Hechte fangen ohne Boot – an vielen Gewässern eine echte Herausforderung. Doch mit passender Ausrüstung und clever ausgewählten Ködern kommt Ihr auch an großen, tiefen und stark bewachsenen Seen zum Erfolg. Tobias Norff gibt Tipps.

Autor Tobias Norff     Fotos Tobias Norff

Norff Hecht

Tobias Norff fing diesen guten Hecht vom Ufer

Der Vereinskollege am gegenüberliegenden Ufer hat sichtlich zu kämpfen. Er tut mir richtig leid, wie er da in seinen Turnschuhen am Ufer steht, und versucht, seinen Wobbler gegen den Wind wenigstens bis zur ersten abfallenden Kante zu schleudern. Der Wurfkorridor beschränkt sich auf die schmale Schilflücke vor ihm. Links und rechts den Bereich vorm Schilf abzufischen, ist ihm unmöglich. Dafür müsste er ins Wasser waten. Seine Rute ist trotzdem regelmäßig krumm – weil sich bei jedem zweiten Wurf kiloweise Grünzeug an den Drillingen seines Köders verfängt. Am nächsten Platz sieht es nicht besser aus. Und so beobachte ich von meinem Karpfenangelplatz aus, wie der Kollege noch einige weitere Schilflücken abfischt und frustriert einpackt. Auf dem Rückweg kommt er bei mit vorbei und wir quatschen ein wenig. „Überall Kraut, hier kannste echt nicht angeln.”, klagt er mir sein Leid. Ich gebe ihm gerne einige Tipps mit auf dem Weg, damit er beim nächsten Mal nicht ganz so auf verlorenem Posten steht. Welche das sind, erfährt Ihr im Folgenden.

Die Herausforderung auf Hechte

Groß, tief, die Ufer mit Schilf gesäumt, der Gewässergrund vielerorts mit Kraut bewachsen – solche Seen beherbergen oft sehr gute Hechtbestände. Für Uferangler stellen sie jedoch eine besondere Herausforderung dar. Sie müssen sich hier mit den oft nur spärlich vorhandenen Zugängen zum Wasser arrangieren und krautbewachsene Flachstellen überbrücken, um an die Hechte zu kommen. Bereiche, die sich vom Boot aus kinderleicht mit allen möglichen Ködern abfischen lassen, sind für Uferangler oft nur schwer oder gar nicht erreichbar. Da muss man sich schon was einfallen lassen, um einigermaßen effektiv auf Hecht zu fischen.

Wathose Hecht

Mit einer Wathose angeln wir deutlich effektiver auf Hechte

Reichweite erhöhen

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Falls Ihr keine habt, besorgt Euch eine Wathose, wenn Ihr an Baggerseen und ähnlich strukturierten Gewässern erfolgreich sein möchtet. Ich kann hier nur zu einem atmungsaktiven Modell raten. Denn als Uferangler an relativ großen Seen legt man über den Tag einiges an Strecke zurück. Da ist eine leichte, Atmungsaktive definitiv angenehmer als eine Gummi- oder Neoprenhose. Dank Wathose habt Ihr auf einmal viel mehr Fläche, die Ihr effektiv beangeln könnt. Denkt nur mal an die eingangs erwähnten Schilflücken. Statt zwischen dem Schilf hindurch immer nur geradeaus werfen zu können, seid Ihr nun in der Lage – natürlich abhängig von der Tiefe – soweit ins Wasser zu waten, dass Ihr den Bereich vor Euch fächerförmig bis zu beiden Seiten des Schilfgürtels absuchen könnt. Die Anzahl der sinnvollen Wurfbahnen vervielfacht sich. Auch krautbewachsene Flachwasserbereiche, in denen ständig der Köder hängenbleibt, verlieren ihren Schrecken. Mit der wasserdichten Hose watet Ihr bequem bis an die abfallende Kante zum tieferen Wasser – und habt damit einen ganz spannenden Bereich direkt vor der Nase.

Kein Fall für die Multirolle

Vom Boot aus spielt die Wurfweite meistens eine untergeordnete Rolle – beim Watfischen ist sie an vielen Stellen absolut entscheidend. Spätesten ein paar Wochen nach der Laichzeit zieht es die besseren Hechte wieder in tieferes Wasser… (den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 08 Eurer RUTE & ROLLE).

 

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