Wer ordentlich Fangspaß erleben möchte, kommt an der Feederrute nicht vorbei. Mit Futterkorb, Stipphaken und einem Eimer Grundfutter lassen sich (nicht nur) Weißfische am laufenden Band angeln. Und so funktioniert’s…

Das Futterkorbangeln (Feedern) ist eine ausgesprochen plietsche Idee. Um es in die Sprache eines Werbefachmanns zu übersetzen: „Für die einen ist es Grundangeln, für die anderen die wahrscheinlich beste Art der Welt anzufüttern.“ Statt eines einfachen Bleis dient ein kleines, beschwertes Draht- oder Plastikkörbchen als Wurfgewicht. Gefüllt wird es mit angefeuchtetem Lockfutter. Am Gewässerboden lösen sich die feinen Inhaltsstoffe aus dem Korb und üben einen unwiderstehlichen Reiz auf alle Friedfische aus. Das Beste daran: Unser Hakenköder ist immer nur eine Vorfachlänge entfernt, also 60 bis 100 Zentimeter. Nicht nur alle Weißfische, auch Schleien und Karpfen lassen sich mit der Feederrute fangen. Beim Angeln auf schwergewichtige Karpfen muss das Geschirr natürlich etwas kräftiger ausfallen. Ansonsten wird mit 0,16 bis 0,22 Millimeter dünnen Schnüren und Stipphaken der Größen 8 bis 16 und etwas feineren Vorfächern gefischt. Maden, Würmer, Caster (verpuppte Maden), Partikel, Mini-Boilies und Pellets eignen sich hervorragend als Köder.

Einfach gut

Je länger an einem Angeltag die Feederrute im Einsatz ist, desto besser werden oftmals die Fänge. Nach und nach baut sich durch die immer wieder neu befüllten Körbe ein Futterplatz auf. Der kann ganze Schwärme von Brassen, Plötzen, usw. anlocken. Das Futter soll sich nach kurzer Zeit aus dem Futterkorb lösen. Deshalb bitte nicht zu fest in das Körbchen pressen! Angefeuchtetes Paniermehl ist die einfachste Form des Lockfutters. Im Fachhandel gibt es aber auch allerlei fertige Futtermischungen. Diese sind mit Lockstoffen und anderen schmackhaften Zutaten versehen. Die Zubereitung ist leicht. Nach und nach mit Wasser anfeuchten, gut durchmischen, fertig. Wie eine einfache aber effektive Montage aussieht, siehst Du im Bild unter dem Beitrag.

Die Bissanzeige

Zurück zur Feederrute: Die muss kräftig genug sein, um einen gefüllten Futterkorb auf die Angelstelle zu befördern. Gleichzeitig aber fein genug, selbst die zartesten Bisse anzuzeigen. Mit einer „normalen“ Rute funktioniert das leider nicht. Spezielle Feederruten vereinen diese Eigenschaften und werden mit bunten, auswechselbaren Rutenspitzen in unterschiedlichen Stärken angeboten. Die zeigen uns den Biss an. Je nachdem, ob wir auf vorsichtig beißende Kleinfische oder deutlich rücksichtsloser zu Werke gehende Brassen aus sind, können wir uns so den Bedingungen anpassen.

Damit die bunten Spitzen verlässlich den Biss anzeigen, wird die Rute nach dem Auswerfen im möglichst rechten Winkel (bei Strömung Richtung Himmel) ausgerichtet. So kann der Fisch die feine Spitze krumm biegen, ohne viel Widerstand zu spüren. Und wir erkennen die Bisse problemlos. Wichtig: Für eine optimale Bissanzeige spannen wir die Schnur, nachdem der Futterkorb am Grund angekommen ist, so stark, dass die Spitze gerade beginnt, sich zu biegen. Der Rollenbügel bleibt geschlossen. Die volle Biegung soll durch den Biss hervorgerufen werden. Bleibt der einige Zeit aus, füllen wir das Körbchen erneut und werfen es wieder an die gleiche Stelle. Denk daran: Je weniger zielgenau Du die Futterladungen auswerft, desto mehr verteilt sich das Futter am Gewässergrund und mit ihm die Fische. Andersherum: Wer immer wieder den gleichen Platz trifft, konzentriert die fressenden Unterwasserbewohner auf engerem Raum und fängt deutlich besser. Und jetzt: Futter frei!

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