Maden verwenden alle Stipper für Friedfische – aber was ist mit Fleisch? Andy Phelps setzt gerne Köstliches aus der Dose ein, um Brassen & Co zu verführen. Er zeigt Euch, wie er mit Frühstücksfleisch an der Kopfrute vor allem die besseren Fische fängt.

Autor Andy Phelps      Fotos Andy Phelps

Frühstücksfleisch ist ein super Köder zum Angeln auf Brassen – davon ist Andy Phelps überzeugt

Vom Frühjahr bis zum Spätherbst gibt es einen Köder, mit dem sich besonders die großen Friedfische fangen lassen: Frühstücksfleisch! Eine Alternative ist Fleischwurst aus dem Supermarkt – funktioniert ebenfalls super und diese ist noch etwas zäher mit weniger Fett. Aber heute will ich Euch das Angeln mit Frühstücksfleisch aus der Dose näherbringen.

Würfel herstellen

Die Zubereitung ist ganz einfach. Ihr könnt das Frühstücksfleisch entweder mit einem Messer in Würfel schneiden oder einen Fleischschneider verwenden. Ich selbst besitze drei Größen von diesen speziellen Schneidern. Heute nehme ich den, der mir Würfel in sechs Millimeter produziert. Alles, was Ihr machen müsst, ist das Fleisch aus der Dose zu nehmen, es in den Schneider auf die Seite mit den langen Drähten zu legen und mit dem Stößel durchzuschieben. Dann dreht Ihr den Schneider um und presst das Fleisch erneut, bis alle Würfel herauskommen.

Anschließend gießt Ihr kochendes Wasser drüber, um einen Teil des Fettes herauszuwaschen. Das Problem bei Fleisch mit hohem Fettgehalt ist, dass ein Teil davon im Wasser schwimmt oder nicht gleichmäßig absinkt. Das führt dazu, dass einige Fische in der oberen Wassersäule bleiben und unserem Köder nicht bis zum Grund folgen, wo es jedoch einfacher ist, die Flossenträger zu fangen. Nach 20 Minuten gieße ich das Wasser ab und gebe etwas Aroma in Form von Fleisch-Liquid hinzu, um die Anziehungskraft zu erhöhen.

Am Anfang werden 60 Fleischwürfel mit einem Pole Cup punktgenau am Spot gefüttert

Fleisch pur

Ich bevorzuge sechs Millimeter große Fleischwürfel. Geringere Größen locken Kleinfische an, die solange am Köder rumknabbern, bis er abfällt. Der Vorteil beim Angeln mit Fleisch ist, dass Ihr in der Regel kein Grundfutter benötigt. Nur an größeren Gewässern oder bei vielen anderen Anglern am See verwende ich einen Futtermix, um die Fische an den Platz zu locken. Im Allgemeinen beginne ich aber mit etwa 60 Fleischwürfeln im Pole Cup und serviere die Kost direkt am Angelplatz. Die heutige Session ist ein wenig tricky, da links neben mir ein paar Karpfenangler die Nacht durchgeangelt haben. Und wir wissen, dass Karpfenangler gerne mal etwas mehr füttern!

Die Montage

Die Posen, die ich heute verwende, sind die Drennan AS1 mit einer Tragkraft von 0,5 Gramm, da diese einen Drahtstiel besitzen und bei Wind perfekt im Wasser stehen. Rund 30 Zentimeter vorm 0,12 Millimeter dünnen und zehn Zentimeter langen Vorfach befestige ich die meisten Bleischrote. Nur zwei einzelne werden darunter festgeklemmt. Am Vorfachende befindet sich ein Haken der Größe 14. Damit der Köder auf diesem bleibt und die Spitze herausschaut, um den Fisch sicher zu haken, nehme ich ein Modell mit weitem Hakenbogen. Als Gummizug an der Kopfrute verwende ich ein Middy Reactacore 8-12. Der Grund: Ich möchte große Fische fangen und einen relativ kleinen 14er Haken fischen. Je kleiner der Haken, desto leichter sollte der Gummizug sein. Ansonsten würde der Anhieb nicht durchkommen.

Der 14er Haken wird mit einem Fleischwürfel beködert. Wichtig: Die Hakenspitze muss herausschauen!

Häufig nachfüttern

Ich habe eine flache Stelle in 13 Metern Entfernung zum Ufer gefunden, wo der Boden eben ist und wenig Schlick aufweist. Die Wassertiefe beträgt rund 1,6 Meter. Zu Beginn füttere ich mit bis zu 60 Fleischwürfeln und lasse den Spot ein paar Minuten in Ruhe. Erst dann beködere ich meinen Haken. Auf diese Weise lässt sich abschätzen, wie viele Fische am Platz sind. Wenn Blasen aufsteigen, ist das ein sicheres Zeichen, dass die Fische bereits am Fleisch-Büfett eingetroffen sind. Aber manchmal dauert es, bis die beschuppten Freunde mit dem Fressen beginnen. Wichtig ist das genaue und häufige Nachfüttern, sodass die Abnehmer interessiert bleiben. Nach der anfänglichen Fütterung mit einem großen Pole Cup verwende ich einen kleineren am Ende des Top Kits, sodass ich geringe Mengen Fleischwürfel – fünf bis zehn Stück alle paar Minuten – punktgenau präsentieren kann.

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