Wer einmal einen Seewolf fangen will, sollte es über dem Polarkreis probieren. Ares Prien besuchte ein Toprevier bei Bodø und zeigt Euch, wie Ihr am Saltstraumen die Wölfe aufweckt.

Die einfache Klopfmontage: Neben Heringsfetzen gehen auch welche vom Köhler oder eben Tiefseegarnelen

Eine steife Brise weht mir entgegen. Der Himmel ist bedeckt und feiner, norwegischer Landregen sorgt für eine etwas getrübte Stimmung. Anfang Juni 2018 bin ich zusammen mit meinen Kollegen Sven Klöer und Tim Jaschke in einem der besten Seewolfreviere in Nordnorwegen: dem Saltstraumen bei Bodø. Mehrere Millionen Kubikmeter Wasser drängen mit dem Gezeitenwechsel durch die Meerenge des berühmten Straumens. Wir befinden uns an einem Ausläufer des stärksten Gezeitenstroms der Welt – einem ruhigeren Bereich. Mithilfe des  Rückwärtsganges und dem Bootsheck im Strom hält mein Angelpartner das Gefährt auf Kurs und direkt über dem Hotspot. Unter uns befinden sich muschelreicher Grund, große Steine und eine 35 Meter tiefe Wassersäule.

Immer wieder klopfe ich mit meinem Seewolfsystem und einem 200-Gramm-Pilker als Gewicht den harten Grund ab. Klopf, klopf, ist ein Wolf zu Hause? Mal schauen, ob ich die Wolfsfamilie wach bekomme. Plötzlich ruckt es kräftig an der Rute. War das ein Biss oder bin ich nur kurz an einem Stein hängen geblieben? Einen Wimpernschlag später zuckt es wieder an der Leine. Konzentriert schaue ich auf die Rutenspitze und warte auf die nächste Attacke. Erneut schlägt meine Spitze kräftig aus und ich setze einen harten Anhieb. Der kommt durch und der Drilling sitzt. Sofort teilt der Fisch starke Kopfschläge aus. Behutsam versuche ich, den Gegner vom Grund zu lösen.

In der Heringsbucht lassen sich schnell ein paar Köderfische fangen, weiß der Autor

Langsam gewinne ich Meter für Meter Schnur zurück. Unter der Wasseroberfläche erahne ich erstmals etwas. Es sieht aus wie ein handtellergroßer, rosafarbener Fleck. Tatsächlich, es ist ein mächtiger Steinbeißer, wie die Wölfe auch genannt werden. Mit weit aufgesperrtem Maul kommt er mir entgegen. Der Haken sitzt knapp, aber zum Glück reagiert mein Kollege schnell und gafft den kapitalen Fisch routiniert. Meine Freude ist riesig! Ich darf meinen bisher größten Seewolf in den Händen halten. Satte 96 Zentimeter misst das Prachtexemplar!

Lest jetzt den kompletten Artikel im FISCHE&FJORDE-Teil der aktuellen RUTE&ROLLE 08/2018!

Text: Ares Prien
Fotos: Angelreisen Hamburg, Arne Seiberlich

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