„Der will mich auf den Arm nehmen“, dachte Alexander Seggelke, als sein Professor ihm riet, sich beim Deutschen Angelfischerverband zu bewerben. Inzwischen ist der ehemalige Basketballprofi dort seit vier Jahren Geschäftsführer. Was treibt ihn an?

Am Abend hat’s doch noch mit dem Hecht geklappt. Petri!

Lass uns doch gemeinsam angeln und dabei quatschen“, schlägt Alexander Seggelke vor, als ich nach einem Termin frage. Sehr gerne! Kurzerhand treffe ich den Bundesgeschäftsführer des Deutschen Angelfischerverbands (DAFV) zum Saisonauftakt in Brandenburg. Vom Belly Boat wollen wir Hechte angeln. Liest man Berichte über den 40-Jährigen, fehlt nie der Hinweis auf seine Größe. Tatsächlich ist der ehemalige Basketballprofi mit 1,97 Metern ein Hüne. Mit seiner drahtigen, schlanken Figur, den braunen Augen und modischem, braunen Hipster-Bart passt sein Äußeres so gar nicht zum verstaubten Bild des Vereinsmeiers. Wir kennen uns von verschiedenen Veranstaltungen und wie unter Anglern üblich duzen wir uns. Entsprechend locker ist die Atmosphäre.

Beim Aufpumpen des Bellys berichtet Alexander, dass er bereits mehrere Modelle im salzigen Wasser der Ostsee verschlissen hat. Und schon sind wir mitten drin in Erzählungen übers Meerforellenangeln an der Küste, Zelttouren ins Ausland und den Anfängen an der Elbe bei Hamburg. In jedem Satz hört man seine Begeisterung heraus: Der Mann ist Angler durch und durch! Wer ihn so in Wathose und Angelmontur sieht, kann ihn sich nur schwer im Businessanzug im Büro vorstellen. Wie ist er zu dem Job überhaupt gekommen?

Hohe Erwartungen an Alexander Seggelke

„Am Ende meines Studiums schickte mir mein Professor die Ausschreibung des DAFV und riet mir, mich da zu bewerben. Erst dachte ich, der will mich veräppeln“, sagt Seggelke. Nach seiner Profikarriere studierte er Technische und Angewandte Biologie mit Schwerpunkt Fischbiologie. An eine Karriere in der Verbandspolitik hatte er bis dato nicht im Traum gedacht. Aber sein Mentor überzeugte ihn schließlich, er bewarb sich, bekam die Stelle und trat 2016 seinen Posten als Geschäftsführer beim Dachverband der Landesangelverbände an. Zu dem Zeitpunkt rumorte es gewaltig im DAFV. Die Mitglieder hatten sich in einem jahrelangen, kräftezehrenden Vereinigungsprozess des Ost- und Westverbands aufgerieben und teilweise entzweit. Weder die nicht angelnde, ungeschickt agierende Präsidentin Christel Happach-Kasan noch Seggelkes Vorgänger, Philipp Freudenberg, der den Ruf hatte, mehr zu verwalten als zu gestalten, konnten die Gräben schließen. Die Erwartungen an den Uni-Absolventen ohne politische Erfahrung waren enorm…

Alexander steht Georg in der Mittagspause fleißig Rede und Antwort

Den kompletten Artikel lest Ihr in RUTE & ROLLE 08/2020!
Text: Georg Baumann
Fotos: Georg Baumann, DAFV/Olaf Lindner, Alexander Seggelke

 

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