Füttern, auswerfen und auf den Biss warten – Alltag beim Karpfenangeln. Doch was ist, wenn Anfüttern verboten ist, Ihr nicht über Nacht angeln dürft oder möchtet? Rute&Rolle-Autor Tobias Norff verrät Euch seine Taktik für Angeln aktiv auf Karpfen und schnelle Bisse – ganz ohne Futtereinsatz!

Autor Tobias Norff      Fotos Tobias Norff

Aktiv auf Karpfen

Bis Mitte Mai letzten Jahres hatte ich noch keine Nacht am Wasser verbracht und nicht einen einzigen Boilie verfüttert. Trotzdem waren die ersten Seiten meines Fangbuches bereits mit einer ansehnlichen Zahl guter Karpfen gefüllt. Möglich machte es ein Taktik, auf die ich früher schon gerne setzte, die ich in der vergangenen Saison aber so richtig ausgiebig betrieb.

Tobias ist früh am Wasser und beobachtet

Kurz zu Besuch

Ich liebe es, mehrere Nächte am Stück auf Karpfen zu angeln. Genauso liebe ich es aber auch, mit wenig Gepäck ganz spontan für wenige Stunden ans Wasser zu fahren, wenn die Bedingungen gerade passen. Gerne befische ich dabei Spots, die ich regelmäßig ein wenig befüttere. Komme ich dann früh am Morgen oder auch Abends für ein paar Stündchen vorbei, kann ich mir relativ sicher sein, dass die Karpfen bereits am Platz sind. Bin ich dann noch pünktlich zur Beißzeit am Start, dauert es vom Aufbau bis zum ersten Fisch im Netz oft keine Stunde. Diese Taktik ist äußerst effektiv, geht aber natürlich nur dann auf, wenn die Entfernung zum Gewässer und meine Zeit ein Vorfüttern zulassen. Bei dem Gewässer, welches ich mir in der vergangenen Saison vornahm, stellte sich die Frage nach dem Aufwand gar nicht erst, denn jegliches Anfüttern ist an diesem verkrauteten Baggersee ohnehin verboten. Die coronabedingten Einschränkungen – allen voran die abendliche Ausgangssperre – ließen das Angeln über Nacht außerdem nicht zu. Letztlich bin ich dankbar für die erschwerten Bedingungen, zwangen sie mich doch praktisch dazu, meine Taktik voll durchzuziehen. Aber wie genau sieht diese nun aus?

Solche Fische sind der Lohn fürs aktive Angeln.

Warten und beobachten

Im Vordergrund steht ganz klar die Suche nach den Fischen. Wenig Zeit, null Futtereinsatz – da macht es keinen Sinn, irgendwo Stellung zu beziehen und zu hoffen, dass irgendwann Karpfen vorbeikommen. Nein, es gilt hier umso mehr der Spruch: Du musst angeln, wo die Fische sind! Zum Glück verraten sich die Karpfen an dem genannten Gewässer relativ oft durch Springen und Rollen an der Wasseroberfläche. Das tun sie dort vorwiegend in den frühen Morgenstunden. Also: Wecker stellen und noch vor den ersten Sonnenstrahlen raus aus den Federn! Am See gehe ich es ruhig an. Ich suche mir eine günstige Position, von der aus ich einen großen Teil des Gewässers überblicken kann – oder zumindest die im Frühling besonders interessanten Bereiche. Und dann heißt es lauschen, beobachten und warten. Polarisationsbrille und ein handlicher Feldstecher sind dabei wichtige Hilfsmittel. Verrät sich ein Karpfen – durch Springen, Rollen, Buckeln oder indirekt über aufsteigende Gründelblasen, werde ich aktiv. Zunächst suche ich nach einer geeigneten Stelle, von der aus ich den Fisch anwerfen und später sicher drillen kann. Es versteht sich von selbst, dass ich meine Ausrüstung auf das Nötigste beschränke. Unter Umständen ziehe ich während so einer Tagestour durchaus zwei- oder dreimal um – immer abhängig davon, wo sich Fische zeigen. Übrigens: Wenn Ihr einen Karpfen seht, könnt Ihr davon ausgehen, dass es sich hier nur um „die Spitze des Eisberges” handelt. Es werden sich ganz sicher noch weitere Fische im dem betreffenden Areal aufhalten… (den kompletten Artiklel findet Ihr in der Ausgabe 3 Eurer Rute & Rolle)

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