Ob als günstiges Beifutter zu Boilies oder solo – Partikelköder gehören beim Karpfenangeln einfach dazu. Tobias Norff stellt seine liebsten Sorten vor und gewährt Einblicke in seine Kochtöpfe.

Nüsse, Bohnen, Körner: Unter dem Sammelbegriff Partikel zusammengefasst, sind die kleinen pflanzlichen Köder immer schon beliebt bei Karpfenanglern. Vor allem ihr günstiger Preis im Vergleich zu guten Boilies macht sie interessant. Wer beim Füttern mal richtig „Kelle“ geben möchte, greift gerne auf Mais & Co zurück. Doch Partikelköder sind weit mehr als nur billiges Beifutter. Richtig zubereitet, verfeinert und clever eingesetzt, stehlen sie manch einem Boilie locker die Show.

Warum Partikel?

Ganz klar: Die Kosten für einen gepflegten Futterplatz sind nicht ohne. Es ist also völlig legitim, diesen nicht nur mit teuren Boilies aufzubauen, sondern zusätzlich eine ordentliche Portion Partikelköder zu spendieren. Neben dem Preis bieten die Nüsse und Samen noch weitere Vorzüge. Ein entscheidender ist, dass sie von fast allen Anglern gefüttert werden, aber nur selten als Hakenköder Verwendung finden. An stark beangelten Gewässern stehen die Karpfen den kleinen Happen also weniger misstrauisch gegenüber. Logisch, schließlich sammelten sie schlechte Erfahrungen nur mit großen, harten Kugeln. Wo viele Angler aktiv sind, setze ich ganz bewusst auf Partikel pur.

Füttere ich beides, geht eine Rute immer mit Partikelködern ins Rennen. Karpfen besitzen durchaus verschiedene Geschmäcker und die „Körnerfresser“ möchte ich ebenso ansprechen. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Größe. Partikel ähneln natürlicher Nahrung und werden meist sofort von Karpfen gefressen. Außerdem beschäftigen sie die Fische sehr lange. Ein Kilo weit verstreute Hanfkörner einzusammeln dauert viel länger  als die gleiche Menge 20er Murmeln. Darüber hinaus sättigen Partikel weniger als die oft sehr gehaltvollen Boilies und passieren zügig den Darm – schon hat der Rüssler wieder Hunger. Gut für uns!

Quellen und Kochen

Melasse und Orangenschalen geben dem Mix eine spezielle Note

Im trockenen Zustand machen Partikel nicht viel her. Die verschrumpelten Dinger riechen kaum und sehen alles andere als fängig aus. Doch das ändert sich bei der Zubereitung. Die meisten Partikel kochen wir. Anschließend müssen sie noch eine Weile ziehen. Das heiße Wasser lässt die Köder aufquellen und macht sie weicher. Nach einiger Zeit setzt die Gärung (Fermentation) ein. Proteine werden dabei zu Aminosäuren aufgespalten, Aromen freigesetzt und Stärke in Zucker verwandelt.

Erst dieser Prozess macht die Körner und Nüsse so verlockend. Bei einem süßlich-sauren Geruch sind die Köder richtig gut! Wenn Ihr die Partikel nach dem Kochen an einem warmen Ort lagert, schreitet die Gärung schneller voran. Etwas Zucker oder zuckerhaltige Beigaben (zum Beispiel Rosinen oder Honig) beschleunigen den Vorgang. Ich plane mindestens drei Tage, besser noch eine Woche für die Gärung ein. Solange die Köder vollständig mit Wasser bedeckt sind, bildet sich kein Schimmel und die Standzeit darf auch gerne länger ausfallen…

Den kompletten Artikel lest Ihr wie immer in Eurer RUTE&ROLLE 11/2019!
Text & Fotos: Tobias Norff

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