Erst Jighaken und Zusatzdrillinge machen Gummifische zu einer „Top-Waffe“ bei der Hechtjagd. Dabei kommt es auf die richtigen Hakengrößen an – mit unseren Tipps werden Fehlbisse zur Seltenheit während sich Ihr Fangbuch füllt und füllt

Auch wenn Hechte weniger zimperlich sind als Zander und unsere Gummifische oft kompromisslos packen, gehören Fehlbisse leider dazu. Doch wer erntet davon gerne unnötig viele? Ich genauso wenig wie Sie, da bin ich sicher. Schauen wir uns deshalb den Jighaken mit Bleikopf und die Zusatzdrillinge einmal im Detail an.

Platz zum Fassen

Um unseren Gummifisch (Shad) oder großen Twister fangfähig zu machen, ziehen wir ihn zuerst auf den Jighaken. Was ist dabei wichtig? Zum einen sollte der Köder gerade auf dem Schenkel sitzen, damit er später schnurstracks durchs Wasser läuft. Gleichzeitig braucht die Spitze des großen Einzelhakens genug Abstand zum Rücken des Köders. Guckt sie weit genug raus? Einfacher Test: Versuchen Sie, Ihre Zeigefingerspitze zwischen Gummifisch und Haken zu schieben. Keine Chance? Dann ziehen Sie den Köder gleich noch einmal neu auf – so, dass die Spitze des Greifers „mehr Luft“ bekommt. Das sieht besser aus – da ist jetzt auch genug Platz für die kräftige Kieferkante eines Meterhechtes!

Gummifischlänge (cm) Größe des Jigkopfes Anzahl/Größe der Drillinge
14-16 4/0-6/0 1 / 4-1
17-20 6/0-8/0 1-2 / 2-1/0
21-25 8/0-10/0 2 / 1-2/0
26-30 10/0-18/0 2 / 1/0-3/0

Hakengrößen fallen leider recht unterschiedlich aus: Was bei einem Hersteller als 6/0er durchgeht, nennt ein anderer 8/0.

Nur freie Spitzen greifen

Genug Platz zum Arbeiten brauchen auch die Zusatzdrillinge, ebenfalls als Clip-Drillinge oder Stinger bekannt: Sind sie zu klein, sinken die Chancen, dass ihre Spitzen fassen – speziell wenn der Hecht den Köder beim Biss „zusammenknüllt“. Am häufigsten setzen wir einen Clip-Drilling an die Schwanzwurzel des Shads. Je dicker ein Köder dort ist, desto größer sollte der Haken ausfallen. Früher habe ich meine 14- bis 16-Zentimeter-Shads mit 4er Drillingen bestückt – und mich immer wieder über Fehlbisse geärgert. Heute sitzt an der gleichen Stelle mindestens ein 2er, noch öfter ein 1er Greifer. Und Ärgern ist viel seltener angesagt…

Ein Kleinigkeit noch zum Thema Drillinge: Wir verankern sie nur mit einer der drei Hakenspitzen im Köder – und stechen auch diese nicht weit ins Gummi. Im Idealfall hält sie dort bei kraftvollen Würfen, löst sich aber fix, wenn ein Hecht gehakt ist. So sinkt das Risiko, dass der Räuber den Greifer mithilfe des Gummifisches gleich wieder aus dem Maul hebelt.

Kopfkratzer

Manche Fehlbisse sind auf den ersten Blick unerklärbar: Trotz herrlich freier Jigkopfspitze und perfekt gewähltem Clip-Drilling am Köderbauch trifft unser Anschlag nicht auf Widerstand. Wer genau hinschaut, findet als einzige Erinnerung an die Attacke tiefe Kratzer im Blei des Jigkopfes. Klarer Fall: Kopfbeißer! Selbst die Spitze eines recht kurzen Jighakens lauert in solchen Fällen zu weit hinten am Köder. Hilft nix, ein zweiter Zusatzdrilling muss her – im unmittelbaren Kopfbereich des Shads. Bei Ködern unter 18 Zentimetern montiere ich den sehr ungerne, denn wenn der nächste Hecht meinen Köder „komplett verhaftet“, wartet viel Arbeit auf die Lösezange. Für Großgummis über 20 Zentimeter kann ich Ihnen aber nur zum Kopfdrilling am ganz kurzen Vorfach raten. Sie werden erstaunt sein, wie viele Hechte wir damit haken…

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