Viele Karpfenangler möchten gerne einmal einen Karpfen bei Schnee fangen. Jens Scholz gibt Euch zehn Tipps, damit Euer Traum vom Schneekarpfen in Erfüllung geht.

Das Fischen im Winter gehört definitiv zur Königsdisziplin beim Karpfenangeln. Der besondere Höhepunkt ist dabei der Fang bei Schnee. Für viele ein großer Traum, doch nur für wenige wird er wahr. Ich sammelte etliche Erfahrungen auf dem steinigen und harten Weg zu meinen Schneekarpfen. Nun möchte ich Euch ein paar Tipps geben, mit denen Ihr schneller zum Erfolg kommt.

 

Gerade im Winter solltet Ihr Gewässer mit einem guten Karpfenbestand wählen

Tipp 1

Wähle das richtige Gewässer

Die Gewässerwahl ist entscheidend im Winter. Je höher die Fischdichte ist, desto eher liegt Eure Montage vor einem hungrigen Karpfen. Das ist wichtig, da Fische wechselwarm sind. Ist die Umgebung kalt, kühlt auch der Flossenträger aus und der Stoffwechsel kommt fast zum Erliegen. Das Objekt unserer Begierde geht also nicht auf Futtersuche und bewegt sich nur wenig. Ist jedoch der Standplatz ausfindig gemacht, bekommen wir bei der richtigen Futterwahl mit Glück auch Bisse.

 

 

Ruhe am Angelplatz und Spot ist wichtig

Tipp 2

Suche dir gute Spots

Neben den Gewässern sind auch die Angelplätze wichtig für den Erfolg. Im Winter sind es nicht immer die tiefsten Ecken, die Karpfen bringen. Wenn Ihr Quellen oder Hindernisse unter Wasser findet, seid Ihr oft schon genau richtig. Absolut keine Wohlfühlzone für die Rüssler ist das Ufer, auf welches ein heftiger Wind mit Wellen und Unterströmung drückt. Sucht Eure
Angelstellen eher an der windabgewandten Seite! Topplätze sind hier versunkene Bäume, Ecken mit Krautresten, Rinnen oder steile Uferkanten, wo die Karpfen Ruhe und Sicherheit vorfinden.

 

 

Halbierte Boilies verströmen mehr Aroma. Attraktivität ist im Winter wichtig

Tipp 3

Setze das passende Futter ein

Weil der Darmtrakt der Karpfen fast lahmgelegt ist, darf unser Futter nie in großen Mengen zur Verfügung stehen. Wer seine Chancen mit regelmäßigem Anfüttern erhöhen will, sollte nicht zu schwere Kost verwenden. Viele Kohlenhydrate im Köder machen ihn leicht verdaulich. Ich setze jedoch auf nahrhafte, eiweißhaltige Leckereien. Diese besitzen den Vorteil, dass Nährstoffe länger für den Körper vorhanden sind, der somit über einen größeren Zeitraum von diesen zehrt. Aber Achtung: Zu viele dieser Boilies tun dem Karpfen nicht gut! Deshalb muss penibel auf die Anfüttermenge geachtet werden.

 

 

Einfache Montagen mit Dosenmais. Bloß nicht viel experimentieren in der kalten Jahreszeit

Tipp 4

Vertraue Deinen Montagen

Was im Sommer funktioniert, funktioniert auch im Winter. Jetzt ist nicht die Zeit für Experimente. Vertraut Euren Montagen und Rigs blind. Schließlich liegen diese manchmal sehr lange im Wasser, bevor es den ersehnten Biss gibt. Da die Karpfen im Winter nicht viel Gegenwehr leisten, reduziere ich Hakengröße, Bleigewicht und Schnurdurchmesser auf ein Minimum.
Selbst mit Vorfächern von zehn lbs hatte ich nie Probleme. Nehmt aber bitte keine geflochtene Hauptschnur. Diese gefriert, wenn sie nass wird und kann somit die Spule blockieren.

Mehr Tipps zur Erhöhung der Lockwirkung , Vorteile von Fließgewässern und dem Wetter findet Ihr in RUTE&ROLLE 02/2019!
Text & Fotos: Jens Scholz

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