Tobias Norff liebt das Angeln auf Karpfen mit Schwimmbrot. Wo es funktioniert, wie er dabei vorgeht, welche Montage er nutzt und welche Köder fangen, verrät er Euch im Folgenden.

Autor Tobias Norff Fotos Tobias Norff

Schwimmbrot Karpfen

Beim Oberflächenfischen mit Brot fing Tobias diesen super Spiegelkarpfen

Schon wieder dreht der Wind an diesem spätsommerlichen Nachmittag. Die angefütterten Brotflocken treiben längst außerhalb meiner Wurfweite, als es passiert: Ein Schwall an der Wasseroberfläche verrät den Karpfen, der sich einen der Leckerbissen gönnt. Jetzt ist der Kollege offensichtlich auf den Geschmack gekommen – und sammelt ein Brotstück nach dem nächsten ein. Das ist meine Chance! Ich schultere das Gepäck und mache mich schwitzend im Laufschritt auf zur anderen Seite der Bucht. Von dort aus müsste ich den Fisch eigentlich anwerfen können. Völlig außer Atem erreiche ich eine kleine Lücke im Schilf und habe Glück: Der Karpfen ist noch aktiv. Ich kann ihn durch die Polbrille gut sehen, schätze ihn auf deutlich über 15 Kilo. Mit zittrigen Fingern stecke ich ein Brotstück auf den Haken und werfe aus. Das Platschen der auftreffenden Montage erregt die Aufmerksamkeit des Karpfens. Er dreht und schwimmt gemächlich direkt auf meinen Hakenköder zu. Eine Mücke sticht mir in die Wade. Nach ihr zu schlagen, wage ich nicht. Jetzt bloß keine verräterische Bewegung machen! Plötzlich geht alles ganz schnell: Der Karpfen erreicht die Brotflocke mit meinem Haken darin, steigt auf, öffnet das Maul – schließt es wieder und dreht ab. Während er davonschwimmt, darf ich sein breites Kreuz noch ein letztes Mal bestaunen. Er wird an diesem Tag nicht wiederkommen… Das Oberflächenangeln ist mitunter anstrengend, manchmal frustrierend, aber immer spannend – und ich liebe es! Einen Karpfen auf Sicht zu fangen, toppt einfach alles.

Wann und wo mit Schwimmbrot?

Schwimmbrot

Brötchen und Toastbrot sind die Nummer eins unter den Oberflächenködern

Die Zeit zum Oberflächenangeln beginnt früher, als viele denken. Es klappt längst nicht nur an heißen Sommertagen. Bereits im Frühling, wenn die Karpfen die sich schnell erwärmenden Flachwassergebiete aufsuchen, könnt Ihr mit Schwimmbrot Erfolg haben. Zuverlässiger funktioniert die Nummer allerdings etwas später im Jahr. Nach der Laichzeit bis in den frühen Herbst hinein stehen die Chancen auf einen Thriller an der Wasseroberfläche ausgezeichnet. Durchgehend flache, überschaubare Seen eignen sich perfekt zum Oberflächenfischen. Hier sind die Karpfen nie weit weg von der Wasseroberfläche und entdecken daher recht schnell unsere schwimmenden Leckerbissen. Kleine Gewässer machen es uns außerdem leichter, dem treibenden Brot zu folgen und in eine gute Wurfposition zu kommen, wenn die Fische auf das Angebot eingehen. Es kann aber auch an wirklich großen Seen funktionieren. Dort solltet Ihr Euch dann vor allem auf flache Areale und die Uferbereiche konzentrieren. Wenn die Karpfen flach ziehen, könnt Ihr sie manchmal auch über tiefem Wasser an der Oberfläche fangen.

Füttern und warten

Köder

Gibt es Probleme mit Weißfischen, sind schwimmendes Hundefutter und schwimmende Pellets Tobias erste Wahl

In der Regel macht es keinen Sinn, „blind“ mit Schwimmbrot zu fischen. Erst, wenn die Karpfen Nahrung von der Oberfläche aufnehmen, solltet Ihr den Hakenköder präsentieren. Oberflächenfischen besteht zu 99 Prozent aus füttern, beobachten, wieder füttern und warten. Wenn es die Gewässerstruktur hergibt, bringe ich an verschiedenen Stellen in schöner Regelmäßigkeit Futter ein. Dabei kommen über den Tag schon mal ein paar Kilometer Laufstrecke zusammen. Der Vorteil beim Oberflächenangeln: Fressen die Karpfen, könnt Ihr das kaum übersehen – und dann wird es spannend! Zeigen sich Fische in unmittelbarer Ufernähe, braucht es keine echte Montage. Bindet einfach einen stabilen Haken der Größe 4 bis 6 an die Hauptschnur. Ein paar Meter lässt sich der Köder immer rausschlenzen. In der Regel ist jedoch zusätzliches Wurfgewicht notwendig, weil die Karpfen doch etwas weiter draußen fressen. Es schadet keinesfalls, etwas Wurfweitenreserve in der Hinterhand zu haben. Häufig ändern sich die Bedingungen beim Oberflächenangeln recht plötzlich, weil der Wind dreht und das Futter auf einmal ganz woanders landet. Meine bevorzugte Montage besteht aus einer klassischen Oberflächenpose (englisch: Surface Controller oder Controller Float), die ich auf einen konisch zulaufenden Gummischlauch (Anti Tangle Sleeve) schiebe. In diesem steckt auch der kleine Wirbel, der die Hauptschnur mit dem gut 100 Zentimeter langen Vorfach verbindet. Nach verschiedenen Versuchen bin ich bei dieser Montage gelandet, weil sie im Gegensatz zu anderen Varianten kaum anfällig für Verwicklungen ist. Ein wichtiger Punkt, denn wenn ich die Chance auf einen Biss bekomme, will ich sie keinesfalls durch eine verhedderte Montage versemmeln… (den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 07 Eurer RUTE & ROLLE).

 

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