Angeln mit Köderfisch kommt niemals aus der Mode. Die Methode ist sehr einfach und unschlagbar effektiv. Hechte, die schon jeden Kunstköder kennen, werden einer duftenden Plötze oder Brasse nicht widerstehen.

Autor Georg Baumann           Fotos Georg Baumann

Kleine Drillinge in nicht zu großem Abstand greifen sicher im Hechtmaul

Radikaler Schritt: Der Opa von einem Bekannten hängte die Angelei an den Nagel, als der lebende Köderfisch Deutschland verboten wurde. Das war reichlich voreilig, denn bis heute gehen unzählige Fangerfolge auf den toten Köderfisch zurück. Mit seinem natürlichen Duft und Aussehen sticht er gerade an stark befischten Gewässern häufig Gummifische, Wobbler und andere Kunstköder aus. Ein weiterer Vorteil: Die Angelei ist sehr einfach.

Die besten Köderfische

Am häufigsten kommen in den Gewässern Plötzen, Brassen, Rotfedern und Barsche vor. Sie bilden die natürliche Beute der Hechte. Ungefähr handlange, frisch getötete Exemplare sind daher bestens geeignet. Entgegen eines weit verbreiteten Vorurteils macht es übrigens hinsichtlich des Fangerfolgs überhaupt keinen Unterschied, ob Du die stachlige Rückenflosse des Barsches abschneidest oder nicht. Dem Hecht ist das völlig egal, er spürt es wahrscheinlich gar nicht. In vielen Gewässern haben sich die Hechte auf die gestreiften Räuber spezialisiert. Dort sind Barsche die mit Abstand erfolgreichsten Köderfische.

Wenn Du Köderfische aus anderen Gewässern verwenden darfst (Bestimmungen unbedingt beachten), kannst Du dein Glück auch mit Makrele, Sardine oder Hering versuchen. Gerade im Winter sollen diese fettreichen Fische besonders erfolgreich sein. Nachteil: Die Fische sind sehr weich und fallen leicht vom Haken.

Hechtangler Tobi schlug direkt nach dem Biss an und der Haken sitzt vorne im Maul

Die Posenmontage

Mit der Posenmontage liegst Du fast immer richtig. Welche Form der Schwimmer hat, ist egal – Hauptsache, er ist groß genug, um den Köderfisch zu tragen. 25 bis 30 Gramm Tragkraft sind nicht übertrieben. Nach dem Schnurstopper und der Perle fädelst Du die Laufpose auf die Hauptschnur. Dann folgt das Blei sowie zur Schonung des Knotens erneut ein Perle. Den Abschluss bildet der Wirbel mit Einhänger und Vorfach – fertig!

Diese Montage ist besonders dann erfolgreich, wenn die Hechte aktiv sind. In dem Du alle paar Minuten ein paar Meter einkurbelst, suchst Du große Wasserflächen ab. Oder Du holst direkt nach dem Auswerfen ganz langsam ein.

Bezüglich der Tiefe gilt die alte Weisheit: Lieber zu flach als zu tief. Hechte orientieren sich nach oben und überbrücken spielend auch mehrere Meter Wassersäule, um Beute zu machen. Bietest Du deinen Köderfisch im oberen Viertel der Wassertiefe an, liegst Du richtig.

Auch in diesem Fall wurde direkt nach dem Biss angeschlagen

Die Grundmontage

Diese Variante ist sogar noch einfacher als die Posenmontage. Auf die Hauptschnur fädelst Du einen sogenannten Running Boom zur Aufnahme des Bleis. Dann folgt die Perle sowie Wirbel mit Einhänger und Vorfach. Nach dem Auswurf musst Du nichts weiter tun als zu warten. Damit der Hecht ungestört Schnur nehmen kann, solltest Du den Schnurbügel öffnen oder die Bremse ganz leicht einstellen.

Die Präsentation am Gewässergrund ist besonders in der kalten Jahreszeit erfolgreich. Die Hechte sammeln dann gerne träge die Beute vom Grund (den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 12 Eurer Rute & Rolle)

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