis heute Gold. Die Rede ist vom mächtigen und wunderschönen Dourado, eher bekannt unter seinem Englischen Namen, Golden Dorado.

Betrachtet man den Dourado, denkt man wahrscheinlich automatisch an die vorher erwähnten Forellen, ähnelt er doch einer muskulösen und bezahnten Bachforelle mit einem ausgesprochenem Faible für Gold. So kommt es auch, dass der lateinische Name dieses kampfstarken Fisches Salminus brasiliensis lautet. Obwohl es sich um einen salmlerartigen Fisch handelt, benannte man die Gattung aufgrund des Lachs-ähnlichen Erscheinungsbildes und der Fettfloße Salminus. Der Dourado besitzt einen bulligen Körperbau mit einem großen Kopf und äußerst kräftigen Kiefern, die mit messerscharfen Zahnreihen besetzt sind.

Aggressive Räuber

Als Apex-Räuber wird er über 110 Zentimeter lang und erreicht ein Gewicht von über 30 Kilo. Fänge über 20 Kilo sind  keine Seltenheit. Er hat eine strahlend goldene Farbe mit kleinen schwarzen Punkten auf den Schuppen. Die Flossen der Golden Dorados sind, je nach Alter und Region, hell gelblich bis orange gefärbt, und er hat einen schwarzen Streifen, der die Schwanzflosse teilt. Wir finden ihn von Nordbrasilien über Bolivien und Paraguay bis nach Uruguay und dem nördlichen Argentinien, wo er in großen und kleinen schnell fließenden Flüssen lebt. Es handelt sich um einen räuberischen Opportunisten. Er ernährt sich von allem, was langsamer ist als er selbst.

Als Sportfisch ist er mit seiner Größe, Aggressivität und Sprungfreudigkeit kaum mit einem anderen Süßwasserfisch zu vergleichen. Bei richtigen Wasserbedingungen ist das Spinnfischen mit Oberflächenködern die ideale Angelmethode. Der Biss ist extrem hart und erinnert an eine Frontalkollision, dabei katapultiert sich der Dourado bei der ersten Attacke oftmals komplett in die Luft und liefert spektakuläre Fluchten, bei denen er auch bis zum Ende noch ganz aus dem Wasser springen kann.

Popper für actiongeladene Angelei

Popper für actiongeladene Angelei auf Golden Dorados

Golden Dorados: Wege zum Fisch

Die weltweit beste Destination für große Dourados befindet sich im Norden Argentiniens, in der Provinz Entre Rios. Als argentinisches Angelmekka gilt die Stadt Concordia. Sie liegt direkt am Rio Uruguay. Hier dreht sich fast alles um den Fluss, die Angelei und natürlich den Dourado. Meist kommen Argentinier und Südamerikaner zum Angeln, aber internationale Touristen, vor allem aus den USA und Kanada, finden sich ebenfalls unter den regelmäßigen Stammgästen. Lokalen Guides bieten Tagesausflüge auf dem Rio Uruguay an.

Bei der Angelei gibt es zwei Haupttechniken, mit denen die lokalen Fischführer dem Dourado nachstellen. Das Angeln mit Köderfischen beim Flussabwärtstreiben zählt zur beliebtesten Methode. Als Köder wird ein Verwandter der Zitteraale, die Morena, genutzt. Der Geruch dieses aalähnlichen Fisches ist sehr intensiv und die Räuber finden ihn sehr schnell im trüben Wasser. Bei dieser Art der Angelei platziert der Guide das Boot neben einen markanten Hotspot und lässt es anschließend vorbeitreiben. Der Köderfisch wird an einem großen Einzelhaken angeködert und ohne Beschwerung nahe des Hotspots geworfen, wo er dann hoffentlich von den Douraden attackiert wird. Als Beifang gibt’s neben großen Roten Piranhas auch verschiedene Welsarten.

Spektaukuläre Attacken

Die zweitbeliebteste Methode ist das Spinnfischen. Je nach Wasserstand und Jahreszeit servieren die Angler ihren Köder von der Oberfläche bis zum Grund. Bei Niedrigwasser ist natürlich das Fischen mit schnell geführten Oberflächenködern die beste Methode. Große Popper mit kräftigen Drillingen werden dabei schnell und durchgehend eingekurbelt. Dabei machen sie ordentlich Krach und reizen die Räuber zum Angriff. Dies ist definitiv die spannendste Methode, da die Douradoattacken an der Oberfläche unglaublich aggressiv und somit für den Angler sehr nervenaufreibend sind. Bei Hochwasser bewährten sich tief laufende Wobbler, die eher ruhiger  geführt werden. Im Sommer laufen XL-Blinker und -Spinner gut. Sie werden meist mit großen Einzelhaken im Flachwasser geführt und bringen viele, aber meist kleinere Golden Dorados.

Welche Welse beißen?

Neben dem Dourado gibt es verschiedene andere Fischarten, auf die sich ein Versuch lohnt. Der zweitbeliebteste Fisch ist die Boga, eher als Piapara bekannt. Der vorzügliche Speisefisch gehört ebenfalls zu den Salmlerartigen, und erinnert von seiner Lebensweise stark an unsere Flussbarbe. Bogas werden meist mit Mais oder Teig am Grund beangelt. Sie zählen zu den kampfstärksten Süßwasserfischen, fliehen oft dutzende Meter weit und liefern auch hohe Sprünge.

 

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