Die dänische Insel Langeland hat für Angler viel zu bieten. Im April besuchten Jesco Peschutter und Ronald Wille das einzigartige Revier, um einige Fische ans Band zu bekommen.

Gerade im Frühjahr überzeugt Langeland mit einer ausgezeichneten Meerforellenangelei. Diese fing Jesco an der Südspitze vor Dovns Klint

Die Wellen plätschern gegen die Wathose, das Ostseewasser ist leicht angetrübt und überall zwischen den Steinen wimmelt es von Tangläufern und einigen kleinen Fischchen. Die perfekte Nahrung für unseren Zielfisch Nummer eins: die Meerforelle. Lange dauert es nicht und Ronald steht mit krummer Rute hüfttief im noch kühlen Nass. Dann landet der erste Salmonide unserer Tour im Kescher ‒ die Freude ist riesig!

Suche nach Langeland-Silber

Fliegen wie der von Ronald selbst gebundene „Samsø Killer“ fingen auf Langeland ausgezeichnet

Für mich und meinen Freund Ronald ging es das erste Mal zum Angeln nach Langeland. Schon Wochen vor der Reise beobachteten wir das Wetter und füllten mit freudiger Erwartung unsere Fliegen- und Blinkerboxen. Dann endlich war es soweit: Ronald kam aus Mecklenburg-Vorpommern nach Kiel, wo wir noch schnell den Wocheneinkauf erledigten. Dann ging es auch schon weiter Richtung dänische Grenze. Gegen Nachmittag erreichten wir Langeland und trafen dort Björn Otto von Angelreisen Halver, der die fünf Angeltage zusammen mit uns fischen wollte. Wir machten es uns erst einmal in der gut ausgestatteten Ferienunterkunft in Bukkemose gemütlich. Am nächsten Tag sollte es zum Meerforellenangeln mit der Wathose gehen. Und dann stehen wir endlich am Strand ‒ besser gesagt vor einer traumhaften Kulisse im Wasser bei Snøde Øre. Hier wollen wir einen ersten Versuch starten. Vom Parkplatz bis zur Landspitze sind es rund 600 Meter. Dort liegt ein Riff mit Steinen und Blasentang, welches immer wieder tolle Meerforellen hervorbringt. Bei unserem Besuch sind die fetten Silberbarren leider nicht zu Hause. Macht nichts: Wir genießen die Stimmung am Wasser und schauen den Schweinswalen zu, wie sie weiter draußen am Jagen sind.

Erster Kontakt

Traumhafter Sonnenuntergang vor Ristinge Klint: Hier bissen gleich einige Meerforellen

Unseren nächsten Meerforellen-Trip starten wir an der Westküste Langelands am Ristinge Strand und arbeiten uns weiter Richtung Ristinge Klint vor. Dort wird es immer steiniger und tieferes Wasser liegt in Wurfweite. An diesem Spot ereignet sich die am Anfang beschriebene Szene, bei der Ronald seine erste Insel-Meerforelle fängt. Die Fische sind vor Ort und das angetrübte Wasser sowie die aufgewirbelte Nahrung machen die Meerforellen bissig. Schnell folgen weitere Kontakte und gelandete Silberlinge. Jeder von uns überlistet Meerforellen. Ronald auf Durchlaufblinker in Sandaal-Form, Björn auf normale Küstenblinker und ich auf Fliege, die hinter einem Sbirolino Bisse bringt. Die Durchschnittsgröße ist noch ausbaufähig, aber der Anfang ist gemacht.
Am nächsten Tag fahren wir wieder nach Ristinge Klint, aber die Bedingungen haben sich über Nacht geändert. Zwar ist noch eine leichte Welle vorhanden, die Trübung und Nahrung sind jedoch vollkommen verschwunden. Und was ist mit den Meerforellen? Schon beim ersten Wurf bekomme ich einen vorsichtigen Biss auf meine Sbiro-Montage. Die Fische sind heute aber deutlich zickiger und keiner der leichten Anfasser bleibt bei mir hängen. Ronald hat mehr Glück. Er schafft es, eine Meerforelle beim Fliegenfischen von seinem angebotenen Muster zu überzeugen. Am Abend färbt sich der Himmel rot-orange ‒ bei einem herrlichen Sonnenuntergang vor der Steilküste machen wir die letzten Würfe.

Plattfisch vom Boot auf Langeland

Ronald mit einer von vielen Schollen, die auf Seeringler stand

Wir lassen die Meerforellen vorerst einmal in Ruhe und wollen am darauffolgenden Tag zeitig in See stechen. Vom Kleinboot starten wir kurz vor sechs in der Früh, um zum Plattfischangeln zu fahren. Mit an Bord sind reichlich Seeringelwürmer. Nachdem wir alles Tackle im Boot verstaut haben, verlassen wir den Hafen von Bagenkop. Unsere anvisierten Plattfischgründe liegen nur wenige Bootsminuten entfernt. Bei der ersten Drift sind unsere Haken immer wieder mit Seetang belegt und kein Fisch beißt. Also versetzen wir einige hundert Meter und starten eine neue Drift bei sieben Meter Wassertiefe. Dieses Mal erwischen wir sandigen Boden und müssen nicht lange auf erste Bisse warten. Klieschen und Schollen landen an Deck. Wir driften immer weiter ins tiefere Wasser und bei zehn bis zwölf Metern unter dem Boot holen wir dann richtig gute Schollen an Bord. Einfache Buttlöffelmontagen mit Gewichten von 40 bis 80 Gramm reichen aus, um schnell an die Flachmänner zu kommen. Ein halber bis ganzer Seeringler pro Haken und ein paar Perlen davor bringen Biss auf Biss. Unsere Bütt füllt sich und nach nur wenigen Stunden beschließen wir, dass alle genug Platten für den Tag gefangen haben. Da der Wind etwas auffrischt, fahren wir zufrieden zurück in den Hafen, wo wir den Fang versorgen. Am Abend gibt es dann in der gemütlichen Ferienhütte Scholle in Butter gebraten.

Auf Großforelle

An einem Morgen stellen wir fest, dass der Wind recht ordentlich pustet. Für eine Bootsausfahrt auf die Ostsee ist es uns zu windig. Zwar könnten wir an der Küste auf Meerforelle fischen, da sich aufgrund der Insellage immer ein Strand findet, an dem das Angeln noch möglich wäre, aber wir haben einen anderen Plan: Heute soll es an den Forellensee gehen. Dieser liegt nur unweit der Unterkunft in Bukkemose und ist sogar zu Fuß gut zu erreichen. Am Langelands Lystfiskersø sollen Forellen mit Gewichten von 800 Gramm bis zu acht Kilo herumschwimmen. Ich will es passiv mit Grundruten und Paste sowie Gummiködern probieren, während Ronald und Björn die aktive Angelei mit Gummi, Spoon und Fliege wählen. Ich habe noch nicht einmal meine zweite Grundrute aufgebaut, da bekomme ich schon einen Biss. Keine Minute war meine Paste im Wasser und die Rute ist schon krumm. Eine super Regenbogenforelle gleitet kurz darauf in den Kescher. Danach läuft es passiv aber gar nicht mehr. Dafür fangen Ronald und Björn auf aktiv geführte Köder. Neben Durchschnittsfischen sind auch ein paar richtig dicke Forellen mit dabei, die an den UL-Ruten verdammt viel Laune bringen. Gegen Mittag wechseln wir noch mal den Platz und in einer Bucht, auf die voll der Wind steht, wird es so richtig munter. Fisch auf Fisch gleitet in den Kescher. Teilweise sind meine beiden Mitangler sogar zeitgleich am Drillen ‒ was für ein Erlebnis und genialer Angeltag am dänischen Forellensee… (den kompletten Artikel mit allen Infos zum Revier findet Ihr in der Ausgabe 7 Eurer Rute & Rolle)

 

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