Bootskauf: Du willst Dir ein Boot anschaffen? Gute Idee, denn Bootsangler fangen mehr. Doch Vorsicht! Beim Kauf kannst Du viel falsch machen. Kay Steinwerth sagt, worauf’s ankommt.

Das Bootsangeln wird immer beliebter. Kein Wunder, denn die Vorteile liegen klar auf der Hand: Wir können schnell die Stelle wechseln und sind immer dicht am Fisch. Im Durchschnitt fangen wir vom Boot einfach mehr. Zuerst solltest Du Dir eine einfache Frage stellen:

Wie angelst Du?

Was möchtest Du mit dem Boot machen? Aufs Wasser fahren und angeln, wirst Du jetzt wahrscheinlich sagen. Logisch. Aber überlege, auf welchen Gewässern Du hauptsächlich unterwegs sein wirst. Welche Bestimmungen gelten dort? Darfst Du einen Motor verwenden? In jedem Fall sollte das Boot so gewählt sein, dass Du auch im schlimmsten Fall wieder heil ans Ufer kommst. Mit wie vielen Anglern bist Du meistens draußen? Welche Angelart bevorzugst Du? All das sind Faktoren, die Auswirkungen auf die gewünschte Bootslänge, Material, Motor, Bordwand oder Kippstabilität haben.

Hier sind zwei Modelle, die interessant sein könnten:

7 Bootskategorie Pinnensteuerung (2)

Viel Platz: Raubfischprofi Dietmar Isaiasch setzte schon vor Jahren auf Boote mit Pinnensteuerung

Platzwunder
Boot mit Pinnensteuerung bis 5,5 Meter

Die Pinnensteuerung – es wird direkt am Motor gelenkt, ein Steuerrad gibt’s nicht – hat den Vorteil, dass Du viel Platz im Boot hast. Du brauchst ja keinen Steuerstand. Das funktioniert bequem bis zu Motorleistungen von rund 70 PS, was für fast alle Anforderungen mehr als genug ist. Das macht ein solches Boot für mich zum komfortabelsten Angelboot. Je nach Größe kann der Innenraum sehr gut für eingebaute Staufächer und Sitze genutzt werden. So hast Du für mehrere Angler Platz und alles ist immer schön aufgeräumt. Zudem fliegt bei der Fahrt durch raues Wasser auch nichts unkontrolliert im Boot herum, geht kaputt oder sorgt für ungewollte Gewichtsverlagerung. All diese Vorteile führen dazu, dass sehr viele, speziell für Angler gebaute Angelboote auf Pinnensteuerung setzen. Die Nachteile: Der Fahrer ist Wind, Wellen und Spritzwasser schutzlos ausgesetzt. Das ist besonders dann problematisch, wenn bei Modellen mit gemäßigtem V-Kiel der Wind von der Seite kommt. Dann wird der Fahrer schnell pitschnass.

Fazit
Die Boote sind ideal für Angler, die auf großen Flüssen und Seen unterwegs sind und gelegentlich einen Abstecher auf die Bodden und Ostsee machen.

8 Bootskategorie STeuerstand

Ein Steuerstand nimmt Platz weg, bietet aber Wetterschutz. Für Großgewässer ist das ein klarer Vorteil

Für raues Wasser
Angelboot mit Steuerstand

Ein Boot mit Steuerstand, Lenkrad und Fernschaltung bietet guten Wetterschutz, dafür haben wir aber weniger Platz. Wer jedoch häufig auf Gewässern wie den Bodden, dem offenen Meer oder unseren großen Seen unterwegs ist, für den ist ein Steuerstand ein deutlicher Vorteil. Dort, wo die Bedingungen schnell rau werden, lernt man eine Schutzscheibe schnell zu schätzen. Noch komfortabler ist ein Dach oder sogar eine Kajüte, die aber letztlich mehr Platz wegnehmen und beim Werfen stören.

Ein Steuerstand wir oft erst ab einer Bootsgröße ab 4,5 Metern in Kombination mit größeren Außenbordern über 50 PS angeboten. Der Stand ist entweder mittig, seitlich mittig oder seitlich im Heck des Bootes installiert. Für welchen Montageplatz des Steuerstandes Du Dich entscheidest, ist hauptsächlich Geschmackssache. Ein zentraler Steuerstand sorgt für ausgeglichene Gewichtsverteilung und ist gut, wenn Du mit vielen Ruten schleppen möchtest oder mit mehreren Anglern unterwegs bist.

Fazit
Boote mit Steuerstand sind für Angler geeignet, die häufig bei ruppiger See fischen. Nicht umsonst fahren alle mir bekannten Bodden-Guides Boote mit Steuerständen. Kajütboote sind für Dorsch- und Trolling-Angler eine geeignete Wahl.

So angeln die Profis:

Boot-UliBeyer

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