Das Spinnfischen mit Gummifischen und anderen Kunstködern ist die beliebteste Angelmethode. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

Autor Georg Baumann                  Fotos Georg Baumann

Beim Spinnfischen überlisten wir die Raubfische mit künstlichen Ködern, die die natürliche Beute imitieren. Damit das funktioniert, müssen sich die Köder verführerisch bewegen. Barsch, Hecht oder Zander sollen denken, dass sie es mit einem leichten Opfer zu tun haben. Das Schöne: Für diese Methode benötigst Du nicht viel – Deine Ausrüstung passt problemlos in einen kleinen Rucksack. Außerdem bist Du ständig in Bewegung, wirfst immer wieder aus und klapperst nacheinander mehrere Angelstellen ab. Das ist extrem kurzweilig und führt dazu, dass Spinnfischen die wohl mit Abstand beliebteste Angelmethode ist.

Henri und Georg mit Zielfisch: Barsche sind die idealen „Einsteiger-Räuber“. Sie kommen in fast allen Gewässer vor und sind relativ einfach zu fangen

Zielfisch beim Spinnfischen

Für den Anfang empfehlen wir Dir dringend, Dich auf den Barsch zu konzentrieren. Da hast Du mit Abstand die besten Chancen, schnell Deinen ersten Räuber zu fangen. Denn Barsche sind in so gut wie allen Gewässern zahlreich vertreten und zumindest die kleineren Exemplare sind recht einfach zu überlisten. Erfolg ist wichtig, um Vertrauen in die Methode zu gewinnen und nicht die Lust zu verlieren. Hechte und Zander sind viel seltener und vor allem Zander können richtig wählerisch und zickig sein. Wenn Du nur auf diese Räuber fischst, ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Selbst erfahrene Profis gehen bei dieser Angelei häufig als Schneider nach Hause. Besser ist es, bei den Barschen zu üben und Erfahrungen zu sammeln. Der nächste Schritt ist dann der Hecht und danach kannst Du es gerne mit der Königsdisziplin Zanderangeln versuchen.

Der richtige Köder

Kunstköder füllen ganze Regalreihen in den Fachgeschäften. Es gibt unzählige Formen und Arten. Da ist es schwer, den Überblick zu behalten. Die vielen Internetvideos, in denen immer wieder die neuesten Modelle angepriesen werden, machen es nicht einfacher. Angesichts dieser Reizüberflutung besteht die Kunst darin, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Wir empfehlen Dir, dich am Anfang ausschließlich auf zwei Köder zu konzentrieren: den Jigspinner und den Gummifisch. Warum die für Einsteiger die beste Wahl sind, erläutern wir im Folgenden.

Jigspinner

Für kleine Jigspinner benötigst du sensible Ruten mit einem niedrigen Wurfgewicht. Damit machen auch kleiner Barsche richtig viel Spaß

Jigspinner haben einen Körper aus Blei oder Weicheisen. Unten ist ein Drillings- oder Zwillingshaken und am Ende ein Metallblättchen angebracht. Das rotiert beim Einkurbeln und sendet Druck- und Lichtreize aus. Das verführt die Raubfische zum Biss – insbesondere Hechte, Barsche, Rapfen und Forellen sind ganz verrückt danach. Jigspinner sind optimal geeignet für Einsteiger, da die Montage und auch die Führung kinderleicht sind. Du musst den Köder nur auswerfen und durchkurbeln. Dank des im Verhältnis zur Größe hohen Gewichts lassen sich die Köder sehr weit werfen. Wir empfehlen Dir, mit kleinen Jigspinnern in 4 bis 10 Gramm Gewicht zu beginnen.

Der Gummifisch

Gummifische bestehen aus Weichplastik. Als Gewicht dient ein Bleikopf mit Haken. Um mit ihnen erfolgreich zu sein, musst Du ein bisschen üben. Die Anstrengung lohnt sich, denn wohl auf keinen anderen Köder werden mehr Raubfische gefangen als auf Gummifische. Sie funktionieren zwar auch beim einfachen Einkurbeln. Aber ihr ganzes Potenzial schöpfst Du erst aus, wenn Du die verschiedenen Führungstechniken kennst und beherrschst.
Für das Angeln auf Barsche empfehlen wir Dir Gummifische in der Länge von fünf bis sieben Zentimetern. Dazu passen Jighakgen der Größen #1, #0 oder 1/0. Das Gewicht hängt von der Angeltiefe und Strömung ab. Mit einer kleinen Auswahl zwischen 3 und 12 Gramm bist Du am See gut aufgestellt. Wenn Du am Fluss angelst, solltest Du Bleiköpfe bis 20 Gramm dabei haben.

 Köderfarbe beim Spinnfischen

Barsche in dieser Größe sind relativ einfach zu überlisten. Jigspinner sind perfekte Einsteigerköder

Kaum eine andere Frage wird auch unter Profis so leidenschaftlich diskutiert: Welche Farbe fängt in welcher Situation am besten? Dazu wurden ganze Fachbücher geschrieben. Ähnlich wie beim Ködertyp besteht die Herausforderung darin, den komplexen Sachverhalt auf das Wesentliche zu reduzieren. Wenn Du Dich an die folgende, einfache Grundregel hältst, musst Du Dir um die Köderfarbe keine Gedanken mehr machen. Damit liegst Du auf jeden Fall richtig. Fakt ist: Fische können Farben erkennen und selektieren danach. Der wichtigste Faktor ist, wie weit die Fische unter Wasser sehen können. Das wiederum wird maßgeblich von der Wassertrübung und dem Wetter beeinflusst. Je nachdem, ob das Wasser klar oder trüb ist und ob die Sonne scheint oder es bewölkt ist, wählst Du die passende Farbe. Daraus ergibt sich, dass Du mit nur vier Grundfarben für alle Situationen gerüstet bist… (den kompletten Artikel findet Ihr in der Ausgabe 8 Eurer Rute & Rolle)

 

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