Karpfenangeln mit Boilies und Rod Pod? Es geht auch anders, weiß Torsten Waller. Er zieht den kurzweiligen Weg mit der Whip und Partikelködern vor. Julius Wystemp begleitete den Stipp-Profi einen Tag mit der Kamera.

Die Ursprungsform der Stipprute ist die Lang-Lang-Rute, auch Whip genannt. Diese fischen wir nicht verkürzt, sondern mit einer Schnurlänge, die genauso lang wie die Rute ist. Im Gegensatz zu Kopfruten sind Lang-Lang-Ruten dickwandiger, besitzen einen geringeren Durchmesser und eine semiparabolische bis parabolische Aktion. Außerdem sind diese speziellen Ruten meist kürzer und teleskopierbar. Konzipiert wurde die Lang-Lang-Angelei hauptsächlich, um kleineren bis mittleren Friedfischen Paroli zu bieten. Es gibt aber auch Ruten, die weitaus stabiler sind und mit denen Fische jenseits der Zwei-Kilo-Marke bezwungen werden. Torsten lagert in seinem Angelzimmer noch ein paar alte Schätze, die aber mittlerweile neu  aufgelegt wurden. Mit diesen Ruten fischt er sowohl verkürzt als auch mit voller Schnur. Genau das Richtige, um sich mit halbstarken Karpfen anzulegen. Auf geht’s!

Ran an die Kante

Am Morgen eines Sommertages lädt mich Torsten an sein Gewässer ein. Der kleine, von einem Wald umsäumte Kiessee besitzt nur unweit vom Ufer eine ausgeprägte Kante. „Hier halten mich die Karpfen auf“, weiß Torsten. Daher platziert er später genau dort in 12 bis 14 Metern Entfernung sein Futter. Aber auch die flachen Abschnitte in einer anderen Ecke des Sees sind immer für einen Fisch gut. Diese Bereiche sind vor allem im Frühjahr top, weil sich das Wasser dort schneller erwärmt. Entgegen dem sonst hohen Aufwand beim Kopfrutenangeln mit verkürzter Schnur hält sich die Materialschlacht bei der Lang-Lang-Angelei in Grenzen. Mehr als eine Kiepe, Rute, Kescher, etwas Futter und diverse Köder braucht Ihr nicht.

Bei der Lang-Lang-Angelei fing Torsten diesen Karpfen

Auch das Loten geht recht zackig von der Hand. Torsten schlenzt die mit einem Lotblei bestückte Montage anfangs auf maximal mögliche Distanz nach draußen, um sich anschließend schrittweise Richtung Scharkannte vorzutasten. Ist diese gefunden, merkt er sich die Entfernung entweder anhand von Schattierungen im Wasser oder mithilfe des Rutenwinkels. Eine allzu hohe Präzision ist bei dieser Angelart nicht erforderlich. „Oder hast Du schon mal einen Karpfen auf einem Fünf-Mark-Stück stehen sehen?“, witzelt Torsten…

Den kompletten Artikel lest Ihr in RUTE&ROLLE 11/2018!
Text & Fotos: Julius Wystemp

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