Nur mal probieren – das ist beim Angeln gar nicht so einfach. Denn in Deutschland ist es, mit Ausnahme einiger Sonderregelungen nicht erlaubt, ohne einen Fischereischein angeln zu gehen. Wie du dich trotzdem als Petrijünger ausprobieren kannst und was es dabei zu beachten gibt, erfährst du im folgenden Beitrag.

Die Basics sind wichtig

Angeln ist ein verantwortungsvolles Hobby. Schließlich hast du es hier mit lebendigen Tieren zu tun. Ein wenig Wissen zum Umgang mit Fischen und deren natürlicher Umgebung sollte vorhanden sein. Vor allem Kenntnisse zum waidgerechten Töten eines Fisches sind unabdingbar, um dem Fisch nach dem Landing unnötiges Leid zu ersparen. Im besten Fall begleitest du für deinen ersten Angeltrip einen erfahrenen Angler.

Angeln ohne Angelschein: So klappt’s

In einigen Bundesländern ist es möglich, unter bestimmten Voraussetzungen auch, ohne Angelschein zu angeln bzw. einen Angelschein zu kaufen.

Baden-Württemberg

Besitzer von Gewässern, Teichwirtschaften oder privaten Kleingewässern geben in Baden-Württemberg Angelkarten an ihre Besucher aus, mit denen diese dann an dem jeweiligen Gewässer angeln dürfen. Bei den Teichwirtschaften handelt es sich oftmals um Forellenteiche. Neben den Angelkarten werden auch Angelzubehör und Übernachtungsmöglichkeiten gegen Bezahlung angeboten. Hat dich der erste Ausflug überzeugt, findest du ausführliche Informationen zum Angelschein auf Angelmagazin.de.

Brandenburg

In Brandenburg darfst du ohne amtlichen Fischereischein auf Friedfischfang gehen. Dafür musst du eine Erlaubniskarte für das jeweilige Gewässer kaufen und eine sogenannte Fischereiabgabe leisten. Beim Fischen ist entweder ein Personalausweis oder Reisepass mitzuführen. Für Kinder gilt ein Mindestalter von 8 Jahren. Raubfische darfst du in Brandenburg nur mit einem offiziellen Fischereischein mit vorausgegangener Fischerprüfung angeln.

Bremen

In Bremen gibt es das uralte aus dem 16. Jahrhundert stammende Stockangelrecht, welches besagt, dass Bürger Bremens ab dem 18. Lebensjahr in bestimmten Gewässern in und um Bremen mit zwei Angeln auf Fischfang gehen dürfen. Voraussetzung ist, dass man in Bremen einen Wohnsitz hat.

Mecklenburg-Vorpommern

Das Land ist auf den Tourismus angewiesen und bietet daher seinen Besuchern die Möglichkeit mit einem auf vier Wochen begrenzten Touristenfischereischein das Angeln auszuprobieren. Dieser kann einmal pro Jahr beantragt werden und ist in den Ordnungsämtern oder den Touristikbüros erhältlich. Eine Verlängerung ist bei Vorlage des Erstdokuments möglich. Kaufen dürfen ihn nicht nur Touristen, sondern auch die Einheimischen aus Mecklenburg-Vorpommern.

 

Niedersachsen

Hier dürfen Personen ab dem 14. Lebensjahr an den Küstengewässern ohne Fischereischein und bestandene Fischerprüfung angeln. Pflicht ist das Mitführen des Personalausweises. Das Angeln an Binnengewässern ist mit der schriftlichen Erlaubnis des Gewässereigentümers ebenfalls möglich. Dieser Angelschein ist online als auch an den Gewässern zu bekommen. An der Küste wird kein Schein benötigt. Du musst dich allerdings auf Nachfrage mit den Gesetzen und Verordnungen Niedersachsen zum Thema Angeln auskennen.

Sachsen

In Sachsen darfst du ausschließlich an bewirtschafteten Gewässern angeln, wenn du keinen amtlichen Fischereischein besitzt. Erlaubt ist das per Gesetz nur, wenn der Betreiber der Anlage (Zitat)

  • über den Umgang mit gefangenen Fischen und deren sachkundige Tötung unterweist und während des Fischfangs beaufsichtigt oder
  • einen Inhaber eines Fischereischeins gemäß § 20 mit diesen Aufgaben beauftragt.

Außerdem bekommst du ein Merkblatt mit den rechtlichen Grundlagen und Verordnungen für das Angeln in Sachsen ausgehändigt.

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein ist ein touristisch ausgelegtes Bundesland und gewährt seinen Besuchern gleich zwei Möglichkeiten für das Angeln ohne Angelschein. Auch hier gibt es in den Ordnungsämtern den sogenannten Touristenfischereischein für 28 Tage, allerdings nur für Touristen (ohne 1. Wohnsitz in Land). Die zweite Möglichkeit ist das Angeln an bewirtschafteten Gewässern oder auf einem Fischkutter. Es wird davon ausgegangen, dass die Betreiber der Gewässer und Kutter für die Einhaltung der Regeln und Verordnungen sorgen. In diesem Fall ist nur eine Fischereiabgabe zu entrichten.

Thüringen

In Thüringen dürfen Touristen und Einheimische ab dem 14. Lebensjahr einen sogenannten Vierteljahresschein für 19,00 € erwerben und mit diesem drei Monate angeln gehen. Zusätzlich muss beim Inhaber oder Pächter des jeweiligen Gewässers, an dem du angeln möchtest, ein Erlaubnisschein erworben werden.

 

Angeln ohne Angelschein: Straftat oder Bagatelle?

Angeln ohne Angelschein gilt in Deutschland nicht als Bagatelle, sondern als Ordnungswidrigkeit und in einigen Bundesländern sogar als Straftat. Ist letzteres der Fall, können Freiheitsstrafen zwischen zwei und fünf Jahren verhängt werden und derjenige, der ohne Angelschein erwischt wird, gilt als vorbestraft.

Autorin: Anette Jäger

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Bildquellen: 

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