Ein unscheinbarer Gummiwurm, dazu ein Jigkopf – fertig ist der Hype! Das Ned Rig ist nicht nur bei den Schwarzbarschanglern in den USA schwer angesagt. Wir zeigen Euch, welches Geheimnis hinter der Finesse-Technik steckt.

Nicht Dein Ernst, oder?” lautete mein Kommentar zu dem Köder, den mein Kumpel Björn aus den Tiefen seiner Köderkiste hervorzauberte und mir vor die Nase hielt. Das Ding sah aus wie ’ne Gummiwurst. Kein Schwänzchen, keine Fransen, kein Sichel- oder Schaufelschwanz. „Ned Rig – das ist momentan der heiße Scheiß in den USA“, konterte der erfahrene Barsch- und Schwarzbarschangler. Schon seit Stunden befischten wir einigermaßen erfolglos den tiefen, klaren See in Schleswig-Holstein, probierten uns kreuz und quer durch die Köderboxen. Ums kurz zu machen: Auch das von US-Angelprofis gehypte Ned Rig konnte diesen Tag nicht mehr retten. Doch schon beim nächsten Besuch sah die Sache anders aus …

Ned schlägt zu!

Am Vormittag dieses milden Novembertages waren die Barsche bester Laune. Ich fing eine Weile richtig gut auf wild geführte Tuben und Gummis am Darthead. Doch gegen Mittag wendete sich das Blatt. Zunächst bekamen wir nur noch vereinzelt Bisse und letztlich blieben diese vollständig aus. Das Signal für meinen Kollegen, das Ned Rig aus dem Hut zu zaubern. Und dieses Mal zeigte die Gummiwurst, was in ihr steckt. Nicht, dass mein Bootspartner damit eine dicke Kirsche nach der nächsten geerntet hätte, aber immerhin fing er nun wieder recht regelmäßig Fische – im Gegensatz zu mir.

Und genau da liegt meiner Meinung nach die Stärke des Ned Rigs. Wenn nix mehr geht, die Barsche im Winter lustlos am Grund kleben oder durch den Einfluss von Angeldruck vorsichtig geworden sind, lassen sich damit immer noch ein paar Gestreifte rauskitzeln. Zumindest erlebten wir das bei späteren Touren in  ähnlicher Form immer wieder. Und ja: Auch ich bin mittlerweile stolzer Besitzer diverser Gummiwürstchen und Pilzköpfe.

Tobi fällt die gemächliche Führung nicht immer leicht. Mit jedem Barsch wächst aber das Vertrauen.

Das Ned Rig wurde benannt nach dem US-Schwarzbarschprofi Ned Kehde. Er machte die auch als „Midwest Finesse“ bekannte Technik in seiner Heimat populär. Genau genommen handelt es sich allerdings gar nicht um ein richtiges Rig im Sinne einer Montage, sondern lediglich um einen Gummiköder am Jigkopf. Soweit so einfach. Damit das Ganze wie gewünscht funktioniert, kommt es jedoch sehr auf die richtigen Komponenten an. Von entscheidender Bedeutung ist der Köder. Der muss nämlich ordentlich Auftrieb haben, also aus einer schwimmenden Gummimischung gegossen sein…

Den kompletten Artikel lest Ihr in Eurer RUTE&ROLLE 02/2020!
Text & Fotos: Tobias Norff

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