Gerade in Holland wird meist vom Boot aus auf Zander geangelt. Aber natürlich funktioniert es auch vom Ufer, wie eine Angler-Truppe mit dem Zanderspezi René Lunenburg beweist.

Wir wollten im Spätwinter, genauer gesagt im Februar unser Glück versuchen. René warnte uns vorher, dass es dann mit dem Zanderangeln äußerst schwierig sein kann. Am besten seien der Mai nach der Schonzeit sowie der Juni. Auch im Spätherbst seien sehr gute Fänge möglich. Aber im Februar? Unser Guide war skeptisch. Half aber nichts, man muss losgehen, wenn man Zeit hat. Eigensinnig wie wir sind, verabredeten wir uns trotzdem. Wir trafen uns in Dordrecht, von wo aus man in kurzer Zeit gleich mehrere gute Gewässer erreicht. René hatte zusätzlich seinen Angelkumpel Jelle mobilisiert. Je mehr Ruten im Wasser waren, desto größer war die Chance, dass wir doch etwas fingen! Wir starteten an der Oude Maas, auf deutsch „Alte Maas”. Der Fluss verfügt über einen sehr guten Fischbestand. Über Geröll schlitternd arbeiteten wir uns bis zum Ufer vor.

An der Stelle hatte René schon sehr gut gefangen, allerdings noch nie im Februar, wie er zugeben musste. Als Jelle jedoch einen untermaßigen Zander an Land zog, schien der Bann gebrochen. Wir waren optimistisch, dass da noch mehr ging. Doch nach einer knappen Stunde war immer noch kein weiterer Fisch am Ufer. René hatte zwar einen klaren Biss und einige zaghafte Anfasser, doch bei mir tat sich gar nichts. Also ab zur  nächsten Stelle.

Keine hohen Sprünge

Wir zogen weiter zum Hafen. Gut, dass René die Stelle kannte, sonst hätten wir uns hoffnungslos verfahren. Laut René bringt es wenig, sich an einem Platz allzu lange aufzuhalten. Im Winter ziehen die  Zander nicht sehr viel hin und her. Daher ist es ergiebiger, die Fische zu suchen. So sind die Chancen höher, auf beißfreudige Zander zu stoßen. Wegen der steilen Böschung und vieler Brombeersträucher entschieden sich René und Jelle nun für kürzere Rute von 2,40 Meter. Sonst sind Gerten von über drei Metern optimal, um die Gummifisch weit hinaus zu katapultieren. Als Köder kamen Gummifisch mit Schaufel- und Twisterschwanz von rund 15 Zentimetern Länge zum Einsatz. Sie jiggten wir in gleichmäßigen, nicht zu hektischen
Sprüngen über den Grund.

Jelle und Ed machen es sich gemütlich. Geangelt wird trotzdem

Ob Ihr dabei über die Rolle oder Rute arbeitet, ist egal. Wichtig ist nur, dass der Köder nicht zu hoch abhebt. Das mögen die Zander in der kalten Jahreszeit nicht so gerne. René warf aus, ließ den Gummi ein paar Mal über den Grund hüpfen und setzte einen Anschlag. Allerdings kämpfte der Fisch etwas seltsam. „Wenn es nur keine Brasse ist“, hörte ich ihn leise murmeln. Aber nein! Es war tatsächlich ein richtig großer Zander. Riesenfreude! Hatte es also doch geklappt. Ich war sehr optimistisch, dass wir noch weitere Fische erwischen
würden, doch es blieb zunächst bei dem einen Zander…

Den kompletten Artikel lest Ihr in Eurer Printausgabe: RUTE&ROLLE 11/2019!
Text: Ed Stoop
Fotos: Sander Boer

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