Florian ist ein erfahrener Raubfischprofi. Doch an einem Tag im letzten Herbst lernte er von seinem Freund David mehr über die Zanderangelei als in den ganzen Jahren zuvor.

Gemeinsam mit meinem Angelfreund David Hagemeister vom Guiding-Unternehmen ProNature MV fischte ich auf den tiefen Großgewässern in Mecklenburg-Vorpommern. „Lass uns zum Feierabend noch einen schönen Zander fangen“, sagte David bei einsetzender Dämmerung. Auf Ansage Zander fangen? Bei den riesigen Wasserflächen?! Ich war skeptisch. Doch Davids Prognose traf ein. Innerhalb von 45 Minuten kamen drei rund gefressene Zander ins Boot. Keiner unter 80 Zentimeter Länge! Das hatte ich so noch nicht erlebt. Auf die Frage, wie er diesen unglaublichen Fang in den „Meeren“ Mecklenburg-Vorpommerns voraussagen konnte, entgegnete der 40-Jährige: „Das ist eine längere Geschichte …“ Darauf ich augenzwinkernd: „Ich habe Zeit!“

Gummi oder Natur?

Wir unterhielten uns lange über das Zanderangeln. Sehr lange. Es ging kaum um David glaubt, dass die Köderwahl nicht entscheidend ist Da passt alles: Florian mit einem der Großzander des Abends die typischen Stammtischthemen wie Köder, Köderführung oder die ewige Frage, ob Stahl- oder Fluorocarbonvorfach angesagt ist. „Alles nicht so wichtig. Sind Hechte zu erwarten – und das sind sie hier in den großen Naturseen mit über 300 Hektar Fläche – setze ich ein geschmeidiges Neun-Kilo-Stahlvorfach ein“, so der sympathische Mecklenburger.

David glaubt, dass die Köderwahl nicht entscheidend ist

Und weiter: „Verhalten ist wichtig! Wann und unter welchen Bedingungen unterscheiden sich Verhalten und die aufgesuchten Jagdreviere voneinander? Welchen Köder Du dann präsentierst, ist fast egal. Wir haben sogar Gummiköder gegen Köderfischchen am Drachkovitch-System miteinander verglichen und keinen messbaren Unterschied festgestellt. Erst bei sehr kaltem Wasser unter vier Grad hatten die Naturköder die Nase leicht vorne – ansonsten ist das völlig wumpe. Auch die Führung an sich ist ja kein Buch mit sieben Siegeln. Die Faulenzertechnik ist schnell erlernt. Lediglich die Bisserkennung fällt dem Einsteiger anfangs etwas schwer. Letztlich ist das aber auch nur Übungssache.“

Luftdruck

David sagt im Brustton der Überzeugung, dass er keine Unterschiede erkennen konnte, wie sich Hoch- oder Tiefdruck auf das Beißverhalten auswirkt. Und dabei dürfen wir nicht vergessen, dass David als hauptberuflicher Angel-Guide Erfahrungen besitzt, die ein normaler Hobbyangler alleine kaum macht. Die beste Theorie ist und bleibt eben die Praxis – und davon hat David reichlich…

Den kompletten Artikel lest Ihr in RUTE&ROLLE 10/2018!
Text & Fotos: Florian Läufer

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