Neben dem Posenfischen zählt das Grundangeln zu den wichtigsten Techniken am Wasser. Wir geben Dir einen kleinen Grundkurs und verraten, worauf es bei Montage und Bissanzeige ankommt.

Die meisten Fische finden den Hauptteil ihrer Nahrung am Gewässergrund. In Schlamm, Sand und Sediment verstecken sich Muscheln, Krebse, Larven, Würmer und allerlei anderes Getier. Auch tote Fische sinken zu Boden und warten dort auf die Weiterverwertung durch einen hungrigen Raubfisch.

Was liegt also näher, als unsere Köder genau dort zu präsentieren – direkt am Grund!
Auch mit der Pose lassen sich Köder ganz unten anbieten. Doch hat die Angelei mit Schwimmer einige Nachteile: Wind und Strömung machen uns oft das Leben schwer. Die Wurfweite ist stark begrenzt.
Auch eignet sich die Pose kaum, um in größeren Tiefen zu angeln.

Was ist Grundangeln?

Deshalb sparen wir uns den Schwimmer, der eh nur als Bissanzeiger dient, und legen die Montage auf Grund. Daher kommt auch der Name: Grundangeln. Damit das Ganze bei Wind und Strömung zuverlässig liegen bleibt, benötigen wir ein Grundblei. Zum Angeln in stehenden Gewässern reicht in der Regel ein rund 20 bis 50 Gramm schweres Gewicht. In langsam fließenden Flüssen und Kanälen brauchen wir eher 50 bis 80 Gramm und wer in harter Strömung fischt, hängt schon mal 100 oder gar 200 Gramm an die Leine. Grundsätzlich solltest Du das Blei so schwer wählen, dass es sicher am Grund liegt. Wird es durch Wind oder Strömung bewegt, ist die Gefahr groß, dass sich die Montage irgendwo festsetzt oder der Haken Schmutz am Grund aufsammelt. Nimm Dir im Zweifelsfall lieber ein paar Gramm mehr – für die Bissanzeige spielt das keine Rolle.

Widerstand zwecklos!

Damit der Fisch bei der Köderaufnahme nicht das Blei bewegen muss und eventuell Lunte riecht, wird das Grundblei in der Regel frei laufend auf der Hauptschnur montiert. Ausnahme: die Selbst- hakmontage, bei der sich der Fisch den Haken durch das Bleigewicht selber ins Maul treiben soll. Aber dieses Thema behandeln wir später noch mal ausführlich. Fürs ganz normale Grundangeln benötigen wir also die sogenannte Laufbleimontage. Da gibt es mehrere Varianten. Am gebräuchlichsten im Süßwasser sind die beiden, die wir für Dich gezeichnet haben. Besonders einfach ist die Montage mit Durchlaufblei. Das Blei (zum Beispiel klassisches Sarg- oder Kugelblei) wird einfach auf die Hauptschnur gefädelt. Als Schutz für den Knoten folgt eine Gummiperle. Jetzt nur noch den Karabinerwirbel anbinden und ein Vorfach einhängen. Die Montage fliegt gut, verwickelt sich selten und kostet nicht viel. Kleiner Nachteil: In weichem Grund sinkt das Blei ein und die Schnur kann nicht mehr reibungslos durch das Blei laufen.

Besser ist da schon die zweite Variante: Dabei benutzen wir ein Blei mit eingegossenem Wirbel oder einer Öse. Dieses wird in einen sogenannten Ledger Boom eingehängt. Dabei handelt es sich um ein kleines, leicht abgeknicktes Plastikröhrchen mit Karabiner. Es ermöglicht zum einen den schnellen Wechsel des Bleis und wirkt außerdem Verwicklungen entgegen, denn es sorgt beim Werfen für etwas Abstand zwischen Vorfach und Hauptschnur. Bei dieser Montage kann das Blei auch gerne ein wenig in den Boden einsinken – der Schnurdurchlauf bleibt nahezu reibungslos. Weiterer Vorteil: Wir können schnell das Bleigewicht wechseln oder auch mal einen Futterkorb einhängen.

Angebissen oder nicht?

Beim Grundangeln gibt es keine Pose. Wie aber erkenne ich, dass ein Fisch beißt? Die einfachste und gerade beim Angeln in der Strömung oft beste Methode: Wir nutzen die Rutenspitze als Bissanzeiger. Einfach die Rute schön hochstellen, um einen etwa 90 Grad großen Winkel zwischen Schnur und Spitze zu erhalten. Die Schnur sollte leicht gespannt sein, damit sich der Biss direkt auf die Spitze überträgt. Wer nicht die ganze Zeit auf die Rute starren möchte, kann noch eine Glocke an die Spitze klemmen. Einfach und effektiv! Allerdings spürt der Fisch hierbei recht schnell Widerstand und kann auch keine Schnur nehmen. Wo immer möglich, solltest Du daher lieber Einhängebissanzeiger verwenden. Die gibt es in tausend Varianten. Das Prinzip bleibt aber gleich: Die Rute wird flach aufgestellt und sollte in Richtung Montage zeigen. Nun wird zwischen den Ringen etwas in die Schnur gehängt. Kommt ein Fisch auf uns zu, fällt der Einhänger, nimmt er Schnur, steigt er. Damit beides funktioniert, muss der Bissanzeiger etwa auf halber Höhe zwischen Rute und Boden baumeln – er braucht ja sowohl nach oben als auch nach unten Spielraum.

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