Mit der Wathose in der Brandung stehen – das ist für viele der Inbegriff des Meerforellenangelns. Doch es gibt gute Gründe, es auch mal vom Boot aus zu versuchen.

Die von Geisterhand bewegt sich mein Boot gegen den leichten Wind, der auflandig auf einen meiner Lieblingsplätze bläst. Der elektrische Bugmotor übernimmt vollautomatisch die Steuerung. Ich kann mich ganz aufs Angeln konzentrieren. Mit jedem Wurf erreiche ich frisches, unbefischtes Wasser. Stück für Stück arbeite ich mich die Uferlinie entlang. Dann fährt plötzlich der langersehnte Schlag in meine Rute. Direkt vorm Seetang hat eine Forelle meinen Köder gepackt und gleitet kurz darauf in den Kescher. Ich liebe diese Art der Bootsangelei! Und dafür gibt es einige Gründe.

Mehr Flexibilität

Das Bootsangeln bietet vor allem eins: Flexibilität. Ich kann in kürzester Zeit den Angelplatz wechseln. Neue Buchten oder Riffe sind nach kurzer Bootsfahrt erreicht, während der Uferangler erst einmal zurück zum Auto laufen muss, um sich dann meist umständlich über kleine Feldwege in die Nähe von neuen Uferspots zu quälen. Das kostet viel Zeit, die beim Angeln fehlt und letztlich Fisch kostet. Mit dem Boot kann ich meine Spots frei wählen und schnell wechseln.

Der E-Motor vorne am Boot ist für Timo unverzichtbar

Mit dem Wind werfen

Bei der Jagd auf Meerforelle befische ich bevorzugt auflandige Stellen. Also Buchten, in die der Wind bläst. Wind und Wellen spülen Nahrung frei und dort jagen die Forellen. Außerdem ist das Wasser in diesen Zonen trüber, was die Erfolgschancen deutlich verbessert. Als Uferangler habe ich das Problem, ständig gegen den Wind werfen zu müssen. Um halbwegs akzeptable Wurfweiten zu erreichen, werden schwere Blinker und Küstenwobbler eingesetzt. Als Bootsangler werfe ich dagegen mit dem Wind. Das erlaubt mir, auch leichte Wobbler und Blinker zu fischen. Vom Boot bestimme ich den Abstand zum Fisch selbst. Rauben die Forellen dicht am Ufer, fahre ich auf Wurfdistanz an die heißen Bereiche heran. Genauso erreiche ich die Forellen, die an vorgelagerten Riffen, Sandbänken oder anderer Struktur rauben. Dort kommen Uferangler beim besten Willen nicht hin.

Mehr Kontrolle

Die kürzeren Wurfdistanzen ermöglichen mir, effektiver zu fischen. Ein direkterer Köderkontakt bedeutet auch eine bessere Köderführung und Präsentation. Ich kann hervorragend mit dem Köder spielen und reagieren. Die erhöhte Position im Boot erlaubt mir außerdem tiefe Einblicke ins Wasser, sodass ich meine Köderführung und Strategie jederzeit anpassen und verbessern kann. Sogar Fische auf Sicht anwerfen ist ab und an möglich…

Alle weiteren Infos zu Wind, Reichweite und Ausrüstung lest Ihr in der aktuellen RUTE&ROLLE 04/2019!

 

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